Lokales FD 06.10.2026

Zu früh plakatiert – Freie Wähler verärgert – Fritzsch räumt Fehler ein

Großenlüder (gü) – Ärger bei den „Freien Wählern“ in Großenlüder. Sie werfen Bürgermeister Florian Fritzsch vor, seine Plakate für die Bürgermeisterwahl am 15. November schon am Samstagabend und damit ein paar Stunden früher als erlaubt aufgehängt zu haben und damit ihrer Kandidatin Viktoria Bullegato die „Logenplätze“ weggenommen zu haben. Fritzsch räumt ein, dass er und sein Team zu früh losgelegt haben, weist den Vorwurf, die „besten Spots“ besetzt zu haben, aber zurück.

Dieses Bild vom schon hängenden Wahlplakat von Florian Fritzsch machten die Freien Wähler am Samstagabend. Fotos: Freie Wähler.

Dieses und weitere Plakate ihrer Kandidatin Viktoria Bullegato wollten die Freien Wähler in der Nacht zu Sonntag aufhängen.

„Laut der Genehmigung war das Aufhängen der Wahlplakate ab Sonntag, 0.01 Uhr, erlaubt. So haben wir es verstanden“, erklärt Wilhelm Hartmann, Vorsitzender der „Freie Wähler“-Kreisvereinigung Fulda gegenüber Osthessen-Zeitung. „Seine Plakate wurden bereits gegen 19 und 20 Uhr aufgehängt, also deutlich vor Mitternacht. Das ist auch fotodokumentiert und belegt“, wirft er Fritzsch vor. Die „Freien Wähler“ werten das als Wettbewerbsverzerrung. „Er hat sich die Logenplätze gesichert. Wir wissen nicht, ob er eine Sondergenehmigung hatte“, sagt Hartmann weiter: „Wir hatten ebenfalls nur um eine Genehmigung gebeten. Sollte es eine Sondergenehmigung gegeben haben, wäre sie uns vorenthalten worden.“ Für Hartmann sei der Fall ein Beleg für etwas, dass er allgemein beobachte: „Die Politik hat ohnehin Probleme mit der Ehrlichkeit und das ist auch bei dieser Aktion der Fall.“

 

Fritzsch räumt zu frühen Start ein und weist Wettbewerbsverzerrung zurück

„Zu dem Vorgang kann ich zunächst klarstellen: Eine Sondergenehmigung für einen früheren Beginn der Plakatierung gab es nicht. Die Vorgabe der Gemeinde lautete, dass die Plakatständer ab dem 4. Oktober 2026 aufgestellt werden können. Dass mein Team bereits am Abend des 3. Oktober mit der Plakatierung begonnen hat, war damit nicht vereinbar. Das habe ich bereits eingeräumt und möchte es auch nicht anders darstellen“, sagt Fritzsch. Von einem Missverständnis im Sinne einer unklaren Vorgabe könne aus seiner Sicht ebenfalls keine Rede sein. Die zeitliche Vorgabe sei bekannt gewesen. „Der Grund für den Beginn am Vorabend war ein rein organisatorischer: Ich hatte am 4. Oktober bereits um 9 Uhr einen offiziellen Termin und war deshalb schon ab 8.30 Uhr unterwegs“, erklärt er: „Als parteiloser Kandidat wird mein Wahlkampf im Wesentlichen von meiner Familie und meinem engen Freundeskreis unterstützt. Diesen Menschen wollte ich nicht zumuten, mitten in der Nacht aufzustehen.“

Den Vorwurf, die „besten Spots“ dadurch besetzt zu haben, weist Fritzsch jedoch zurück und möchte da zwischen dem zeitlichen Vorsprung und einem tatsächlichen Wettbewerbsvorteil unterscheiden. „Durch die Plakatierung am Vorabend ist kein exklusiver Zugriff auf bestimmte Plakatflächen entstanden. An den entsprechenden Standorten konnten und können auch mehrere Plakate angebracht werden. Das ist nach meinem Kenntnisstand auch geschehen“, sagt er. Die genaue Zahl der am Samstagabend aufgehängten Plakate sei nicht dokumentiert. Sein Team und er seien in allen sieben Ortsteilen unterwegs gewesen. Je nach Größe des Ortsteils seien dort zwischen zwei und etwa 17 Plakate aufgehängt worden. Abschließend sagt Fritzsch: „Ich verstehe, dass der zeitlich frühere Beginn kritisiert wird. Er war nicht regelkonform und hätte so nicht erfolgen dürfen. Ich halte es aber für wichtig, daraus nicht den Eindruck entstehen zu lassen, es sei bewusst versucht worden, der Mitbewerberin die besten Plakatflächen wegzunehmen. Das war nicht das Ziel, und einen solchen exklusiven Vorteil hat es nach meiner Einschätzung auch nicht gegeben.“