Gar nicht unzufrieden war Miroslav Jagatic nach Abpfiff und leitete sein erstes Fazit ein: „Die Jungs haben sich diesen Punkt heute verdient, haben alles in die Waagschale geworfen. Auf Homburger Seite ist enorme Qualität vorhanden – wir haben auch Qualität, aber müssen sie erstmal wieder voll abrufen. Aber von der kämpferischen Einstellung haben wir heute alles getan und den Punkt gut verteidigt“.
Bei seinem Debüt wechselte SGB-Trainer Jagatic zweimal im Vergleich zum 1:5 in Mannheim, als der Coach noch Daniyel Cimen hieß: Drini Miftari ersetzte den gelbgesperrten Milian Habermehl in der Abwehrkette, und Nicolas Wähling durfte offensiv für Moritz Reinhard ran. Das Waldstadion erlebte eine insgesamt ereignisarme erste Hälfte ohne die ganz großen Torchancen – beide Coaches dürften zumindest mit der Defensivarbeit ihrer Mannschaften einverstanden gewesen sein. Die SGB ließ anfangs zwei Abschlüsse von Nicolas Andermatt zu, die Jannik Horz entschärfte beziehungsweise das Ziel verfehlten. Der FCH hatte zwischenzeitlich mehr Vorwärtsdrang, doch zur Halbzeitpause hin erarbeitete sich auch Fulda Offensivaktionen. Roko Ivankovic prüfte FCH-Keeper Weyand erstmals (35.), kurz darauf hatte auch Sebastian Schmitt noch einen Abschluss, der wenige Minuten zuvor für Keanu Kraft eingewechselt worden war.
Zur Pause nutzte Jagatic seine zweite Wechseloption und brachte Reinhard für den blassen Elekwa aus taktischen Gründen in die Spitze, doch es ging zunächst so weiter, wie es vor der Halbzeit aufgehört hatte. Für beide Teams im letzten Drittel kaum ein Durchkommen – dann sorgte ein Standard für die Homburger Führung: Den Eckball klärte Fulda zunächst, rückte dann zu langsam raus, die Halbfeldflanke fand Manuel Feil, der einlief und für Marc Ehrhart querlegte (54.). Damit war das Spiel wachgerüttelt und es ging Schlag auf Schlag: Manu per Kopf und Eichhorn mit seinem Schuss verpassten das 2:0 für den FCH, danach schlug die SGB wie aus dem Nichts zurück und war selbst plötzlich super drin im Spiel: Ein Chipball von Aaron Frey über die Kette reichte, Moritz Dittmann, der tags zuvor seinen 24. Geburtstag feierte, startete durch und machte die Partie wieder offen (60.). Sowohl Dittmann als auch Kevin Hillmann hätten direkt nachlegen können, doch auch Fulda verpasste das schnelle zweite Tor.
Am Ende überzeugte die SGB mit Leidenschaft und brachte den Punkt nach Hause. Und Jagatic wollte sich keinesfalls dafür entschuldigen müssen, dass die Fuldaer schon etwas davon erkennen ließen, dass sie Fußball spielen, aber gleichzeitig „eklig“ sein wollen: „Jeder hat sich reingehauen und wollte dabei sein“, sprach er dem Kader ein Lob aus. Das zeigte sich auch bei Keanu Kraft, der sich trotz Verletzung am Anfang bis zur Auswechslung durchbiss, und auch bei Kevin Hillmann, der etwas angeschlagen durchzog. Auch die Vorgabe, aus der Kompaktheit heraus umzuschalten, setzte seine Mannschaft schon ordentlich um. Natürlich werde das Standard-Gegentor angesprochen, und auch die Ballsicherheit im Spiel nach vorne ist noch ausbaufähig, doch Jagatic schloss den Einheitstag erstmal damit ab, „nicht da Haar in der Suppe zu suchen“, sondern wolle auf die Leistung und den Punktgewinn aufbauen.
FC Homburg: Weyand; Manu, Andermatt, Qenaj (74. Celik), Joachims, Ehrhart, Eichhorn, Günther-Schmidt (74. Jörg), Feil, Steinmetz, Steinhart.
Barockstadt: Horz – Kraft (31. Schmitt), Miftari, Frey, Hillmann – Sarpei – Dittmann (89. Lokaj), Ivankovic, Pomnitz, Wähling (73. Iljazi) – Elekwa (46. Reinhard).
Schiedsrichter: Timo Bugglin (Weil am Rhein)
Tore: 1:0 Marc Ehrhart (54.), 1:1 Moritz Dittmann (60.)
Zuschauer: 1322
