Lokales FD 22.09.2026

40. Zeltkirmes in Kleinsassen – Regen bremst die Stimmung nicht

Kleinsassen (pm/gü) – In Kleinsassen wird seit 1964 Kirmes gefeiert. Am vergangenen Wochenende gab es einen besonderen Grund zum Feiern: Die Kirmesgesellschaft richtete ihre 40. Zeltkirmes aus. Mit 17 Kirmespaaren und erstmals auch einer Kinderkirmes wurde das Jubiläum gebührend gefeiert. Nur das Wetter spielte am Sonntag nicht ganz mit.

Foto: Michael Kram.

Schon am Freitag ging es mit der Band „Dirty Mind“ los. Zusammen mit „DJ Erwin“ wurde für Stimmung gesorgt. Für weitere Partystimmung am Samstag sorgte der Vollblutmusiker „Enrico Weider“. Eigentlich sollte der traditionelle Dreireihentanz am Sonntagmittag unter dem Kirmesbaum in der Dorfmitte stattfinden. Doch ausgerechnet zum Höhepunkt des Tages setzte der Regen ein. Nach anfänglicher Hoffnung, dass die Wolken doch noch weiterziehen würden, wurde kurzerhand umdisponiert: Die Kirmesgesellschaft marschierte ins Festzelt und verlegte den Dreireihentanz dorthin. Zahlreiche Besucher warteten dort bereits auf die Kirmespaare.

Der Sonntag hatte zuvor mit einem Frühschoppen im Festzelt begonnen. Nach dem Einzug begrüßte das „Ploatzpoar“ Julian Menz mit Maja Rothmann die Gäste und die anwesenden Ehrengäste. Anschließend zeigten die Kirmespaare beim traditionellen Dreireihentanz ihr Können. Auf dem Programm standen Walzer, Rheinländer und Polka. Schnapsknecht ist in diesem Jahr Dominik Dorn. Er und seine Tanzpartnerin Ida Hillenbrand versorgten die Kirmesgesellschaft zuverlässig mit Schnaps. Diesjähriger Baumknecht ist Linus Flügel. Zwischen den Tänzen richteten Diakon Manfred Oeste, Bürgermeister Markus Röder, Ortsvorsteher Alfred Weber und Landrat Bernd Woide ihre Grußworte an die Kirmesgesellschaft.

Für einige Lacher sorgte Diakon Manfred Oeste. Mit einem Augenzwinkern sprach er über den nicht immer guten Ruf von Kirmesfeiern. Manche würden behaupten, Kirmes sei kein Kulturgut, sondern lediglich eine „viertägige Sonderabfüllung“ und es gehe nur ums Saufen. Dem widersprach er auf humorvolle Weise. Vielmehr handle es sich um „angewandte Brauchtumspflege mit Flüssig-Zuschlag“. Und schließlich könne man sich fragen: „Und außerdem, wo sonst könne man einmal im Jahr die Belastbarkeit seiner Leber unter Extrembedingungen testen?“ Ernster wurde es anschließend aber doch. Als Vertreter der Kirche betonte Oeste, dass Kirmes, Feiern, Festzelt und Glaube durchaus zusammenpassen. Schließlich gehörten Gemeinschaft und gelebtes Brauchtum seit jeher zur Kirmes dazu.

Bürgermeister Markus Röder gratulierte der Kirmesgesellschaft zur 40. Kirmes und lobte insbesondere deren Zusammenhalt und Engagement. „Ihr macht das super“, bescheinigte er den Verantwortlichen. Auch Ortsvorsteher Alfred Weber überbrachte seine Glückwünsche. Dabei erinnerte er sich an seine eigenen Anfänge bei der Kirmes. Besonders freute er sich über die vielen Kinder, die in diesem Jahr bei der Kinderkirmes dabei waren. Gleichzeitig bedankte er sich bei der Kirmesgesellschaft für ihren Einsatz und die Organisation des Jubiläumsfestes. Zuvor hatte er eine Erklärung zum nicht aufhörenden Regen. Bei der Messe betete Pfarrer Piotr Kownacki um gutes Wetter, da aber auf dem neuen Funkmast immer noch keine Sender angebracht sind, konnte das Gebet nicht weitergeleitet werden. Landrat Bernd Woide nahm das Wetter mit Humor und entschuldigte sich zunächst für den Regen. Auch er hatte eine Erklärung. „Für Regen ist immer der Landrat schuld. Gutes Wetter bestellen die Bürgermeister“, scherzte er. Anschließend gratulierte auch er der Kirmesgesellschaft zum Jubiläum.

Nach der Vorstellung der Kirmespaare wurde weitergetanzt und gefeiert. Für Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltes war bestens gesorgt. Während auf der Tanzfläche das Tanzbein geschwungen wurde, nutzten andere Besucher die Gelegenheit für gemütliche Gespräche bei dem einen oder anderen Bier. Aufgrund des Wetters ließ sich in Kleinsassen niemand die gute Laune nehmen. Die 40. Kirmes zeigte einmal mehr, dass gelebtes Brauchtum vor allem eines braucht: Eine Gemeinschaft, die gemeinsam feiert und anpackt. Montagnachmittag wurden die Kirmesburschen traditionell von den Kirmesmädels abgeholt und es ging gemeinsam mit „Schaulustigen“ durch Kleinsassen noch einmal zum Kirmesbaum zum fröhlichen Tanz. Diesmal bei strahlendem Sonnenschein. Mit „Rhön Rabatz“ und bester Stimmung klang Montagabend die sehr gelungene Kleinsassener Jubiläumskirmes im Festzelt aus.