Lokales FD 11.10.2026

Steinwand feiert „die größte Kirmes in der Rhön“ – Viel los – Fotos

Steinwand (sk) – Blauer Himmel, herbstlicher Sonnenschein und der bunt geschmückte Baum direkt unterhalb der Kletterfelsen: Nach der krachenden Rocknacht am Samstag steuerte die 46. Zeltkirmes am Sonntagnachmittag auf ihren traditionellen Höhepunkt zu. Der vollbesetzte Festplatz bewies eindrucksvoll, dass das dörfliche Brauchtum unter der Steinwand die Menschen mobilisiert.

Foto: Stefan Krug.

Unter den Augen von hunderten Schaulustigen und flankiert von den Abordnungen befreundeter Kirmesgesellschaften zogen die Paare am Nachmittag an den Baum. Angeführt von Plookönig Claudius Jestädt und Königin Jana Gensler wurde der traditionelle Dreireihentanz aufgeführt. Walzer, Rheinländer und Polka wurden von den Aktiven mit Stolz nicht auf Parkett, sondern auf den Asphalt gelegt, was das Publikum mit lautstarkem Applaus quittierte.

Einen besonderen Glanzpunkt setzten die humorvollen Festreden, beginnend mit Bürgermeisterin Alexandra Ballweg, die in Reimform die dörfliche Gemeinschaft feierte und dabei auch dem Wetter trotzte. Mit Blick auf die Wolken stellte die Rathauschefin unter dem Beifall der Gäste klar, dass die Rhöner Quellen den Regen genauso brauchen wie der Kirmesbursch den Hopfen, weshalb im Zweifelsfall einfach im Zelt zünftig weitergefeiert werde. Mit einem Augenzwinkern knöpfte sich die Bürgermeisterin zudem die Kirmesburschen Claudius Jestädt und Felicius Mihm vor, die im vergangenen Winter bereits die Fastnachts-Burg im Sturm erobert hatten und nun auf der Steinwand den nächsten Thron bestiegen: „Da frag ich mich als Bürgermeisterin ganz cool: Wollt ihr als nächstes auf meinen Stuhl?“ Ein Sonderlob gab es für den unermüdlichen Zusammenhalt des gesamten Dorfes, der seit der Wiederbelebung der Tradition im Jahr 1981 das unumstößliche Fundament des Festes bilde. „Ob am Grill, hinter der Theke oder beim Kuchenbacken – wenn Steinwand feiert, packen alle Generationen mit an“, unterstrich Ballweg, bevor sie die Menge aufforderte, es „uff de Steinwand“ ordentlich krachen zu lassen.

Schon Tradition ist es, dass Pfarrer Jörg Stefan Schütz mit einem gemeinsamen Lied zur Kirmes kommt. So tönte dann vielstimmig der Refrain „Wir feiern Kirmes, weil das so schön ist. Wir singen Lieder, und alle schunkeln mit“ durch die Rhön. Ortsvorsteher Christian Mans sorgte mit Milch schon einmal für den nächsten Morgen vor, „denn Milch macht müde Männer munter“. Landrat Bernd Woide beließ es bei einem kurzen Grußwort „für die tolle Dorfgemeinschaft hier oben in Steinwand“. Solcher Zusammenhalt sei das, was die Rhöner ausmache.

Richtig viel zu tun hatte Claudius Jestädt nach der Polka bei der Versteigerung des Kirmesbaums. Erst bei rund 1100 Euro konnte Lars Schleicher aus Mosbach sich als Meistbietender freuen. Anschließend verlagerte sich das Geschehen zurück ins beheizte Zelt. Bei Kaffee, hausgemachtem Kuchen und kühlen Getränken wurde die Rhöner Geselligkeit großgeschrieben. Für die passende, stimmungsvolle Unterhaltung am Nachmittag sorgte Sabine Hohmann, die genau den richtigen Ton traf, um die Feierlaune im Zelt hochzuhalten. Das Fazit stand schon vor dem abendlichen Ausklang fest: Die Zeltkirmes in Steinwand bleibt auch im 39. Jahr ihres Bestehens ein absoluter Publikumsmagnet. Und zumindest sich selbst sehen die Steinwänder als größte Kirmes in der Rhön und zeigen das auch auf der Vereinskleidung – mit dem Hinweis, dass kein anderer Ort eine Gemarkungsfläche von rund 1500 Hektar erreiche.