Die Nordhessen warfen in der Nachspielzeit alles nach vorne, um sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen – und der Elf von Trainer Boris Bajic gelang tatsächlich noch der Ausgleich: Der ehemalige Barockstadt-Stürmer Hüseyin Cakmak kam in zentraler Position an den Ball, sein Abschluss war allerdings nicht wirklich gefährlich. Dennoch trudelte das Spielgerät über die Linie, weil ein Bronnzeller Spieler noch entscheidend abfälschte. „Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, haderte Bronnzells Coach Johannes Ihrig unmittelbar nach dem Abpfiff: „Wenn du unten drin stehst, brauchst du jeden Punkt. Insofern ist der Punkt natürlich was wert, aber drei wären eben Gold wert gewesen. Vor allem ist es bitter, durch so ein Gegentor noch den Ausgleich zu kassieren.“
Die Viktoria wähnte sich in der Schlussphase bereits auf der Siegerstraße: Vorangegangen war ein couragierter Auftritt, in dem die Gastgeber gegen die favorisierten Nordhessen sogar phasenweise das bessere Team waren. Tim Horenkamp, der unmittelbar nach dem Seitenwechsel noch den Ausgleich vom Elfmeterpunkt vergeben hatte, traf nach knapp 70 Minuten zum verdienten 1:1: Eine Flanke von Diego Fromm verwertete der 33-Jährige in der Mitte stehend, Horenkamp musste nur noch den Fuß hinhalten (67.). Und es sollte aus Bronnzeller Sicht sogar noch besser kommen: Der eingewechselte Etienne Breitenbach hielt zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit aus über 25 Metern einfach mal drauf, der ansonsten überragende Moritz Schunke im Rengershausen-Tor war bei seinem Gewaltschuss absolut chancenlos (88.) – das letzte Wort hatte dann allerdings Cakmak, der der Viktoria die drei Punkte auf den letzten Metern noch entriss.
Den besseren Start in die Partie konnte Rengershausen für sich verbuchen: Gerade einmal 120 Sekunden waren gespielt, als Benedikt Ihrig im Kasten der Gastgeber zum ersten Mal hinter sich greifen musste – die Viktoria war mit den Gedanken scheinbar noch in der Kabine, als eine Flanke auf den zweiten Pfosten Patrick Krengel fand, der die Nordhessen mutterseelenallein und in aller Ruhe in Führung bringen konnte – der Tuspo belohnte sich damit vorzeitig für eine starke Anfangsphase, denn auch nach dem frühen 1:0 war Rengershausen die aktivere Mannschaft. Bronnzell fand mit zunehmender Spieldauer allerdings immer besser in die Partie und kaufte dem Aufsteiger langsam aber sicher den Schneid ab.
Die Ihrig-Elf tat sich zunächst aber schwer, Großchancen herauszuspielen – immer wieder fehlte der letzte Pass. Die beste Möglichkeit hatte Jan-Niklas Jordan per Freistoß, den Tuspo-Keeper Moritz Schunke mit einer Glanztat gerade noch so aus dem Winkel kratzen konnte. „Abgesehen von den ersten 15 Minuten haben wir wirklich gut gespielt“, bilanzierte Bronnzell-Trainer Johannes Ihrig abschließend: „Rengershausen ist vom Kader her eigentlich das Non-plus-ultra in der Liga, wir hatten sie bis zum Schluss am Rande einer Niederlage. Irgendwann müssen wir aber dreifach punkten. Heute man gesehen, wenn wir unsere Leistung bringen, können wir jeden schlagen. Das ist das, was wir heute mitnehmen müssen.“
Bronnzell: Ihrig; Schneider, Lilly, Pecks, Breunung, Weiß, Jordan, Horenkamp, Arnold, Ruppel, Fromm
Rengershausen: Schunke; Kutzner, Trump (46. Lanatovitz), Akman, Mandowski, Dag, Böyükata, Krengel, Boukhoutta, Büyükata, Sommerfeld
Schiedsrichter: Lennart Probst (Kinzenbach)
Tore: 0:1 Patrick Krengel (2.), 1:1 Tim Horenkamp (67.), 2:1 Etienne Breitenbach (88.), 2:2 Hüseyin Cakmak (90.+1)
Zuschauer: 100
Verschossener Foulelfmeter: Tim Horenkamp (46., Bronnzell) – Moritz Schunke hält
