Besonders in Krisenzeiten seien kleine Stiftungen, die sich in Entwicklungsländern einsetzen, unverzichtbar. Große Hilfsorganisationen könnten nicht überall präsent sein, sie konzentrierten oft sich auf die bekannten Krisengebiete. Aber nicht nur dort wird dringend Hilfe benötigt. Die Thomas Engel Stiftung unterstützt notleidende Kinder und Familien in Ecuador und Tansania, besonders aber in Eswatini, vormals Swasiland, dem kleinen, im Süden Afrikas gelegenen Binnenstaat mit 1,2 Millionen Einwohnern, von denen circa 60 Prozent unter der absoluten Armutsgrenze von 2,15 USD pro Tag (entspricht etwa 1,85 Euro) leben. Die Stiftung hilft in dem weniger beachteten Land mit Nahrung, Bildung und medizinischer Grundversorgung und hat somit bisher mehr als 17.000 Kindern nicht nur geholfen zu überleben, sondern ihnen auch bessere Perspektiven für ihre Zukunft ermöglicht.
„Grundsätzlich haben kleinere Stiftungen wie die Thomas Engel Stiftung gegenüber großen Organisationen den Vorteil, näher bei den Menschen zu sein und deshalb zielgerichteter helfen zu können. Sie kennen das Umfeld, auch durch ihren Kontakt vor Ort, sehr genau. Gemeinsam mit den einheimischen Menschen erarbeiten sie auf partnerschaftlicher Basis Lösungen, die auch langfristig helfen“, erläutert die Thomas Engel Stiftung die Vorzüge. Kleinere, gut geführte, professionell arbeitende Stiftungen, zu denen sich die Thomas Engel Stiftung zählt, seien effizienter und demzufolge sei der Wirkungsgrad von Spendengeldern höher. So wie die Fuldaer Stiftung werden auch viele andere Stiftungen ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern getragen. Sie reisen sogar auf eigene Kosten in die Hilfsgebiete.
Die Thomas Engel Stiftung kritisiert jedoch die mangelnde Würdigung der Arbeit durch die öffentliche Hand: „Das Beantragen öffentlicher Fördermittel ist hochbürokratisch und mit Hürden versehen, die zumindest teilweise völlig unnötig sind. Folge ist, dass diese Gelder für kleinere Stiftungen unerreichbar sind. Sie können und wollen sich kein kostspieliges, aus hauptamtlich tätigen Fachkräften bestehendes Fördermittelmanagement leisten. Der ‚Tag der Stiftungen‘ sollte auch die zuständige, auf Bundes- und EU-Ebene angesiedelte Politik dazu animieren, die Kriterien der Vergabe von Fördermitteln zu überdenken und zu optimieren, gerade in einer Welt zunehmender Krisen und knapper werdender Ressourcen.“
Die Thomas Engel Stiftung hat bisher nach eigenen Angaben mit mehr als drei Millionen Euro geholfen. Das Geld kam von Partnerorganisationen, zum Beispiel der Möwenweg Stiftung von Hamburgs einziger Ehrenbürgerin Kirsten Boie, dem Rotary Club Wörthsee und dem Haimbacher Sportverein, von zahlreichen privaten Spendern und von den drei Fördervereinen mit mehr als 200 Mitgliedern, wie den „Freunden der Thomas Engel Stiftung Fulda“, die mit viel Aufwand zahlreiche Veranstaltungen organisieren. Dazu zählt auch das beliebte, am 21. November im Fürstensaal des Stadtschlosses Fulda stattfindende Konzert „Ovationen – Pop meets Klassik“.
