Sodens Trainer Sead Mehic und seine Mannschaft können sich nicht wirklich einstellen auf das, was kommt: Die U23 der Barockstadt gleiche einer „Kinderüberraschung“, schmunzelt der Coach: „Man weiß nie, wer dabei ist. Deshalb müssen wir unsere Leistung bringen – nach dem unzufriedenstellenden Auftritt letzte Woche“, so Mehic nach dem 0:2 in Wabern. Zumindest setzte Soden in den vergangenen Jahren im Duell mit der SGB dies gut um: Fünf Verbandsliga-Vergleiche in Folge gingen an die Sprudelkicker, zuletzt sogar ein 6:1 im Mai dieses Jahres.
Selbst, wenn jemand deshalb den Sprudelkickern die Favoritenrolle zuschieben möchte, würden Mehic und Co. diese annehmen – die SGB steht aktuell zwar zwei Punkte vor Bad Soden, hat aber ein Spiel mehr absolviert und hat vor allem in der Fremde noch Probleme. „Wir müssen einfach Fußball spielen, unser Spiel durchbringen und wollen dabei die einfachen Dinge tun“, so Mehic, der auch Ballsicherheit einfordert: „Sicheres Passspiel haben wir zuletzt vermissen lassen. Wir müssen die Qualität, die wir haben, wieder abrufen“. Die Defensive soll gegen torgefährliche Fuldaer nicht vernachlässigt werden – erst recht nicht, nachdem Soden auch in Wabern dem Gegner wieder beim Toreschießen „geholfen“ hatte. Doch im Heimspiel wollen die Grün-Weißen natürlich auch nach vorne hin einiges zeigen. Im Kader bleibe Stand Mitte der Woche alles beim Alten, ergänzt der Coach, der also auf das gesamte Personal hoffen darf.
Die SGB wiederum kommt nach drei Heimsiegen am Stück mit breiter Brust, wie Spielertrainer Sebastian Sonnenberger verdeutlicht. 4:0, 10:2 und 2:1 hießen die Ergebnisse in Lehnerz, doch nun muss sich der Fuldaer Nachwuchs wieder auswärts beweisen: „Wir wissen, dass wir in Soden immer auf Granit gestoßen sind“, so der Coach: „Wir wollen alles reinwerfen. Kein Sieg in dieser Liga ist selbstverständlich“. Die Barockstadt habe aber ihre Qualitäten unter Beweis gestellt und ist mit der Ausbeute von 18 Zählern aus elf Partien nicht unzufrieden: „Wer hätte gedacht, dass wir in dieser Liga so dastehen? Wir freuen uns jetzt auf das Spiel. Solche Derbys spielt man dann auch gerne“, betont Sonnenberger. Der Trainerwechsel im Regionalliga-Team hätte derweil keinen Einfluss auf die U23, ergänzt er: „Das einzige ist die Verfügbarkeit. Wenn viele verletzt sind, können sie niemanden abstellen. Wenn viele fit sind, dann schon. Ich denke nicht, dass sich daran etwas ändern wird“.
Zum nächsten Punktspiel in Eichenzell schlägt wiederum am Sonntag (15 Uhr) der Lichtenauer FV bei der Britannia auf. Und die Gäste befinden sich in einer völlig neuen Situation: Erst vier Punkte nach zehn Spielen, damit Schlusslicht der Verbandsliga Nord. Der einzige Erfolg gelang beim 2:1 gegen Klei/Hun/Doh Mitte August, seither sind die Löwen ohne Dreier. Zumindest im Pokal gelang unter der Woche ein 4:0 gegen einen Kreisoberligisten – ähnlich wie die Eichenzeller, die sich beim 5:0 in Hofbieber Selbstvertrauen holten.
Das Pokalspiel hakte Trainer Marius Grösch schnell ab, war aber zufrieden, dass sich die Akteure, die zuletzt weniger Spielzeit bekamen, empfehlen konnten. „Es gibt in jedem Training und in jedem Spiel die Möglichkeit, sich anzubieten. Dann machen wir uns unsere Gedanken und stellen auf“. Am Sonntag wird es jedoch auch auf die Einstellung ankommen, mahnt der Coach: „Uns erwartet ein Gegner, den wir unbedingt schlagen wollen, aber dabei ist es unsere Aufgabe, die nötige Ernsthaftigkeit zu behalten. In unserer Situation dürfen wir auch gar nicht auf die Punkte oder die Tabelle schauen. Denn das sind eigentlich sogar die schwersten Spiele…“.
Den Negativlauf des LFV wollen Grösch und die Britannia natürlich mit einem eigenen Erfolg verlängern, wissen aber, dass die Gäste motiviert bis in die Haarspitzen anreisen werden. Vor allem der letzte Ausflug der Lichtenauer nach Osthessen hinterließ Spuren. Auch Grösch hatte mitbekommen, was in Lehnerz vor zwei Wochen passiert war: „Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn der Gegner vorher zehn Tore in einem Spiel kriegt. Keiner darf nur ansatzweise denken, dass das jetzt für uns ein Aufgalopp wird und das Spiel dadurch schon entschieden wäre. Wir brauchen diese Punkte und müssen uns unser Selbstverständnis weiter erarbeiten“.
Darüber hinaus steigen noch drei weitere Partien in Osthessen: Am Samstag spielt der SV Flieden schon um 14 Uhr gegen Vellmar, der SV Steinbach lädt am Sonntag zum Oktoberfest-Heimspiel gegen Wabern (15 Uhr) und die SG Bronnzell muss im ersten Heimspiel nach dem Trainerwechsel gegen Mitaufsteiger Schwalmstadt (15.30 Uhr) liefern. Das weiß auch Coach Johannes Ihrig: „Wir müssen auf jeden Fall jetzt Tagen folgen lassen auf dem Platz. An den Basics arbeiten wir, jetzt wollen wir rausgehen und einfach Fußball spielen“. Ihrig sehe, dass das Team die Lage verstanden hat und den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen möchte: „Ein Trainerwechsel ist immer blöd, Zlatko ist ein super Mensch und hatte einen super Draht zur Mannschaft. Auch für ihn wollen wir das wieder in die richtigen Bahnen bekommen“, so Ihrig, der auf Max Balzer verzichten muss. Hinter Lucian Arnold stehe noch ein kleines Fragezeichen, Diego Fromm ist hingegen nach Verletzung wieder zurück.
Verbandsliga Nord
Samstag
14 Uhr
SV Buchonia Flieden – OSC Vellmar
14:30 Uhr
SV Weidenhausen – FSV Wolfhagen
15 Uhr
SG Bad Soden – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II
SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – SG Calden/Meimbressen
Sonntag
15 Uhr
SV Steinbach – TSV 1900 Wabern
FC Britannia Eichenzell – Lichtenauer FV
FSV Dörnberg – Tuspo Grebenstein
15:30 Uhr
SG Bronnzell – 1. FC Schwalmstadt
