So war es auch kein Wunder, dass Schulleiter Alexander Weidner zur Feierstunde in der frisch renovierten Turnhalle viele Ehrengäste begrüßen konnte, darunter Bürgermeister Dag Wehner und Stadtbaurat Daniel Schreiner, Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Gremien und der Verwaltung sowie Britta Krönung vom Staatlichen Schulamt Fulda. Letztere hatte – sehr anschaulich für die Kinder – einen alten Aktenordner aus dem Schulamt mitgebracht, in dem alle Dokumente zur bewegten Geschichte der Schule dokumentiert sind, sowie eine Schreibmaschine, auf der solche Briefe wie in der Akte früher mühsam geschrieben wurden. Für viele Schülerinnen und Schüler ein echtes Aha-Erlebnis!
Bürgermeister Dag Wehner erläuterte noch einmal die Details der Sanierung, für die die Stadt Fulda in der Summe gut 11,5 Millionen Euro in die Hand genommen habe, und betonte: „Mit dieser umfassenden Sanierung schaffen wir nicht nur ein sicheres und energetisch zeitgemäßes Gebäude, sondern sichern auch seine langfristige Nutzbarkeit. Digitalisierung, Brandschutz, Energieeffizienz und Barrierefreiheit wurden nachhaltig verbessert, und die Turnhalle ist ein echtes Schmuckstück geworden.“ Kräftig investieren musste die Stadt insbesondere auch in die Dachkonstruktion inklusive Installation einer Photovoltaikanlage, in ein neues Heizungssystem, in neue Fenster und zum Teil auch in die Fassade. Wehners besonderer Dank galt nicht nur den beteiligten Planungsbüros und Firmen, sondern vor allem auch den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften: „Die Bauarbeiten mit Lärm und Schmutz fanden über vier Jahre hinweg zum großen Teil im laufenden Schulbetrieb statt. Aber Sie alle haben diese Herausforderungen und gut gemeinsam geschultert!“
Wie sehr sich die gesamte Schulgemeinde über das runderneuerte Gebäude freut, zeigte auch die große Anzahl an Eltern, die mit zur Feierstunde gekommen waren – du auch die Begeisterung, mit der die Schülerinnen und Schüler das Programm mitgestalteten: Die Grundstufe sang das Begrüßungslied „Schön, dass Du da bist“, die Jugendlichen aus der Berufsorientierungsstufe hatten eine Präsentation unter dem Titel „Superkraft: Schulgemeinschaft“ vorbereitet, die Mittelstufe führte das Theaterstück „Die Schatzkiste“ auf, das bereits beim Hessentags und den Fuldaer Schultheatertagen Premiere gefeiert hatte, und die Tanz-AG riss das Publikum mit fetzigen Melodien und Choreografien mit.
Hintergrund: Zur Geschichte der Brüder-Grimm-Schule
Die Brüder-Grimm-Schule ist eine Förderschule für den Förderschwerpunkt Lernen mit einer Abteilung Sprachheilförderung sowie einem sonderpädagogischen Beratungs- und Förderzentrum. Die Wurzeln der Schule reichen bis in die frühe Nachkriegszeit zurück, damals noch unter dem gemeinsamen Dach mit der Pestalozzischule. Untergebracht waren die Klassenräume unter anderem im heutigen jüdischen Gemeindezentrum in der Von-Schildeck-Straße. Erst 1970 erfolgte dann die Aufteilung in die – wie es damals hieß – „Sonderschule für Praktisch Bildbare“ (heute: Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung), die den Namen Pestalozzischule fortführte, und die „Sonderschule für Lernbehinderte“, die den Namen Brüder-Grimm-Schule erhielt und seither als eigenständige Schule auftritt. Beide Schulen erhielten Anfang der 1970er Jahre an der Abt-Richard-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zur schon vorhandenen Bardoschule zwei Schulneubauten, die nach den damals neuesten heilpädagogischen Gesichtspunkten geplant waren.
Nach dem Abzug der US-Soldaten aus dem Kasernengelände an der Haimbacher Straße 1994 ergab sich für die Stadt Fulda die Möglichkeit, die Gebäude der ehemaligen „Elementary School“ zu erwerben. Da die Bardoschule dringend Erweiterungsbedarf hatte, wurde ein Ringtausch angestoßen: Die Brüder-Grimm-Schule zog in die ehemalige US-Schule auf das Münsterfeld, und die Bardoschule konnte die freiwerdenden Gebäude an der Abt-Richard-Straße übernehmen. Die Brüder-Grimm-Schule startete zum Schuljahresbeginn 1996/97 dann in den frisch hergerichteten Räumen in der Carl-Schurz-Straße 42. 2003 fand dann eine Erweiterung um drei Klassenräume statt. In zwei dieser Erweiterungsräume befindet sich inzwischen die Mensa, die zum Schuljahresbeginn 2026/27 in Betrieb ging.
Heute besuchen gut 170 Schülerinnen und Schüler die Brüder-Grimm-Schule. Diese kommen nicht nur aus der Stadt Fulda, sondern auch aus Gemeinden des Landkreises Fulda. Noch eine Woche lang zeigt eine Ausstellung in der Aula der Schule wichtige Stationen der Schulgeschichte.
