Fußball 05.10.2026

Regionalliga – Jagatic lobt Staff: „Verstehen uns menschlich super“

Fulda (pf) – Die Eindrücke des ersten Punktspiel-Wochenendes von Miroslav Jagatic als neuem Cheftrainer der SG Barockstadt waren positiv – sowohl sportlich als auch menschlich. Der Punkt in Homburg beendete zumindest auch vorerst die Ergebnis-Krise der SGB in der Fußball-Regionalliga Südwest, und Jagatic kann viele Dinge benennen, auf die sich aufbauen lasse.

Haken dran ans erste Spiel, Blick nach vorne: Miroslav Jagatic verbuchte den ersten – gewonnenen – Punkt als Fuldaer Cheftrainer. Foto: Pascal Fischer

Dass das Glas immer halb voll ist, machte Miroslav Jagatic schon in seinen ersten Tagen als neuer Barockstadt-Trainer deutlich – und ließ sich das auch von einem Reporter aus dem Saarland nicht ausreden, der dem Gäste-Coach auf der Pressekonferenz quasi eine Entschuldigung dafür entlocken wollte, dass sein Team einen Punkt entführt hat. Dass das in Homburg aber keine Selbstverständlichkeit sei, konterte Jagatic und hatte dann auch den Pressesprecher des FCH neben sich, der die PK beschloss, als der Medienvertreter dem Fuldaer Trainer immer wieder ins Wort fiel.

„Schnee von gestern“, startet Jagatic mit seinem Team in die neue Woche und möchte nur das Positive in den Vordergrund stellen: „Natürlich müssen wir intern auch Dinge ansprechen und den Finger in die Wunde legen, wenn es nötig ist. Aber wir können auf vielen Dingen aufbauen, und das ist nicht nur eine Floskel. Die Mannschaft hat alles reingeworfen“. Das galt auch unter anderem für Sebastian Schmitt, der vorab etwas angeschlagen war, aber nach seiner Einwechslung funktionierte. Aussetzen mit dem Training muss dagegen zu Wochenbeginn erstmal Rechtsverteidiger Keanu Kraft, der einen Schlag auf den Spann abgekommen hatte, wie der Coach informiert.

Eine Nachbereitung gehört auch bei Jagatic dazu, die er im ersten Training der Woche mit seinem Team vornehmen werde. Dabei verlassen kann er sich auf den gesamten Staff: Co-Trainer, Torwarttrainerteam, Videoanalysten, Physios, sportliche Leitung, Vorstand, Management, Fans – alle gehören für ihn genauso wie die Mannschaft dazu. Auch das betonte der neue Chefcoach noch am Samstag nach dem Spiel. „Alle haben einfach Lust auf die ganze Sache und arbeiten akribisch. Wie wir miteinander kommunizieren und uns auch menschlich super verstehen – ohne das geht es nicht“. Sei es Analyst Senouci Allam, der wie schon vorher detailbesessen ist, oder Co-Trainer Yasin Kocatepe, mit dem Jagatic direkt „auf einer Wellenlänge“ war – der Coach ist gut aufgenommen worden und angekommen. Und verspürt, „dass jeder mithelfen will“. Dabei sei Jagatic kein Alleinunterhalter, sondern Teil des Ganzen: „Es wäre fatal, wenn wir irgendjemanden einschränken würden. Wir sind noch dabei, uns zu finden, keine Frage. Aber die ersten Eindrücke sind super“.

Das gilt auch für seine Mannschaft, die er absolut lernwillig schon in den ersten Einheiten sah. „Es kommt nichts von heute auf morgen, das muss uns bewusst sein“, so Jagatic. Doch Schritt für Schritt soll es in die richtige Richtung gehen. Der erste Schritt war gemacht, und schon wandert der Fokus weiter auf die Trainingswoche und den nächsten Gegner VfR Aalen. „Es bleibt ja nicht viel Zeit, wir haben keine Vorbereitung zusammen, sondern müssen die Sinne schärfen und an unseren Prinzipien arbeiten. Es ist einfach wichtig, dass wir bei uns bleiben und uns nicht nach anderen richten“. Unter anderem fordert der Trainer dabei ein, „dass wir nach Ballgewinnen nicht die Bälle wieder schnell verlieren“ – einer von wenigen Kritikpunkten, die es nach dem Homburg-Spiel gab. Selbstredend hatte Jagatic, der sich in den nächsten Tagen und Wochen weiter viel Raum für die Gespräche mit seinen Spielern nehmen und sich „rantasten“ möchte, aber mehr das Positive gesehen: „Ganz verhindern kannst du Torchancen für den Gegner im Fußball nicht – es darf bloß kein Tor passieren. Das hat die Mannschaft gut gemacht, alles reingeschmissen, und auch schon gezeigt, was fußballerisch in ihr steckt“.