Lokales FD 07.10.2026

Nach Vandalismus: Erster antonius-Honig von neuen Völkern geerntet

Fulda (pm/gü) – „Wir machen weiter, jetzt erst recht.“ Mit diesem Satz hatte Julius Zeidler, der Leiter des Schulbienenprojekts von antonius, allen Honigliebhabern Hoffnung auf neuen Honig gemacht, nachdem die Bienen des Projekts vor einigen Monaten Vandalismus zum Opfer gefallen waren. Diese Hoffnung kann nun endlich erfüllt werden. Von acht neuen Bienenvölkern konnte das Schulbienenteam der Arbeitsschule Startbahn die diesjährige Sommer- und Frühjahrestracht ernten, die nun für Sie zum Verkauf bereitsteht.

Das Team des Schulbienenprojekts um Julius Zeidler (rechts) freut sich, dass die Honigproduktion weitergehen kann. Fotos: Hanna Literski / antonius

Ende 2025 wurden sechs Bienenkästen von antonius von unbekannten Personen zerstört, sodass alle Bienenvölker im letzten Winter tragischerweise erfroren. Laut Julius Zeidler sei der Schulzenberg bei Haimbach, das damalige Zuhause der Bienen, schon lange von Vandalismus und illegalen Partys geprägt. Jedoch sei vorher noch nie etwas unternommen worden, sodass erst dieser Vorfall Aufmerksamkeit auf die Probleme gelenkt habe. Nach der Zerstörung der Bienenstöcke waren deswegen nicht nur die Teilnehmer des Projekts, sondern auch die Anwohnerinnen und Anwohner in Haimbach sehr betroffen.

Der Vorfall fand unerwartet viel Beachtung, was dazu beitrug, dass viele Spendengelder zusammenkamen, mit denen der Schaden bezahlt und neue Bienenvölker angeschafft werden konnten. Dabei wurden nicht nur mehr Völker besorgt als zuvor, es wuchs auch das Bewusstsein, wie viel eine Gemeinschaft eigentlich bewegen kann. „Da habe ich dann irgendwann Gänsehaut gekriegt, als ich gemerkt habe, dass mein Diensthandy gar nicht mehr still steht”, so Julius Zeidler, der noch bis heute begeistert von der Hilfsbereitschaft der Leute ist. Selbst bis Frankfurt verbreitete sich die Nachricht der Tragödie, sodass viele Menschen auf die Zerstörung aufmerksam wurden, was alle Beteiligten motivierte, nicht aufzugeben und auf jeden Fall mit der Produktion weiterzumachen.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Bienenzüchtern wurden acht Bienenvölker bereitgestellt und durch einen Imker, der das Bienenprojekt von antonius begleitet, vermehrt. Zeidler erinnert sich noch an einen sehr hilfsbereiten Imker, der sogar angeboten habe: „Ich bin jetzt in einem gehobenen Alter und für Sie würde ich mit dem Imkern aufhören und Ihnen meine kompletten Völker zur Verfügung stellen.” Dieses Angebot war nur ein Beispiel für die Hilfsbereitschaft, die dem Bienenprojekt im Laufe der Zeit entgegengebracht wurde. Viele Menschen gaben Rückhalt und brachten ihre individuellen Fähigkeiten ein. Dank solcher Menschen sind die Bienen schon wieder fleißig am Nektar Sammeln. Die neuen Bienenstöcke befinden sich auf einer Obstwiese gegenüber dem Theresienhof in der Marberzeller Straße. Sie werden nicht nur mithilfe von Wildkameras überwacht, auch Nachbarinnen und Nachbarn haben ein Auge darauf, sodass sich die Insekten in aller Ruhe auf den Winter vorbereiten können.

Das Projekt hat jedoch nicht nur die Verbesserung von Gemeinschaft und Miteinander im Sinn, es soll vor allem den Schülerinnen und Schülern wichtige Botschaften mit auf den Weg geben: So sollen sie zum Beispiel einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren erlernen und sich ökologisches Wissen aneignen. Selbst aus der Zerstörung der Bienenkästen ergebe sich noch die Möglichkeit, etwas zu lernen, findet Julius Zeidler. So könne man sie als Anlass nehmen, über Verluste und Niederlagen nachzudenken und sich vielleicht sogar selbst zu reflektieren. Vielleicht mache der Vorfall sogar Mut, sich nicht unterkriegen zulassen, wenn etwas nicht so laufe, wie man es sich vorstelle.  Die Schülerinnen und Schüler bekämen so die Chance, mit den gesammelten Erfahrungen Brücken zum Alltag zu bauen. Dieser Lerneffekt sei schon jetzt sichtbar. Dank der neuen Perspektiven und Möglichkeiten kann der Honigverkauf wieder mit ganzer Kraft beginnen. Im Winter wird der Fokus auf der Gestaltung von Bienenwachskerzen liegen.

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