Der TAF (The Actiondance Federation) ist ein eigenständiger Verband mit anderen Bewertungskriterien, neuen Wertungsrichtern und einem starken Teilnehmerfeld. Für die Tänzerinnen bedeutete das, sich auf eine ganz neue Wettkampfsituation einzulassen. Die Aufregung war entsprechend groß. Fast fühlten sie sich zurückversetzt zu ihrem
allerersten Turnierauftritt überhaupt.
Erfolgreicher Ausflug auf neues Terrain
Dass sich der Mut gelohnt hat, zeigen die Ergebnisse eindrucksvoll. Beim Deutschland Cup erreichte Hannah Rützel im Schau Solo den siebten Platz. Die Smallgroup der TSG Künzell ertanzte sich mit ihrer Choreografie „Sirenen – Voices of the Deep“ einen hervorragenden sechsten Platz. Bei der Deutschen Meisterschaft setzte Hannah noch einen drauf: In der Disziplin Acrobatic Solo sicherte sie sich den dritten Platz und darf sich damit Trize-Deutsche-Meisterin nennen. Für Hannah, die bereits im zweiten Jahr in dieser Disziplin im TAF an den Start ging, ist dieser Erfolg ein besonderer Meilenstein. Ein weiteres Highlight: Mit ihrer Leistung sicherte sie sich die Qualifikation zur Weltmeisterschaft, die Anfang Dezember 2026 in Polen stattfinden wird. „Man trainiert, arbeitet an sich und versucht, bei jedem Auftritt noch ein bisschen besser zu werden. Aber wenn dann bei einer Deutschen Meisterschaft tatsächlich ein Platz auf dem Treppchen dabei herauskommt, ist das schon etwas ganz Besonderes“, lautet Hannahs Bilanz.
Einmal ins kalte Wasser – und gleich zweimal auf die Bühne
„Wir wollten bewusst einmal über den Tellerrand hinausschauen. Neue Erfahrungen sammeln, uns mit anderen Tänzerinnen messen und herausfinden, wo wir mit unserer Leistung stehen. Dass wir dabei solche Ergebnisse erzielen würden, macht uns natürlich unglaublich stolz“, berichten die Trainer Franziska und André Meder. Besonders ungewohnt war für die Tänzerinnen der Wettkampfmodus. Anders als bei den Turnieren, die sie bisher kannten, gab es eine Sichtungsrunde und anschließend eine Finalrunde. Das bedeutete: zweimal auftreten, zweimal die Nerven behalten und die eigene Leistung auf den Punkt abrufen. Doch genau darin lag auch eine Chance. „Man kann gleich seine Fehler wieder gut machen und hat wie eine zweite Chance, sich zu verbessern“, erzählt Ida Siegel erschöpft, aber sichtlich stolz.
Auch die Gruppengröße machte den Wettbewerb zu einer besonderen Erfahrung. Während im Schautanz Charakter häufig Gruppen mit 15 bis 20 Tänzerinnen auf der Bühne stehen, besteht eine Smallgroup – wie der Name schon sagt – aus deutlich weniger Tänzerinnen. Bei der TSG Künzell waren es fünf. Dadurch rückt jede einzelne Tänzerin stärker in den Fokus der Wertungsrichter. Jeder Schritt, jede Bewegung und jedes Detail zählen. „Mit fünf Tänzerinnen auf der Bühne kann sich niemand verstecken. Jede Einzelne trägt Verantwortung für das Gesamtbild. Das ist anspruchsvoll, aber genau darin liegt auch die Stärke einer Smallgroup: Wenn alle zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen können, entsteht etwas ganz Besonderes“, erwähnt Theresa Pircher, Mittänzerin der Smallgroup.
Ein kleines Team mit großem Mut
Die Reise nach Marl trat die Gruppe mit drei Autos an: fünf Tänzerinnen, zwei Eltern, zwei Trainer und drei Fans machten sich gemeinsam auf den Weg. Was auf den ersten Blick nach einer kleinen Delegation klingt, war für alle Beteiligten ein großes Abenteuer. Denn neben den sportlichen Leistungen standen vor allem der Zusammenhalt, der Mut und die Freude daran, etwas Neues auszuprobieren, im Mittelpunkt. Die Teilnahme beim TAF war für die Tänzerinnen nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Erfahrung. Neue Gegner, andere Wertungsmaßstäbe und ungewohnte Abläufe forderten sie heraus und eröffneten ihnen gleichzeitig neue Perspektiven.
„Uns ist wichtig, dass die Mädels nicht nur Pokale sammeln. Sie sollen lernen, mutig zu sein, sich etwas zuzutrauen und auch dann weiterzumachen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Genau solche Erfahrungen bringen sie tänzerisch und persönlich weiter“, so der Gedanke hinter diesen großen Schritt. Und während die Eindrücke der vergangenen Wochen noch verarbeitet werden, geht der Blick bereits nach vorne: Die Vorbereitungen für die neue Saison im DVG laufen weiter. Gleichzeitig wächst die Vorfreude auf das nächste große Abenteuer – die Weltmeisterschaft in Polen. Denn eines haben Hannah und die Smallgroup der TSG Künzell in den vergangenen Wochen bewiesen: Wer den Mut hat, die eigene Komfortzone zu verlassen, kann über sich hinauswachsen.
Ohne Unterstützung geht es nicht
Damit solche Erlebnisse und sportlichen Erfolge überhaupt möglich sind, braucht es neben Engagement und Trainingsfleiß auch finanzielle Unterstützung. Wettkampfgebühren, Fahrten, Kostüme und die gesamte Organisation stellen Vereine und Familien immer wieder vor Herausforderungen. Die TSG Künzell ist deshalb besonders dankbar für ihre Sponsoren und Unterstützer, die den Tänzerinnen den Rücken stärken an den TAF Meisterschaften 2026 und solche zusätzlichen Wege nach Lahr und Marl möglich machen. Ein besonderer Dank gilt Allianz Versicherung Jonas Heller, Birkenbach Transporte, Orexes und JD Lackiererei, die die Arbeit des Vereins und die sportliche Entwicklung der Tänzerinnen fördern.
