„Sehr positiv“ hat Miroslav Jagatic auch die bisherige Woche wahrgenommen, die als Vorbereitung auf sein erstes Heimspiel als Trainer der SGB dient. „Wir haben natürlich eine Nachbereitung vom Homburg-Spiel gemacht, aber im Training hat man die Motivation absolut gemerkt“. Es ist weiterhin vieles neu, jeder will sich natürlich beweisen – und Jagatic gibt an, „dass wir natürlich auch aufpassen müssen, nicht zu überpacen. Wir wollen mit guten Trainingsleistungen und vielen Gesprächen dafür sorgen, dass wir am Wochenende gewappnet sind“.
In der digitalen Pressekonferenz am Donnerstagmorgen hakte der Coach die vielzitiert PK in Homburg auch endgültig ab – auch, dass er als Interimstrainer bezeichnet wurde, war kein Thema mehr: „Erlebt habe ich sowas insgesamt noch nicht, aber das kann ja mal passieren. Wir müssen uns alle auf unseren Job vorbereiten, aber vielleicht sind nicht alle Infos durchgedrungen. Außerdem sind nach dem Spiel immer Emotionen dabei“. Wenn man sich wiedersehe, müsse man sich die Hand geben können, so Jagatic: „Ich bin da nicht nachtragend“.
Es wartet mit dem VfR Aalen am Samstag der bisher beste Aufsteiger der Regionalliga Südwest: Zehn Spiele und 18 Punkte stehen auf dem Konto der Schwarz-Weißen, die zuletzt den FSV Frankfurt mit 4:1 nach Hause schickten und vorher auch am Bieberer Berg gewonnen hatten. Ähnlich wie Homburg sieht Jagatic auch den kommenden Gegner als spielstark an: „Sie haben ein Wechselspiel mit verschiedenen Ebenen, eine brutale Rotation und auch individuelle Klasse, technische Fähigkeiten, und schenken keinen Ball her. Die Herausforderung wird sein, dagegenzuhalten, und unsere eigenen Tugenden rausholen“. Die SGB habe den Gegner nach eigenem Ermessen „sehr gut analysiert“ und möchte die Zeit nutzen, „um bis zum Spieltag 100 Prozent bereit zu sein“. Ob das auf Keanu Kraft zutrifft, ist unsicher: Er konnte Anfang der Woche kaum trainieren, versuchte das eine oder andere, und steigt erst am Donnerstag wieder ein. Bei Sebastian Schmitt sieht es hingegen gut aus, er könnte wohl auch wieder Startelf-Option sein, während Milian Habermehl von seiner Gelbsperre zurückkehrt.
„Wir wollen die Stärken stärken“, so die Marschroute von Jagatic, die für das ganze Umfeld gelte. Dabei mithelfen soll auch das Publikum, wie er bei seinem Debüt schon merkte. „Die Fans fahren die Strecke und pushen uns, das war Wahnsinn. Das muss zuhause auch gegeben sein. Wir brauchen für das Fußballerische als auch für die Psyche jede Unterstützung“.
Als die SGB letztmals auf Aalen traf, hieß das Trainerduell an der Seitenlinie übrigens Sedat Gören gegen Markus Pflanz – zweieinhalb Jahre ist es her, damals stand ein 0:0. Beide Mannschaften haben aber mit ihren Gesichtern von damals nur noch wenig zu tun, und dort, wo der VfR an jenem Saisonende stand, möchte die SGB nächsten Sommer keinesfalls stehen. Dafür sollen nun die nächsten kleinen Schritte getan werden, so Jagatic: „Wir haben gemeinschaftlich gut verteidigt, aber natürlich haben wir im Übergangsspiel noch Luft nach oben“. Auch gegen Aalen will die Barockstadt wieder „aus der eigenen Ordnung herausspielen und nach vorne Ideen haben“. Womöglich gelingt dann ja der erste Heimsieg – für Jagatic und auch für die SGB in dieser Saison.
Osthessen-Zeitung ist natürlich auch am Samstag wieder live dabei und berichtet vom Spiel in der Johannisau. Der Ticker startet wie gewohnt gegen 13.45 Uhr. Karten gibt es noch im Online-Ticketshop der SGB und gestreamt wird die Partie wieder bei Leagues.
