Die Dreierspielgemeinschaft aus Kleinalmerode, Hundelshausen und Dohrenbach, drei Stadtteile der Kleinstadt Witzenhausen östlich von Kassel, übernahm nach dem knappen 1:0-Sieg in Eichenzell am vergangenen Wochenende die Tabellenführung – Bad Soden kann diese zwar nicht streitig machen, im Falle eines Sieges aber bis auf zwei Punkte an den Primus heranrücken. „Sie haben in der letzten Spielzeit schon eine gute Rolle gespielt und sind ein sehr unangenehmer Gegner. Der Tabellenplatz spricht für sich, auch in diesem Jahr sind sie wieder gut dabei. Es ist eine gute Aufgabe für uns, sich mit einem solchen Team zu messen“, betont Sodens Coach Sead Mehic. An der üblichen Herangehensweise verändere sich jedoch nichts, betont der Trainer: „Das habe ich den Jungs auch im Training gesagt: Mit Halbgas reicht es in dieser Liga nicht. Dann passieren Dinge wie gegen Steinbach, dann kriegst du gegen starke Teams schnell drei oder vier Gegentore.“ Fehler dürfen passieren, das gehöre zur Entwicklung dazu – „aber es ist wichtig, dass wir daraus lernen und die sich nicht wiederholen. Man darf auch Spiele verlieren, aber es kommt auf die Art und Weise an.“ Vor allem in der Schlussphase habe der Auftritt gegen Steinbach gestimmt, was Mehic auch vor dem nächsten Spitzenspiel positiv stimmt. Personell wird der Übungsleiter wieder etwas improvisieren müssen: Daniel Neil Molina musste gegen den SVS bereits im ersten Durchgang raus, der für den Youngster eingewechselte Mirza Kovac ist nun ebenfalls angeschlagen – genau wie Spase Arsov kämpft der Bosnier noch mit einer Erkältung. Trainersohn Liam Mehic laboriert derweil an einer hartnäckigen Knöchelverletzung, auch er musste gegen Steinbach nach einer knappen Stunde ausgewechselt werden. „Aber es ist noch Zeit bis zum Wochenende. Und mit den Jungs, die uns zur Verfügung stehen, sehe ich uns gut aufgestellt“, bleibt Mehic positiv vor dem Duell beim Ligaprimus.
Vor einer ähnlich schweren Aufgabe steht die Eichenzeller Britannia am Wochenende: Es geht ans Chattenloh zum SV Adler Weidenhausen. Die Elf von Marius Grösch steht mit 15 Punkten aus 15 Spielen derzeit auf Rang 13 und damit auf einem direkten Abstiegsplatz, der SV Buchonia Flieden auf Platz zwölf ist bereits auf fünf Punkte enteilt – und die Eichenzeller haben dazu bereits eine Partie mehr ausgetragen als die Konkurrenz im Tabellenkeller. Trainer Marius Grösch ist dennoch positiv gestimmt, was die Aufgabe in Weidenhausen angeht. Das hängt nicht zuletzt mit dem Auftritt am vergangenen Sonntag gegen Kleinalmerode zusammen: Gegen den neuen Tabellenführer war die Britannia gut im Spiel, ließ sich auch vom Platzverweis gegen Jonas Nitz nach einer knappen Stunde nicht aus der Fassung bringen und zeigte insgesamt eine ansprechende Leistung. Unter dem Strich stand am Ende dennoch eine 0:1-Niederlage – weil die Eichenzeller zuvor zwei Mal am Aluminium scheiterten und in der Schlussphase David Heil den möglichen Ausgleich liegenließ. „Es wird darum gehen, eine gute Leistung auch endlich in Punkte umzuwandeln“, nimmt Grösch sein Team in die Pflicht: „Uns muss bewusst sein, dass das nur eine gute Leistung war, an deren Ende eine Niederlage stand. Wenn wir daraus jetzt schließen, dass wir gut drauf sind, werden wir sehr schnell vor Augen geführt bekommen, was los ist.“ Dennoch reise sein Team mit viel Selbstvertrauen ans Chattenloh, immerhin war die Britannia gegen Klei/Hun/Doh auch in Unterzahl mindestens ebenbürtig. „Wir müssen gut reinkommen und uns vor Augen führen, was uns gegen Kleinalmerode stark gemacht hat. Es geht um das Auftreten, und genau darauf liegt unser Fokus: Einerseits sind wir selbstbewusst und wissen, was wir können. Andererseits muss auch jedem klar sein, was für eine Körpersprache nötig sein wird, um dort etwas mitzunehmen. Wenn wir uns gegenseitig ein gutes Gefühl geben, bin ich positiv gestimmt.“ Personell plagen Grösch noch einige Fragezeichen vor dem Duell bei den Adlern, Jonas Nitz fehlt aber in jedem Fall gesperrt. „Bei Sardi Bardhushi steht noch eine Diagnose aus, er fühlt sich aber zumindest deutlich besser. Kurzfristig wird das wahrscheinlich noch nichts, aber wir drücken die Daumen“, erläutert der Spielertrainer. Vadim Schlager ist zudem gesundheitlich angeschlagen, hier soll das Abschlusstraining am Donnerstag abgewartet werden. Der langzeitverletzte Moritz Reith wird dagegen wohl erst in der Rückrunde wieder richtig einsteigen können.
Anders sind die Voraussetzungen einen Tag später in der Bronnzeller Heppeau, wo es zum Kellerduell zwischen der Viktoria und Calden/Meimbressen kommt (14.30 Uhr). Die Gastgeber warten nach dem Trainerwechsel von Zlatko Radic hin zu Johannes Ihrig nach wie vor auf den ersten Sieg unter dem neuen Übungsleiter – allerdings zeigte der Trend zuletzt deutlich nach oben: Schon gegen Rengershausen lieferte Bronnzell eine überzeugende Leistung ab und musste erst in letzter Minute den Ausgleich hinnehmen, und auch gegen Topteam Wolfhagen war beim 1:3 wesentlich mehr drin: „Auf diese Leistungen müssen wir aufbauen“, betont Ihrig: „Wenn wir die bringen, die Einstellung zu 100 Prozent passt, dann bin ich mir sicher, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden. Angesichts der Ausgangssituation ist es schon ein ‚Do or Die‘-Spiel, das kann man offen so sagen.“ Die Punkte braucht die Viktoria ohne Wenn und Aber: Neun Zähler und der vorletzte Tabellenplatz stehen zu Buche, Calden steht bei 13 Zählern – der mögliche Relegationsplatz ist bereits elf Punkte entfernt. „Calden ist ein schwer zu bespielender Gegner, sie sind eklig und immer für ein Tor gut – kassieren auf der anderen Seite aber auch genug“, analysiert der Bronnzeller Coach: „Diese Schwächen müssen wir ausnutzen. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist wirklich positiv, wir leben. Die Systemumstellung greift immer mehr, das muss sich jetzt auch in den Punkten widerspiegeln. Wir haben in den letzten Spielen an der einen oder anderen Stellschraube gedreht und guten Fußball gezeigt.“ Gerade die Spiele gegen Rengershausen und in Wolfhagen haben gezeigt, „dass wir auch gegen die Großen mithalten können. Wenn wir es auf den Platz bringen, können wir jeden schlagen“, schließt Ihrig selbstbewusst.
Von den hiesigen Teams ebenfalls im Einsatz sind der SV Steinbach und Buchonia Flieden: Der SVS steht am Sonntag beim Tabellenletzten Lichtenauer FV vor einer Pflichtaufgabe (15 Uhr), die Buchonia um Trainer Christian Kreß will tags zuvor die 1:3-Niederlage in Calden vergessen machen und den zuletzt etwas kriselnden TSV Wabern in die Knie zwingen.
Verbandsliga Nord
Samstag
14.45 Uhr
SV Buchonia Flieden – TSV 1900 Wabern
15 Uhr
FC Schwalmstadt – OSC Vellmar
Tuspo Grebenstein – Tuspo Rengershausen
SV Weidenhausen – FC Britannia Eichenzell
SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach – SG Bad Soden
Sonntag
14.30 Uhr
FSV Dörnberg – FSV Wolfhagen
SG Bronnzell – SG Calden/Meimbressen
15 Uhr
Lichtenauer FV – SV Steinbach
