Ursprünglich war ein Referent als Einstieg in den Abend vorgesehen, der leider absagen musste. So wurde der Abend mit Gedanken eröffnet, die unmittelbar zum Thema passten: „Manche Veränderungen lassen sich leicht auffangen. Andere bringen das ganze Leben durcheinander – etwa, wenn man selbst oder ein nahestehender Mensch psychisch erkrankt. Dann braucht es Menschen, die zuhören, mitdenken und mittragen", sagte Anke Kraft von der Jugend- und Familien-Hilfe der Vogelsberger Lebensräume.
Die einführenden Worte machten deutlich, worauf es im Umgang mit psychischen Erkrankungen ankommt: hinzuschauen, Verständnis zu zeigen und füreinander da zu sein. „Miteinander statt nebeneinander“ sei deshalb nicht nur das Motto der Aktionswoche des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit, sondern auch der zentrale Gedanke des Kinoabends, so die Sozialpädagogin.
Im Mittelpunkt stand der Film „Verflucht Normal“, der auf einer wahren Geschichte basiert. Er erzählt von John, der mit dem Tourette-Syndrom lebt und im Alltag häufig auf Unverständnis stößt. Durch Freundschaft, Akzeptanz und Unterstützung findet er schließlich den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Der Film zeigt auf eindrückliche Weise, wie wichtig ein verständnisvolles Umfeld ist und welchen Unterschied es machen kann, wenn Menschen nicht auf eine Erkrankung reduziert werden.
Der Kinoabend bot die Gelegenheit, sich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, mit denen Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen konfrontiert sind. Zugleich sollte die Veranstaltung dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und für einen offenen, respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren.
Organisiert wurde der Abend in Kooperation mit dem Krankenhaus Eichhof, den Vogelsberger Lebensräumen, dem Integrationsfachdienst IFD, dem Beratungszentrum Vogelsberg, dem Förderverein Psychiatrie Vogelsberg e. V. und dem Lichtspielhaus Lauterbach.
Die Veranstaltung machte deutlich: Seelische Gesundheit geht alle an. Ein offener Blick, gegenseitiges Verständnis und verlässliche Unterstützung können entscheidend dazu beitragen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen Teil der Gesellschaft bleiben und ihren eigenen Weg gehen können. Ganz im Sinne des Mottos: Miteinander statt nebeneinander.
