Fußball 17.10.2026

Regionalliga - SGB verliert 0:3 bei Freiberg: „Das Ergebnis ist zu hoch“

Heilbronn (sim) – Drei Gegentore, kein eigener Treffer und trotzdem ein Trainer, der seiner Mannschaft nach dem Abpfiff den Rücken stärkt: Die SG Barockstadt hat beim Fußball-Regionalliga-Spitzenreiter SGV Freiberg mit 0:3 (0:1) verloren. Vor 1014 Zuschauern musste sich die Mannschaft von Miroslav Jagatic geschlagen geben. Mit dem Ergebnis war der Trainer alles andere als zufrieden. Aus seiner Sicht hatte die Barockstadt über weite Strecken gut dagegengehalten, sich für ihren Aufwand aber nicht belohnt. Vor allem die Chancenverwertung machte den Unterschied.

Foto: Christine Görlich.

Dabei begann die Partie mit einem frühen Rückschlag. Bereits in der zehnten Minute brachte Justin Steinkötter die Gastgeber in Führung. SGB-Keeper Weisbäcker hatte zuvor bereits gegen Steinkötter pariert, auch bei einer weiteren gefährlichen Aktion war der Schlussmann gefordert. Wenig später hatte Minos Gouras eine gute Möglichkeit, setzte den Ball aber am Pfosten vorbei. Die Barockstadt musste zunächst viel gegen den Ball arbeiten, fand mit zunehmender Spielzeit jedoch besser ins Spiel und setzte selbst offensive Akzente. „Wir haben uns eine Menge vorgenommen. Wir haben ein komplett anderes Gesicht gezeigt. Die Jungs wollen, das haben sie im Training gezeigt“, erklärte Trainer Miroslav Jagatic nach der Partie.

Kurz vor der Pause wurde es im Strafraum noch einmal aufregend: Nach einer Standardsituation forderte die SGB einen Elfmeter, doch Schiedsrichter Marc Heiker ließ weiterspielen. Jagatic ärgerte sich über die Entscheidung: „Danach haben wir einen ganz klaren Elfmeter, den wir nicht bekommen.“ Umso bitterer sei es gewesen, dass die eigene Unachtsamkeit zuvor sofort bestraft worden sei.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Barockstadt dran und suchte den Ausgleich. Eine Szene hob Jagatic dabei besonders hervor: „Wenn Sarpei dann das 1:1 macht, sieht es anders aus.“ Doch der Treffer fiel nicht – stattdessen schlug Freiberg in der Schlussphase zu. In der 71. Minute erhöhte der eingewechselte Marlon Mustapha auf 2:0, fünf Minuten später stellte Paul Polauke den Endstand her. Damit nutzte der Spitzenreiter seine Möglichkeiten konsequenter und machte das Ergebnis deutlicher, als es Jagatic dem Spielverlauf nach für gerecht hielt.

„Die wurden nervös, weil sie keine Möglichkeiten haben. Aber dann kommt die individuelle Klasse – 2:0. Das dritte ist dann ein Geschenk“, sagte Jagatic. Entsprechend deutlich fiel sein Urteil über das Resultat aus: „Das Ergebnis ist viel zu hoch und spiegelt überhaupt nicht den Spielverlauf wider. Alle, die dabei waren, haben es gut gemacht. Kannst keinem erklären, wie du hier 0:3 verlierst.“

Ein positives Zeichen setzte aus seiner Sicht auch Torhüter Weisbäcker, der erstmals in diesem Jahr zwischen den Pfosten stand. Im Torwartteam der Barockstadt herrsche ein guter Konkurrenzkampf, unterstrich Jagatic: „Wir haben einige gute Torhüter, da entscheidet die Trainingsleistung.“ Weisbäcker habe im Training überzeugt und könne der Mannschaft möglicherweise einen zusätzlichen Impuls geben. Auch beim dritten Gegentreffer sei die Situation unglücklich gelaufen. „Das kann aber passieren“, sagte Jagatic, der seinem Schlussmann keinen Vorwurf machen wollte.

Statt die Mannschaft nach der Niederlage zu kritisieren, hob der Trainer die positiven Ansätze hervor. „Bis auf die Chancenverwertung ist viel Positives dabei. Da kann so ein Ergebnis kippen. Die Jungs haben das gut gemacht. Warum soll ich ihnen das madig reden?“, sagte er. Entscheidend sei nun, an diese Leistung anzuknüpfen und vor dem Tor konsequenter zu werden. „Der letzte Baustein wird die Chancenverwertung sein. Die Chancen müssen wir nutzen, damit das Momentum mal kippt“, erklärte Jagatic.

Seine Mannschaft habe auch vor den vergangenen Begegnungen daran geglaubt, etwas mitnehmen zu können. Nun müsse sich dieser Glaube endlich in Punkten auszahlen. Die Niederlage in Freiberg ist zwar ein weiterer Rückschlag, für Jagatic aber kein Grund, die Arbeit der vergangenen Tage infrage zu stellen. Die Leistung sieht er als Grundlage – jetzt muss sich die Barockstadt dafür auch belohnen.

Heilbronn-Freiberg: Grawe, Faleu, Polauke, Laupheimer, Martin, Steinkötter, Lee, Gouras, Latteier, Biankadi, Ballo

Barockstadt: Weisbäcker; Habermehl, Pomnitz, Sarpei (84. Hahn), Dittmann, Frey, Schmitt, Elekwa (75. Wähling), Kraft, Lokay (68. Iljazi) Ivankovic

Schiedsrichter: Marc Heiker (Kürnbach)

Tore: 1:0 Justin Steinkötter (10.), 2:0 Marlon Mustapha (71.), 3:0 Paul Polauke (76.)

Zuschauer: 1014.