Fußball 26.10.2026

Stellungnahme der Hessen-Teams: Kompassmodell ist unausgereift

Osthessen (pm/pf) – Meister müssen aufsteigen! Für die hessischen Vertreter in der Regionalliga Südwest ist klar: Wer eine Liga als Meister abschließt, muss das Aufstiegsrecht in die nächsthöhere Spielklasse erhalten. Eine Meisterschaft muss sportlich etwas wert sein. Deshalb braucht es eine faire und bundesweit tragfähige Lösung. Das teilen die aktuellen Regionalligisten aus Hessen Kickers Offenbach, KSV Hessen Kassel, TSV Steinbach-Haiger, FSV Frankfurt und SG Barockstadt Fulda-Lehnerz in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

Symbolfoto: Görlich Media

Die aktuell diskutierten Reformmodelle sind aus Sicht der hessischen Clubs allerdings noch nicht ausreichend in der Tiefe ausgereift. Bevor weitreichende Entscheidungen getroffen werden, müssen die sportlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Auswirkungen transparent dargestellt und die verschiedenen Modelle fundiert miteinander verglichen werden. Eine Reform dieser Tragweite darf nicht auf Grundlage ungeklärter Eckpunkte beschlossen werden.

Ein Kritikpunkt der hessischen Vereine ist dabei, dass aufgrund der geografischen Lage bisher im diskutierten Kompassmodell nicht ausgeschlossen werden kann, dass die hessischen Vereine aus ihrem angestammten Verbandsgebiet auseinandergerissen werden. Das würde einen Verlust an attraktiven Spielen bedeuten. Und das ist auch nicht im Sinne der Fans, die sich auf packende Duelle und Derbys freuen. Exemplarisch sind besonders die hohen Zuschauerzahlen in den Derbys zwischen Frankfurt und Offenbach oder das Hessenderby zwischen Kassel und Offenbach zu nennen.

Gleichzeitig weisen die hessischen Vereine die Darstellung entschieden zurück, die hessischen Vereine oder die Regionalliga Südwest wollen eine Reform verhindern. Die Regionalliga Südwest hat für den Reformprozess bereits 2018 bereits einen weiteren Aufstiegsplatz zur Verfügung gestellt, um eine Lösung zu ermöglichen. Auch hat die Regionalliga Südwest bereits viele Schritte zur Professionalisierung des Spielbetriebs unternommen und eine über mehrere Landesverbände hinweg tragfähige Struktur entwickelt, die im diskutierten Kompassmodell nicht angemessen berücksichtigt wird. Andere Ligen hatten ebenfalls über Jahre Zeit, tragfähige Konzepte zu entwickeln. Es kann nicht sein, dass nun der Eindruck entsteht, die Regionalliga Südwest müsse die Probleme anderer Regionen lösen. Eine Reform gelingt nur gemeinsam – und nicht, indem einzelne Beteiligte pauschal zum Hindernis erklärt werden.

Auch die wirtschaftlichen Folgen müssen umfassend betrachtet werden. Die angekündigten 40.000 Euro pro Verein klingen zunächst positiv. Als Lockmittel taugen sie dennoch nicht: Ohne Offenlegung der künftigen Kostenstrukturen unter dem Dach des DFB und der zusätzlichen Verpflichtungen für die Vereine lässt sich nicht seriös beurteilen, ob daraus tatsächlich ein finanzieller Vorteil oder möglicherweise eine Mehrbelastung entsteht. Entscheidend ist, was unter dem Strich übrig bleibt.

Klar ist, die hessischen Regionalliga-Vereine sind bereit, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken. Voraussetzung dafür sind ein transparentes Verfahren, belastbare Zahlen und die ergebnisoffene Prüfung aller Modelle.

Die Position der hessischen Clubs ist klar: Meister müssen aufsteigen! Hessische Vereine, wie Kassel und Offenbach sind bereits Opfer der ursprünglichen Regelung nach der Regionalligareform 2012 geworden, nach der Meister nochmal in Relegationsrunden antreten müssen und letztlich nicht aufgestiegen sind. Das untermauert den Willen der hessischen Vertreter, an einer Lösung zu arbeiten. Der Weg zu einem neuen Modell braucht jedoch ein durchdachtes, sportlich gerechtes und wirtschaftlich tragfähiges Konzept, dass auch die regionale Verbundenheit zum jeweiligen Landesverband beinhaltet – statt vorschneller Festlegungen und einseitiger Schuldzuweisungen.