Lokales FD 21.10.2026

Rettungswache in Flieden: Notfallversorgung im Südkreis stärken

Flieden – Von Janosch Hensel – Im medizinischen Notfall zählt jede Minute. Seit Anfang des Jahres steht deshalb bereits ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes rund um die Uhr in Flieden bereit. Bislang ist die Rettungswache allerdings nur eine Übergangslösung. Das soll sich ändern: Am Mittwoch ist auf dem Gelände hinter der TV-Turnhalle der symbolische Spatenstich für einen dauerhaften Standort erfolgt. Im kommenden Jahr soll die neue Rettungswache ihren Betrieb aufnehmen.

Die Mitglieder des DRK und zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft trotzten beim Spatenstich am Mittwochnachmittag Wind und Wetter. Foto: Janosch Hensel

Die zusätzliche Station soll die rettungsdienstliche Versorgung im südlichen Landkreis stärken und insbesondere die Anfahrtswege verkürzen. Für Fliedens Bürgermeister Christopher Gärtner ist die Lage des neuen Standorts dafür ideal. Von der Königreichallee aus könnten die Einsatzkräfte schnell in beide Richtungen ausrücken und die verschiedenen Ortsteile erreichen. „Was passt besser zu einer Lebensader als eine Rettungswache des DRK?“, betonte Gärtner beim Spatenstich. Die neue Wache sei auch deshalb wichtig, weil es bei Rettungseinsätzen längst nicht immer um lebensbedrohliche Situationen gehe. „Da geht es dann nicht um Leben und Tod, aber es geht vor allen Dingen ums Leben“, sagte der Bürgermeister.

Übergangslösung wird zum dauerhaften Standort

Seit dem 1. Januar 2026 ist bereits ein Rettungswagen rund um die Uhr in Flieden stationiert. Die zunächst provisorische Rettungswache ergänzt die bestehenden Standorte in Neuhof und Lütter. Die Erfahrungen der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass der Standort gebraucht werde, sagte Gärtner. Auch DRK-Präsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg unterstrich die Bedeutung des Projekts. „Wir brauchen die medizinische Versorgung“, sagte sie beim Spatenstich. Sie freue sich, dass in Flieden nun eine neue Rettungswache aufgebaut werde und die Menschen in der Gemeinde damit auch künftig schnelle Hilfe erhalten könnten. Gleichzeitig blickte Schenck zuversichtlich auf den neuen Standort: „Wir wünschen dieser Rettungswache viel Glück, besonders den Menschen, die mit dem Rettungswagen abgeholt werden, und freuen uns, dass Flieden diese Sicherheit hat für die Zukunft.“

2,2 Millionen Euro Bauvolumen

Auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück soll eine Rettungswache mit zwei Fahrzeugstellplätzen entstehen. Neben dem regulären Rettungswagen ist ein Ersatzfahrzeug vorgesehen. Hinzu kommen Funktions- und Sozialräume für die Einsatzkräfte. Das DRK rechnet derzeit mit einem Bauvolumen von rund 2,2 Millionen Euro. „Wir haben hier ein Bauvolumen von 2,2 Millionen angesetzt und ich hoffe, wir halten das auch ein“, schmunzelte Christoph Schwab, Vorstandsvorsitzender des DRK Fulda. Das große Grundstück sei dabei bewusst gewählt worden. Ein Teil der Fläche könne künftig als Erweiterungsfläche dienen. „Wir haben hier eine dynamische Entwicklung im Rettungswesen“, erklärte Schwab. Die Zahl der Rettungswachen und die Anforderungen an die Infrastruktur hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Deshalb müsse auch über einen langen Zeitraum geplant werden. „Wir denken ja eher in Jahrzehnten“, sagte Schwab. Das Grundstück stellt der TV Flieden zur Verfügung. Schwab dankte dem Verein für die Überlassung der Fläche und der Gemeinde für die schnelle und konstruktive Zusammenarbeit. Auch die Gemeinde beteiligt sich an den notwendigen Arbeiten – unter anderem muss die Zufahrt zum neuen Standort hergestellt werden.

Grundstück bringt besondere Herausforderungen mit sich

Für Architekt Alexander Wuttke begann die Planung bereits vor mehr als einem Jahr. Das Grundstück sei allerdings nicht ganz einfach zu bebauen. Teile der Fläche liegen im Überschwemmungsgebiet, zudem mussten ökologische Aspekte berücksichtigt werden. „Wir haben vor Ort verschiedene Aspekte berücksichtigen müssen, um im ökologischen Sinne überhaupt hier bauen zu dürfen“, erklärte Wuttke. Unter anderem seien Ausgleichsmaßnahmen notwendig. Bäume und Hecken sollen gepflanzt werden, damit der ökologische Wert der Fläche trotz der Bebauung erhalten bleibt. Bei der Planung habe es drei zentrale Anforderungen gegeben: Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Ökologie. Die Rettungsfahrzeuge sollen möglichst schnell ausrücken können – deshalb wird die Fahrzeughalle nah an der Königreichallee angeordnet. Von dort sollen die Einsatzfahrzeuge direkt auf die Straße gelangen können.

Baugenehmigung steht noch aus

Ganz abgeschlossen ist die Planung noch nicht. „Wir warten noch auf die Baugenehmigung und dann wollen wir zügig anfangen“, betonte Wuttke. Ziel sei es, im Laufe des kommenden Jahres in die neue Rettungswache einzuziehen. Auch der Landkreis Fulda spielt bei dem Projekt eine zentrale Rolle. Die Planung des Rettungsdienstes erfolgt über das Gesundheitsamt. Schwab dankte deshalb ausdrücklich dem Landkreis und dem ärztlichen Leiter Dr. Matthias Kalmbach, der beim Spatenstich den Landkreis vertrat. Neben dem hauptamtlichen Rettungsdienst soll auch das Ehrenamt weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Schwab verwies auf die Fliedener DRK-Bereitschaft und das Jugendrotkreuz, die seit Jahrzehnten in der Gemeinde verankert seien. Gerade bei größeren Schadenslagen oder Sanitätsdiensten bei Veranstaltungen sei die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt von Bedeutung.

Spatenstich in Flieden. Fotos: Ian Robinson