Volker Strauch, Vorsitzender des Vereins Grümel e.V., begrüßte rund 180 geladene Gäste und dankte allen, die in den zurückliegenden 40 Jahren Grümel getragen, unterstützt und begleitet haben. Der zuverlässige Kreis der Förderer, Auftraggeber und Partner zeige, wie intensiv Grümel in der Region verankert sei, wie Grümel in der Region wirke und Unterstützung in der Region erfahre.
„Seit 40 Jahren steht Grümel für gelebte Teilhabe und Integration“, würdigte auch Landrat Bernd Woide den regionalen Einsatz. Grümel sei aus dem Landkreis Fulda nicht mehr wegzudenken. „Das Unternehmen ist so viel mehr als ein Brückenbauer in das Arbeitsleben für junge Menschen und Erwachsene. Es verbindet Ausbildung und soziales Engagement mit moderner Dienstleistung – von der Schulverpflegung über die Familienhilfe bis hin zu Handwerk und Recycling“. „Wir haben ein Commitment gefunden, sodass Dinge miteinander geregelt werden“, fügte er hinzu.
„Aus einer Idee wurden Projekte“
Karola Günther, Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Hessen, ging in ihrer Festrede auf „40 Jahre soziale Arbeit, 40 Jahre Mut, 40 Jahre Ideen und vor allem: 40 Jahre Menschen ein. Sie sprach von einer Erfolgsgeschichte, die sich nicht allein in Zahlen messen lasse. Grümel gebe Menschen nicht einfach eine Beschäftigung, sondern eine Perspektive. Rückblickend auf die Anfänge erklärte sie: „Aus einer Idee wurden Projekte, aus Projekten wurden Arbeitsbereiche, aus Arbeitsbereichen wurde eine Organisation“. Ob Gebrauchtmöbel, Malerarbeiten oder Küche – hinter allen
Bereichen stecke immer dieselbe Idee: „Arbeit soll Sinn stiften. Menschen sollen etwas können, beitragen, erleben: Ich werde gebraucht.“ Gleichzeitig entstehe ein Mehrwert für die gesamte Gesellschaft. „Das ist für mich gelebtes Subsidiaritätsprinzip und gelebte soziale Verantwortung.“ Den Paritätischen und Grümel verbindet bereits seit 1991 eine partnerschaftliche Kooperation. Karola Günther bekräftigte: „Wir werden noch viel Jahre gemeinsam an Lösungen arbeiten“.
Erfolgsgeschichten von Teilnehmenden
In einem Jubiläumsvideo gab es 40 Jahre Grümel in Bildern, Filmsequenzen und Zeitungsartikeln zu bestaunen. Darunter zum Beispiel der Start der Großküche im Jahr 2022 oder die erste Jugendarbeit 1987. Besonders bewegt zeigte sich das Publikum über einige persönliche Erfolgsgeschichten von Teilnehmenden aus unterschiedlichen Grümel-Programmen. Dazu gehörte ein kurzes Video über das Projekt „Erziehende im Fokus“, in dem Gloria Idda interviewt wurde: Sie hatte als Alleinerziehende mit kleinem Kind erfolgreich eine Ausbildung zur Kauffrau für Gesundheitswesen absolviert und steht nun – sehr glücklich – fest im Berufsleben. Sie dankte Grümel für die Hilfe in schwierigen Zeiten und wünschte auch den heutigen Projektteilnehmenden viel Erfolg. Eine weitere Erfolgsgeschichte wurde aus der Grümel-Tischlerei präsentiert: rund um den ehemaligen Auszubildenden Daniel Probst, der wegen Drogenproblemen mitten in der Lehre vor Gericht gelandet war und mit einer Bewährungsstrafe davonkam. „Da überlegt man sich schon: Treppe runter oder Treppe rauf? Das war ein echter Wendepunkt in meinem Leben. Dank der Unterstützung von Grümel wurde mir da rausgeholfen“, sagte er. Zum Ende der Ausbildung hatte er noch eine systemische Beratung bei der heutigen Grümel-Geschäftsführerin Jutta Dehler drangehängt und seine Vergangenheit aufgearbeitet. Daniel Probst ist inzwischen nicht nur verheiratet und Vater einer Tocher, sondern auch fest angestellter Tischler: „Und es macht mir immer noch Spaß“, sagte er.
Programm und Kulinarik
In der Podiumsdiskussion, moderiert von Hermann Diel vom Hessischen Rundfunk, tauschten sich der Vorstandsvorsitzende des Grümel e. V. Volker Strauch und Grümel-Geschäftsführerin Jutta Dehler mit Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda, Lukas Henke, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (KH) Fulda, sowie Michael Gutermuth, stellvertretender Abteilungsleiter Reha der Arbeitsagentur Fulda, aus. Dabei ging es um Grümel als „Chamäleon“ unter den Fuldaer Betrieben, um Berührungspunkte und Kooperationen, um Grümel-Erlebnisse von der Jugendarbeit bis zu Umwelt-Themen sowie den lokalen Arbeitsmarkt.
Unter dem Motto „Grümel verzaubert“ bot Zauberkünstler Gerrit den Gästen ein spannendes Unterhaltungsprogramm. Andreas Hooß mit seinem Team von T-Born finest BBQ sorgte mit regionalen Spezialitäten wie Crackern aus der Rhön, Rinder-Hüftsteak vom Weiderind, Rhön-Burger, Fölschem Kartoffel-Speck-Salat und mehr für kulinarische Genüsse. Auch die Tischdeko war regional gestaltet mit Fulda-Lilien-Vasen, Dekogläsern mit der Nachbildung der Wasserkuppe, Rhönschafen aus Filz sowie Windlichtern mit weiteren regionalen Motiven, die von der Grümel-Produktionsschule gefertigt wurden.
Auch wenn an diesem Abend die vergangenen vier Grümel-Jahrzehnte natürlich im Mittelpunkt standen, war für Grümel-Geschäftsführerin Jutta Dehler wichtig: „Ein Jubiläum lädt dazu ein, zurückzuschauen auf Erreichtes, zugleich aber den Blick nach vorn zu richten. Denn auch künftig wird es unsere Aufgabe sein, Chancen zu schaffen, Barrieren abzubauen und Brücken zu bauen – ins Arbeitsleben, in die Gesellschaft und in eine selbstbestimmte Zukunft“.
