American Football 27.10.2026

Saints stellen Führung neu auf: Drei Köpfe übernehmen Verantwortung

Fulda (sim) – Drei Meisterschaften, viele Jahre Verantwortung und jede Menge Herzblut für den American Football in Fulda: Frank Zinkand-Schreiner hat die Fulda Saints über Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt. Nun ist für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, einen Schritt zurückzutreten. Ganz loslassen will er seinen Verein aber nicht. Stattdessen soll künftig ein Führungstrio die Geschicke der Saints lenken – mit einer klaren sportlichen Vision und dem großen Ziel GFL 2 vor Augen.

Nils Möller und Frank Zinkand-Schreiner. Foto: tomafocus

„Ich bin sehr stolz auf das, was wir aus den Saints gemacht haben und was wir erreicht haben“, sagt Zinkand-Schreiner rückblickend. Drei erfolgreiche Meisterschaften stehen für eine Zeit, in der er viel Verantwortung getragen hat. Doch neben dem Football gibt es auch ein Leben abseits des Spielfelds. Berufliche und familiäre Verpflichtungen hätten zuletzt immer mehr Zeit und Kraft beansprucht. Deshalb habe er für sich entschieden, kürzerzutreten und seine Prioritäten neu zu ordnen.

„Nach Jahren in der Führungsrolle ist es an der Zeit, dass etwas frischer Wind ins System kommt“, erklärt der bisherige General Manager. Der Schritt sei für ihn persönlich notwendig gewesen, aber keineswegs ein Abschied im Streit oder ein Rückzug aus dem Vereinsleben. Die Entscheidung habe sich lange angekündigt, sodass genügend Zeit geblieben sei, die Nachfolge vorzubereiten. Als Vorstandsverantwortlicher bleibt Zinkand-Schreiner den Saints erhalten. Auch künftig will er seine Erfahrung einbringen und den neuen Verantwortlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nur das operative Tagesgeschäft liegt künftig nicht mehr bei ihm.

Die Verantwortung verteilt sich nun auf drei Schultern: Nils Möller, Maximilian Rausch und Headcoach Jonas Heck, den alle nur „JJ“ nennen. Statt einer einzelnen Person an der Spitze setzen die Saints künftig auf eine gleichberechtigte Führung. Alle drei sollen gemeinsam Entscheidungen treffen und die Entwicklung des Vereins vorantreiben.

Einer von ihnen ist Nils Möller, der die Saints längst nicht mehr nur als Spieler kennt. Seit fünf Jahren gehört er zum Team. Sein Weg führte ihn zunächst auf das Spielfeld, wo er in der Defensive spielte. Zuvor hatte er während seiner Zeit in Stuttgart bereits erste Berührungspunkte mit American Football gesammelt. Den entscheidenden Anstoß, bei den Saints vorbeizuschauen, gab schließlich seine Frau. „Und dann bin ich nicht wieder weggekommen“, erzählt Möller.

Aus dem Spieler wurde nach und nach jemand, der auch abseits des Feldes Verantwortung übernahm. Vor etwa einem Jahr engagierte er sich verstärkt im Merchandising. Nun wartet mit der Führungsrolle eine deutlich größere Aufgabe. Warum er sich dieser stellt, kann Möller trotzdem schnell erklären: „Das Team ist mir wahnsinnig ans Herz gewachsen.“

Als klar geworden sei, dass die Verantwortung neu verteilt werden müsse, habe er nicht lange gezögert. Er habe sich nicht davor drücken wollen, einen wichtigen Beitrag zur Zukunft des Vereins zu leisten. Dazu kommt das sportliche Ziel, das die Saints antreibt: die GFL 2. „Das wollte ich mitgestalten“, sagt Möller.

Die neue Aufgabe bringt allerdings einiges mit sich. Es gebe viel einzuarbeiten, viele Abläufe zu verstehen und zahlreiche Entscheidungen zu treffen. Dass die Verantwortung künftig auf drei Personen verteilt ist, soll dabei helfen. „Wir haben alle das gleiche Stimmrecht und die Rollen gar nicht aufgeteilt. Wir sind alle drei gleichberechtigte Abteilungsleiter“, erklärt Möller. Die Aufgaben, die Zinkand-Schreiner zuvor weitgehend allein getragen hat, sollen damit künftig gemeinsam bewältigt werden.

Dass der Wechsel nicht bedeutet, plötzlich ohne Unterstützung dazustehen, ist für Möller ein wichtiger Punkt. Zinkand-Schreiner bleibe ansprechbar und werde dem neuen Führungsteam weiterhin helfen. Auch von der SG Johannesberg komme die notwendige Unterstützung. „Wir haben Hilfe von allen Seiten, auch wenn es aktuell viel ist“, sagt Möller. Die drei Verantwortlichen müssten mit ihren Aufgaben wachsen – und könnten dabei auf ein Umfeld bauen, das den Verein weiterbringen wolle.

Eine Veränderung gibt es für Möller zunächst vor allem neben dem Spielfeld. Denn als Spieler möchte er den Saints noch erhalten bleiben. Mindestens eine weitere Saison plant der 37-Jährige ein. Wann für ihn der Zeitpunkt gekommen ist, die Footballschuhe endgültig an den Nagel zu hängen, lässt er offen. Momentan überwiegt die Vorfreude auf die neue Herausforderung – organisatorisch wie sportlich.

Denn mit der angestrebten GFL 2 wartet auf die Saints ein großes Projekt. Der nächste Schritt wäre nicht nur sportlich anspruchsvoll, sondern würde auch organisatorisch einiges verlangen. „GFL 2 ist so riesig, das verlangt Unterstützung“, sagt Möller. Die neue Führungsstruktur ist deshalb mehr als eine personelle Veränderung. Sie soll die Grundlage dafür schaffen, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und den Verein für die kommenden Herausforderungen aufzustellen.

Für Zinkand-Schreiner ist es derweil ein Schritt zurück, ohne die Verbindung zu den Saints zu verlieren. Für Möller, Rausch und Heck beginnt eine neue Phase mit viel Verantwortung und großen Zielen. Der Verein, der in den vergangenen Jahren bereits Meisterschaften feiern konnte, will den nächsten Entwicklungsschritt gemeinsam angehen. Und auch wenn künftig drei Köpfe die Richtung vorgeben, bleibt der Antrieb derselbe: die Fulda Saints weiter voranzubringen.