Lokales 16.09.2026

24 Stunden unter Strom: Feuerwehrnachwuchs meistert sieben Einsätze

Bad Brückenau – 24 Stunden Feuerwehr nonstop, sieben Einsätze und kaum Zeit zum Durchatmen: Beim Berufsfeuerwehrtag der Freiwilligen Feuerwehr Bad Brückenau erlebten 16 Jugendliche einen Tag, der dem Alltag einer Berufsfeuerwehr erstaunlich nahekam. Von kleineren Alarmierungen über einen aufwendigen Gefahrguteinsatz bis hin zu einem spektakulären Hüttenbrand mitten in der Nacht war alles dabei.

Foto: Feuerwehr Bad Brückenau und Sebastian Gerr

Um 9 Uhr hieß es: Dienstbeginn! Zunächst wurden die Schlafräume hergerichtet, anschließend folgte die offizielle Begrüßung. Doch lange ruhig blieb es nicht. Von diesem Zeitpunkt an mussten die Jugendlichen jederzeit mit einem Alarm rechnen.

Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur feuerwehrtechnisches Können und realitätsnahe Einsatzlagen. Auch Teamgeist und Kameradschaft spielten eine entscheidende Rolle. Bürgermeister Jan Marberg würdigte das Engagement des Feuerwehrnachwuchses und betonte, dass ehrenamtlicher Einsatz heute keineswegs selbstverständlich sei. Ebenso wichtig seien Veranstaltungen wie der Berufsfeuerwehrtag für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr.

Alarm über den Pager – wie im echten Einsatzdienst

Wann kommt der nächste Alarm? Was ist passiert? Und wo geht es hin? Genau das wussten die Jugendlichen während der gesamten 24 Stunden nicht.

Dank der vom Feuerwehrverein beschafften Jugendpager wurden die Nachwuchskräfte wie ihre erwachsenen Vorbilder über tragbare Funkmeldeempfänger alarmiert. So entstand echter Einsatzcharakter. Insgesamt galt es, sieben Einsatzlagen abzuarbeiten – darunter kleinere Szenarien wie eine Ölspur und eine eCall-Alarmierung, aber auch deutlich anspruchsvollere Herausforderungen.

Gefahrgutunfall fordert die Nachwuchskräfte

Eine davon wartete beim Thema Gefahrgut. Erstmals wurde dieser Bereich beim Berufsfeuerwehrtag intensiver behandelt. Dafür unterstützte Alexander Böse, Fach-Kreisbrandmeister CBRN und gefährliche Güter der Kreisbrandinspektion Bad Kissingen, die Ausbildung.

Gemeinsam mit aktiven Einsatzkräften der Ausbildungsgruppe 2 und Ausbildungsleiter Marius Fischer mussten die Jugendlichen eine verunglückte Person nach einem angenommenen Gefahrgutunfall retten.

Dabei kam es nicht allein auf eine schnelle Rettung an. Die Nachwuchskräfte mussten gleichzeitig die besonderen Gefahren des Einsatzes berücksichtigen und strukturiert vorgehen. Bestandteil der Übung war deshalb auch der Aufbau eines Dekontaminationsplatzes, an dem möglicherweise verunreinigte Personen und Gerätschaften dekontaminiert werden konnten.

Eine anspruchsvolle Lage, die den Jugendlichen einiges abverlangte – doch das spektakulärste Szenario des Tages sollte erst noch folgen.

23.12 Uhr: „Brand einer Hütte auf dem Volkersberg!“

Nach dem Gefahrguteinsatz und einem wohlverdienten Abendessen mit selbstgemachter Pizza aus dem hauseigenen Pizzaofen standen zunächst Teambuilding und ein kleinerer Einsatz mit Personenrettung auf dem Programm. Danach hieß es endlich: Nachtruhe.

Zumindest vorerst.

Um Punkt 23.12 Uhr schrillten die Pager. Alarm! „Brand einer Hütte auf dem Volkersberg.“

Beim Eintreffen bot sich den Jugendlichen ein eindrucksvolles Bild: Eine eigens für die Übung errichtete, rund fünf mal fünf Meter große Gartenhütte aus Paletten stand lichterloh in Vollbrand. Gleichzeitig drohte das Feuer auf das angrenzende Waldgebiet überzugreifen.

Jetzt musste jeder Handgriff sitzen.

Unterstützt von erfahrenen Einsatzkräften gingen die Jugendlichen gegen die Flammen vor. Eine weitere Ausbreitung konnte verhindert und der Brand schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Für die Hütte selbst kam allerdings jede Hilfe zu spät.

Nach dem Einsatz ging es zurück ins Feuerwehrhaus – und für die Jugendlichen endlich wieder in die Betten. Doch auch diese Nachtruhe war nur von kurzer Dauer.

4.23 Uhr: Nächster Alarm – Person vermisst

Mitten in der Nacht, um 4.23 Uhr, ertönten erneut die Funkmeldeempfänger. Dieses Mal lautete das Einsatzstichwort: Personensuche in Bad Brückenau.

Noch einmal mussten die Nachwuchseinsatzkräfte raus und konzentriert arbeiten. Unterstützung erhielten sie dabei von der Drohnengruppe der Freiwilligen Feuerwehr Zeitlofs, die die Suche aus der Luft unterstützte.

Spätestens jetzt zeigte sich, was ein echter 24-Stunden-Dienst bedeutet: Auch nach einem langen Tag und wenig Schlaf müssen Einsatzkräfte innerhalb kürzester Zeit wieder hellwach und einsatzbereit sein.

24 Stunden, die in Erinnerung bleiben

Nach sieben Einsatzlagen, zahlreichen Ausbildungs- und Teambuilding-Einheiten und einer alles andere als ruhigen Nacht endete schließlich ein außergewöhnlicher Berufsfeuerwehrtag.

Die beiden Organisatoren und Jugendwarte Florian Übelacker und Alisa Knüttel hatten gemeinsam mit ihrem Helferteam erneut ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles 24-Stunden-Programm auf die Beine gestellt. Dabei wurde den Jugendlichen einiges abverlangt – gleichzeitig konnten sie erleben, wie vielseitig Feuerwehrarbeit ist und wie entscheidend Teamarbeit, Verlässlichkeit und Kameradschaft im Einsatz sind.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Brückenau bedankt sich bei allen teilnehmenden Jugendlichen für ihr großes Engagement und ihre Einsatzbereitschaft. Ein besonderer Dank gilt außerdem allen Helferinnen und Helfern sowie dem Feuerwehrverein, der nicht nur wichtiges Equipment bereitstellte, sondern auch einen großen Teil der Verpflegung übernahm.

Am Ende standen 24 Stunden Feuerwehrdienst, sieben Einsätze und vermutlich einige müde Gesichter – vor allem aber jede Menge Erfahrungen, Teamgeist und Begeisterung für die Feuerwehr.

Feuerwehrnachwuchs meistert sieben Einsätze. Fotos: Feuerwehr Bad Brückenau und Sebastian Gerr