Bereits am Freitagmittag war die Straße für die groß angelegte Übung gesperrt worden. Zahlreiche Unfallfahrzeuge, die zuvor auf dem Gelände der Firma Gorsler realistisch verformt worden waren, wurden auf der Straße positioniert. Mehrere Pkw und zwei Lkw sorgten für ein möglichst authentisches Szenario. Währenddessen wurden zahlreiche Mimen von der Mimengruppe des DRK-Kreisverbandes Lauterbach auf ihren Einsatz vorbereitet und realistisch geschminkt.
Pünktlich um 17.30 Uhr begann die Übung. Das ersteintreffende Tragkraftspritzenfahrzeug aus Schwabenrod startete sofort mit der Betreuung der zahlreichen Verletzten. Alarmiert worden waren die Einsatzkräfte mit den Stichworten „H-Klemm 2 Y“ für eine größere Anzahl eingeklemmter Personen sowie „MANV 30“ für eine Lage mit bis zu 30 Verletzten.
Neben dem Rettungsdienst Mittelhessen und der Feuerwehr Alsfeld waren zahlreiche weitere Einheiten beteiligt. Dazu gehörten unter anderem die Feuerwehren Ulrichstein und Lautertal, die Rotkreuzeinheiten der Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach sowie die Bergwacht Schotten. Auch mehrere Notärzte und Verantwortliche des Rettungsdienstes waren in die Übung eingebunden.
Unter den Augen der Übungsbeobachter galt es, die Verletzten zu sichten, Prioritäten festzulegen, eingeklemmte Personen mit hydraulischem Rettungsgerät aus den Fahrzeugen zu befreien und die Abtransporte zu organisieren. Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer hatte dabei rund 150 Einsatzkräfte zu koordinieren.
Insgesamt mussten 21 Verletzte versorgt und teilweise aus sechs zerstörten Pkw befreit werden. Zusätzlich sorgten unbeteiligte Personen, die den Einsatz bewusst störten, für eine weitere Herausforderung und erhöhten den Stress für die Einsatzkräfte. Etwa eine Stunde nach Beginn der Übung waren alle Personen aus den Fahrzeugen befreit.
Parallel zur Arbeit der Feuerwehr hatten auch Rettungsdienst und Katastrophenschutz alle Hände voll zu tun, um die Verletzten zu stabilisieren und möglichst schnell abzutransportieren. Als fiktive Zielklinik diente das Feuerwehrhaus in Alsfeld, wo im Anschluss auch die Nachbesprechung stattfand.
Die Übung sollte vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen unter realistischen Bedingungen trainieren. Gerade bei einer großen Zahl von Verletzten und mehreren gleichzeitig zu bewältigenden Aufgaben sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK, Katastrophenschutz und weiteren Einheiten entscheidend.
