Fußball 02.10.2026

Regionalliga – Jagatic setzt beim Debüt auf den Überraschungseffekt

Fulda (pf) – Sportlich ist es keine einfache Situation, in die Miroslav Jagatic kommt: Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz steht in der Fußball-Regionalliga Südwest auf dem vorletzten Rang, ist seit acht Spielen ohne Sieg und will nun nach dem Trainerwechsel die berühmt-berüchtigte Reaktion zeigen. Vor allem setzt der neue Trainer am Samstag (14 Uhr) beim FC 08 Homburg aber auf den Überraschungseffekt.

Gemeinsam raus aus der Krise: Die SG Barockstadt reist nach Homburg. Foto: Christine Görlich

Bei seiner offiziellen Vorstellung am Donnerstag machte es Jagatic kurz und knapp: „Wir werden Homburg nicht unterschätzen, aber wollen sie überraschen“. Mehr ließ er sich zum Gegner nicht entlocken, machte aber auch keinen Hehl daraus, dass es in der aktuellen Situation erstmal nur um die SG Barockstadt gehe: Der neue Trainer möchte nicht alles auf den Kopf stellen, sondern vielmehr über die persönliche Ebene gehen: „Wir müssen uns gegenseitig abholen, miteinander sprechen. Bevor wir uns ein Fundament gebaut haben, brauchen wir nicht über den Gegner zu reden“. Die ersten Gespräche mit dem Mannschaftsrat sind bereits geführt worden, das erste Training hatte Jagatic am Mittwoch geleitet und dabei positive Eindrücke gesammelt.

Nicht nur in der Mannschaft, sondern auch im Trainerteam und Verein möchte der 50-Jährige, dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt ist, niemand „überladen“ werde. Und Jagatic sieht in jedem einzelnen individuelle Qualitäten, die er schätzt. „Positiv verrückt“ habe er beispielsweise Co-Trainer Yasin Kocatepe wahrgenommen: „Wir kannten uns gar nicht wirklich, haben aber einfach angefangen, über Fußball zu sprechen“. Der Trainer möchte jedem Wertschätzung schenken, und besonders den Spielern wieder die eigenen Qualitäten vor Augen halten. Eklig als Gegner sein, aber auch fußballerisch wieder in die Spur finden – das soll der SGB künftig auf dem Platz gelingen.

Vor allem Mentalität und auch Intelligenz nehme der Trainer im Team wahr – und ist überzeugt, dass der Ernst der Lage jedem bewusst sei. Die Negativ-Serie zuletzt unter Vorgänger Daniyel Cimen betrachtet Jagatic aber auch von menschlicher Seite: „Es ist normal, dass der Kopf irgendwann mal zumacht“. Die Enttäuschung in der Mannschaft sei spürbar gewesen, doch auf der anderen Seite sei sie lernwillig und aufnahmefähig. Alle Seiten möchten langfristig und erfolgreich zusammenarbeiten. Am Erfolg zweifelte Jagatic zumindest bei seiner Vorstellung nicht: „Wir werden unsere Ziele erreichen“, machte er deutlich, bat aber darum, dem gesamten Team Zeit zu geben.

Taktisch wie auch personell mochte sich der Coach noch nicht in die Karten schauen lassen, was das Auswärtsspiel am Samstag beim Tabellensiebten angeht. Klar ist jedoch, dass Tobias Göbel mit seiner Knieverletzung länger fehlen wird, während Sebastian Schmitt zumindest dosiert trainieren konnte und Ende der Woche noch eine Wasserstandsmeldung abgeben wolle. Keeper Maxi Weisbäcker konnte nach einer Entzündung im Fuß zuletzt wieder voll mittrainieren. Jagatic schloss aber mit Blick auf die personellen Möglichkeiten im Kader, und auch mit Blick auf die Mission Klassenerhalt, die in Fulda verfolgt wird, selbstbewusst: „Wenn wir irgendwo eine offene Tür sehen, werden wir durchgehen“. Selbstredend hat der neue starke Mann an der Fuldaer Seitenlinie verinnerlicht, dass das Glas immer halbvoll ist. Auch in der aktuellen sportlichen Situation.

Gegner FC Homburg wiederum legte im September eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage hin, verlor dann aber zuletzt mit 0:1 beim TSV Steinbach Haiger. Nun gibt Miroslav Jagatic als fünfter Trainer der SG Barockstadt unter diesem Vereinsnamen, nach Alfred Kaminski, Sedat Gören, Yasin Kocatepe (interimsmäßig) und Daniyel Cimen sein Debüt im Homburger Waldstadion. Osthessen-Zeitung begleitet das Spiel natürlich wie gewohnt – der Liveticker wird am Samstag gegen 13.45 Uhr starten. Gestreamt wird das Spiel wieder auf der Plattform Leagues.