Zuhause läuft es weiterhin für die Sodener: „Respekt an die Mannschaft“ zollte Trainer Sead Mehic nach Abpfiff, und war beeindruckt von der ersten Hälfte, die sein Team spielte; „Gerade nach letzter Woche haben die Jungs den Schalter wieder umgelegt und ein richtig gutes Spiel gegen einen Gegner gemacht, der auch offensiv viel Qualität hat“. Indes schwankte SGB-Spielertrainer Sebastian Sonnenberger zwischen Enttäuschung über das Ergebnis und Stolz über die Spielweise: „Wir haben am Ende leider ein, zwei Tore zu einfach bekommen, und selbst zu wenig geschossen. Das ist schade, aber ich bin sehr stolz, wie wir hier zurückgekommen sind. Heute war mindestens ein Punkt drin“.
Anfangs war die SG Bad Soden klar am Drücker, vergab in den ersten Minuten schon gute Chancen, ehe Lukas Ehlert mit einem sehenswerten Heber aus 20 Metern für die Führung sorgte. Auch Sonnenberger erkannte an, „dass er das überragend“ machte, doch mit der Zeit kam dann auch der Barockstadt-Nachwuchs besser ins Spiel, der diesmal ohne Verstärkung von oben auskommen musste. Soden überstand ein paar brenzlige Szenen, ehe in eine große Druckphase der Gäste hinein Marcelo Nogueira nach Ehlert-Ecke dann das 2:0 köpfte. „Das war sehr ärgerlich, da haben wir uns schlecht verhalten“, bedauerte Sonnenberger. Auch einen Elfmeter hätte Fulda womöglich bekommen können, doch der Trainer wollte auf der Aktion nicht länger herumreiten: „Der Schiedsrichter hatte es anders interpretiert, aber das ist eben manchmal so“.
Mehic war zufrieden mit dem Auftritt bis dato, gab an, „dass wir endlich auch unsere Qualität in der Offensive wieder auf den Platz gebracht haben“. Das war auch beim 3:0 direkt nach dem Seitenwechsel sichtbar, als sich Spase Arsov klasse auf der linken Seite durchsetzte und Dennis Nix den Treffer auflegte.
Danach allerdings wendete sich das Blatt komplett – und die Gäste kamen schnell zum 1:3-Anschluss. Als etwas wie jugendlichen Leichtsinn beschrieb Sodens Trainer die Ursache für das, was dann passierte. „Der Gegner hat eben auch Qualität, und wir haben zweimal nicht aufgepasst und waren etwas unkonzentriert. Dann steht es nur noch 3:2 und jeder fragt sich, warum“. Durch den gerade eingewechselten Jonathan Sawatzky kam die SGB wieder ran und hatte noch 25 Minuten Zeit, doch noch etwas mitzunehmen. „Was wir da gespielt haben, war bärenstark“, lobte Sonnenberger. Auch nach der Ampelkarte gegen Merlin Poch in der Schlussphase habe sein Team nicht aufgesteckt und alles reingeworfen: „Wir haben Leidenschaft gebracht, es war ganz viel noch möglich“. Nur das eine Tor fehlte den Gästen am Ende, um einen womöglich verdienten Punkt einzufahren. Sodens Trainer Sead Mehic ergänzte zur Schlussphase: „In solchen Situationen spielen dann die Nerven eine größere Rolle als die Qualität. Das war zu sehen. Aber das gehört zur Entwicklung dazu. Nichts ist ein Selbstläufer. Jetzt heißt es Mund abputzen und Wunden lecken“.
Bad Soden: Ersöz; Nogueira, Nix, Shigeno, Fujinaga (55. Mehic), Kovac (82. Fiorentino), Ehlert, Ljutic (71. I. Memeti), Tanaka, Neil Molina (88. Higginbottom), Arsov (71. A. Memeti).
Barockstadt II: Boureanu; Hör, Novakovic, Fuchs, Trier (59. Sawatzky), Ma. Poch, Sonnenberger, N. Hartwig (87. Gkiergki), Erb, Me. Poch, Jackson (81. Balu).
Schiedsrichter: Sascha Bauer (Obermelsungen)
Tore: 1:0 Lukas Ehlert (14.), 2:0 Marcelo Nogueira (35.), 3:0 Dennis Nix (50.), 3:1 Timon Hör (54.), 3:2 Jonathan Sawatzky (65.)
Zuschauer: 160
Gelb-Rote Karte: Merlin Poch (Barockstadt II, 86.)
