Vom Experiment zum festen Gottesdienstformat
Der erste AAAndere Gottesdienst wurde 2006 gefeiert. Vorausgegangen waren zwei Jahre intensiver Vorbereitung in einem kleinen Team. Schon bei der Premiere kamen Elemente zum Einsatz, die für das Format prägend werden sollten. Zum Thema Passion wurde ein Musikclip von Michael Jackson gezeigt. In den vergangenen 20 Jahren fanden insgesamt 111 AAAndere Gottesdienste statt. Zeitweise wurden bis zu sieben Gottesdienste pro Jahr vorbereitet, inzwischen sind es in der Regel vier bis fünf. Jeder Gottesdienst wird eigens zu einem Thema entwickelt. „Der AAAndere Gottesdienst ist jedes Mal ein Gesamtkunstwerk“, sagt Pfarrer Stefan Bürger. „Viele Teams arbeiten zusammen und bringen ihre Zeit und ihre Fähigkeiten ein. Ohne diese ehrenamtliche Power wäre dieses Gottesdienstformat nicht denkbar.“
Ehrenamtliche Power hinter jedem Gottesdienst
Rund 15 bis 20 Ehrenamtliche wirken jeweils bei der Vorbereitung und Durchführung mit, insgesamt gehören den verschiedenen Teams fast 40 Menschen an. Dazu zählen das Team für Gastfreundschaft und Catering, die Moderation, die Technik, die Kreuzkirchenband und das Kindergottesdienstteam. Das Jubiläumsmotto „Nicht nur dabei!“ würdigt deshalb auch die Menschen, die den Gottesdienst seit vielen Jahren aktiv mitgestalten. Der AAAndere Gottesdienst beginnt bewusst erst um 11 Uhr. Seine drei Leitgedanken lauten „Ausschlafen, Aufatmen, Aufeinander zugehen“. Zum Konzept gehört, dass Besucherinnen und Besucher nicht nur einen Gottesdienst erleben, sondern anschließend bei einem Buffet miteinander ins Gespräch kommen können. „Menschen sollen im Gottesdienst aufatmen und nicht frustrierter nach Hause gehen, als sie gekommen sind“, erklärt Bürger. „Genauso wichtig ist uns die Begegnung. Kirche entsteht nicht nur beim Zuhören, sondern auch dort, wo Menschen aufeinander zugehen.“
Ein Angebot auch für seltene Gottesdienstbesucher
Mit regelmäßig etwa 100 bis 120 Besucherinnen und Besuchern wird der AAAndere Gottesdienst ungefähr dreimal so stark besucht wie ein durchschnittlicher Sonntagsgottesdienst der Gemeinde. Rückmeldebögen zeigen, dass nicht nur Mitglieder der Kreuzkirchengemeinde teilnehmen. Auch katholische Gäste sowie Menschen aus anderen evangelischen Gemeinden oder von außerhalb Fuldas kommen zu den Gottesdiensten. Besonders stark vertreten ist die Altersgruppe zwischen 30 und 55 Jahren. Viele geben an, dass sie sonst eher nie oder nur selten Gottesdienste besuchen. Die Themen der vergangenen Jahre waren vielfältig. Ein Gottesdienst setzte sich mit Suizid und den Erfahrungen betroffener Familien auseinander. Bei Läufergottesdiensten wurden Frühstück, Gottesdienst und ein gemeinsamer Lauf miteinander verbunden. Weitere Gottesdienste beschäftigten sich mit der Generation Y, griffen das Buch eines Speakers mit dem Titel „Nein“ auf oder knüpften an einen gemeinsam angesehenen Film an. Einige Male waren Gastpredigerinnen und Gastprediger eingeladen. Die meisten thematischen Beiträge gestaltete Pfarrer Bürger.
„Ein Triple A im besten Sinne“
Im Verlauf der Jahre haben sich Formen und Schwerpunkte verändert. Persönliche Segnungen, kurze Impulse für Kinder und Rückfragen aus der Gemeinde zur Predigt gehörten zeitweise zum Ablauf. Seit einigen Jahren erweitert der YouTube-Livestream die Reichweite des Gottesdienstes. „AAA hört sich zunächst vielleicht ein wenig nach ‚AA‘ an. Aber aus den drei Buchstaben ist längst eine Marke geworden. Sie stehen für einen außergewöhnlichen und besonderen Gottesdienst, für ein Triple A im besten Sinne“, sagt Pfarrer Stefan Bürger.
