„Wir leben in einem Land mit einer im Vergleich noch sehr hohen Dichte an Vereinen, ehrenamtlichen Organisationen und zivilem Engagement. Aber auch hier beobachten wir einen Rückgang", sagte Thomas Bobke, Organisator der Veranstaltung, in seiner Eröffnungsrede. Dies sei einerseits auf den demografischen Wandel zurückzuführen – es gäbe schlicht weniger junge Menschen, die den Vereinen beitreten könnten – hänge andererseits aber auch mit mangelnder Bereitschaft, sich einem Ehrenamt zu widmen, zusammen: „Allzu oft ist die erste Frage: 'Welchen Aufwand muss ich betreiben? Was bringt mir das?'". Zwar kenne er durchaus noch viele junge Menschen, die sich engagieren wollen, aber das Ehrenamt habe viel zu verlieren. Der Markt der Möglichkeiten solle daher auch in diesem Jahr wieder Menschen zusammenbringen, damit sie sich austauschen und neue Netzwerke entstehen.
Dass das Ehrenamt unabdingbar für eine funktionierende Demokratie sei, betonte Landtagsabgeordneter Günter Rudolph in seiner anschließenden Gastrede. Demokratie dürfe nicht einfach hingenommen werden, sondern müsse tagtäglich aktiv gelebt werden, und dafür müssen Menschen zusammengebracht und schon im Kindesalter an Verantwortung herangeführt werden. Außerdem müssen, damit Demokratie funktioniert, die Sorgen und Nöte der Menschen ernstgenommen und ein stabiles gesellschaftliches Fundament geschaffen werden. Bei alledem kann das Ehrenamt eine Schlüsselfunktion übernehmen. Daher müssten die Vereine und Gruppierungen aktiv gefördert werden, anstatt das Ehrenamt durch bürokratische Maßnahmen von staatlicher Seite unnötig zu erschweren. Der Markt der Möglichkeiten zeige laut Rudolph die beeindruckende Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in Fulda auf.
Nach der Eröffnung hatten die Besucherinnen und Besucher Zeit für einen Rundgang durch den Festsaal. Über 30 Gruppierungen stellten ihre Arbeit vor und beantworteten die Fragen der interessierten Gäste. Vertreten waren unter anderem die Ökumenische Bahnhofsmission, das Mütterzentrum, Pro Familia, "Fulda stellt sich quer", "Welcome In! Fulda", die Caritas und der Hospiz-Förderverein Fulda. Für musikalische Begleitung während des Rundgangs sorgte das Duo "Chris & me".
