Lokales FD 18.09.2026

120 Menschen bei Demo in Fulda: „Faschismus raus aus den Köpfen“

Fulda – Von Silas Messing – Rund 120 Menschen haben am Freitagabend in Fulda gegen Rechtsextremismus und eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt demonstriert. Unter dem Motto „Faschismus raus aus den Köpfen – Nie wieder ist jetzt!“ zog der Protest vom Bahnhofsvorplatz durch die Innenstadt. Aufgerufen hatte das Offene Antifaschistische Treffen (OAT) Fulda gemeinsam mit weiteren Bündnissen und Organisationen.

Foto: Silas Messing

Eigentlich hatten die Veranstalter mit rund 250 Teilnehmern gerechnet. „Durch den bundesweiten Aufruf von Widersetzen, verschiedenen OATs, antifaschistischen Gruppierungen und weiteren, und Gewerkschaften gehen wir davon aus, dass es mehr werden könnten“, hatte Organisatorin Emily Rödel im Vorfeld erklärt. Am Ende waren es nach Angaben der Veranstalter rund 120 Menschen.

Hintergrund der kurzfristig organisierten Demonstration war die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dort war die AfD am 6. September mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft geworden und erhielt 39 der 83 Sitze im neuen Landtag. Eine absolute Mehrheit erreichte die Partei nicht.

Mit der Demonstration wollten die Organisatoren nach eigenen Angaben ein Zeichen der Solidarität mit Menschen in Sachsen-Anhalt setzen. Gleichzeitig richtete sich der Protest gegen Rechtsextremismus und die politische Entwicklung insgesamt. „Es ist kein Ostproblem, es ist ein gesamtdeutsches Problem“, sagte Rödel. Es sei wichtig, nicht nur auf einzelne Proteste zu setzen, sondern sich auch darüber hinaus zu engagieren, Aufklärungsarbeit zu leisten und Gruppen zu bilden.

Auf dem Bahnhofsvorplatz versammelten sich die Teilnehmer zunächst, anschließend ging es mit Transparenten, Fahnen und lautstarken Rufen durch die Fuldaer Innenstadt. Wieder zurück am Bahnhof gab es Redebeiträge und Musik. Thematisiert wurden unter anderem soziale Kürzungen, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und die Sorge vor einer weiteren Stärkung der AfD.

Dabei verwiesen die Redner auch auf die bevorstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin am 20. September. Zudem rief das Bündnis dazu auf, sich an weiteren Protesten zu beteiligen. Am 26. September soll es Sozialproteste in Frankfurt geben, für den 6. Oktober sind Proteste in Magdeburg angekündigt.

Für Rödel hatte der Protest in Fulda dabei auch eine persönliche Bedeutung. „Es zeigt, dass wir mehr sind“, sagte sie mit Blick auf die Teilnehmer. Besonders wichtig sei ihr, dass die Demonstration nicht als Abgrenzung zwischen Ost und West verstanden werde. „Der Osten ist nicht per se rechts“, betonte sie. Auch aus Sachsen-Anhalt habe das OAT bereits Rückmeldungen bekommen, wonach die Solidarität aus Fulda positiv aufgenommen werde.

Neben den Redebeiträgen stand deshalb vor allem die Botschaft im Mittelpunkt, dass der Protest über den Freitagabend hinausgehen soll. Das OAT rief dazu auf, sich weiter zu organisieren und sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren.

Die Demonstration verlief nach Angaben der Veranstalter ohne besondere Vorkommnisse. Am Ende kehrten die Teilnehmer wieder zum Bahnhofsvorplatz zurück, wo die Veranstaltung mit weiteren Redebeiträgen und Musik ausklang.