„Es ist schon noch ein bisschen Arbeit“, sagt Gesellschafter Dirk Mehling am Donnerstag gegenüber Osthessen-Zeitung und deutet auf die letzten Handgriffe, die bis zur Eröffnung erledigt werden müssen. Mitarbeiter sollen am Abend noch letzte Dinge einräumen, der Licht- und Tontechniker will die Anlage überprüfen, auch beim Kassensystem stehen noch Arbeiten an. Der Eindruck eines unfertigen Clubs entsteht dabei allerdings nicht. Vielmehr wirkt es wie das, was es einen Tag vor einer Neueröffnung eben ist: die letzte Phase eines langen Vorbereitungslaufs. Betriebsleiter Andreas Weidinger kennt den Standort bereits aus der Vergangenheit und soll künftig vor Ort die Abläufe koordinieren. Rund zehn Mitarbeiter gehören zum Team, nun gehe es vor allem darum, die letzten Installationen abzuschließen und die Räume für die ersten Gäste herzurichten.
90er, aktuelle Hits und zwei DJs zum Auftakt
Am Freitagabend wird sich dann erstmals zeigen, wie das neue Konzept angenommen wird. Um 21 Uhr öffnet der Musicparc A66 seine Türen, der Eintritt ist ab 18 Jahren möglich. Zum Grand Opening steht eine Mischung aus 90er-Hits und aktuellen Sounds auf dem Programm. Die DJs Agileja und Andy sollen für den musikalischen Auftakt sorgen. Die Wahl des Programms ist dabei kein Zufall. Die Betreiber wollen bewusst nicht nur eine einzelne Szene ansprechen. Mehling, der seit Jahrzehnten in der Veranstaltungs- und Gastronomiebranche tätig ist, setzt auf ein Publikum, das sich über unterschiedliche Altersgruppen und Musikrichtungen erstreckt. Der Samstag soll das bereits unterstreichen: Nur einen Tag nach der Eröffnung steht mit den „Hitgiganten“ eine 90er- und 2000er-Party auf dem Programm. DJ Mo aus Fulda übernimmt die Musik. Dass der Club unmittelbar nach dem Opening weiterläuft, ist Teil des Konzepts. Die Betreiber wollen möglichst schnell ein Gefühl dafür bekommen, welche Veranstaltungen funktionieren und wie das Publikum auf die neue Ausrichtung reagiert. Eine genaue Prognose über die Zahl der Besucher am Eröffnungsabend will deshalb auch Betriebsleiter Weidinger nicht abgeben. Dafür sei die Situation zu neu. Eine gewisse Vorfreude sei allerdings spürbar – nicht nur bei den Verantwortlichen. „Ich denke schon, dass einiges kommen wird, weil viele neugierig sind“, sagt er.
Warum die Betreiber an den Standort glauben
Dass ausgerechnet Mittelkalbach zum neuen Standort wurde, war laut Mehling zunächst gar nicht geplant. Der Kontakt entstand eher zufällig über einen DJ, der bereits in einem anderen Betrieb der Betreiber tätig ist. Der Hinweis auf das frei werdende Objekt führte schließlich dazu, dass sich Mehling die Räume ansah. Entscheidend seien dann mehrere Faktoren gewesen. Die Lage direkt an der A66, die gute Verkehrsanbindung und das Einzugsgebiet sprachen aus seiner Sicht für den Standort. „Der Standort funktioniert und hat Potenzial“, sagt Mehling. Hinzu komme, dass es im Raum Fulda inzwischen nur noch wenige vergleichbare Möglichkeiten gebe, regelmäßig in einer klassischen Diskothek zu feiern. Genau darin sieht der Gesellschafter eine Chance für den Musicparc A66. Gleichzeitig macht er deutlich, dass ein solcher Betrieb wirtschaftlich funktionieren müsse. Veranstaltungen müssten zum jeweiligen Publikum passen, und nicht jede musikalische Vorliebe lasse sich automatisch in ein tragfähiges Geschäftsmodell übersetzen. Mehling verweist dabei auf seine langjährige Erfahrung in der Branche: Er habe bereits mehrere Gastronomie- und Veranstaltungsobjekte betrieben, tut dies neben dem neuen Musicparc A66 auch aktuell und kenne deshalb die wirtschaftlichen Herausforderungen eines solchen Betriebs. Sein Ansatz für Mittelkalbach ist entsprechend pragmatisch. „Wenn die Konditionen passen, dann machen wir das gerne“, beschreibt er die Entscheidung für den Standort. Genau diese Voraussetzungen seien in Mittelkalbach gegeben gewesen.
Bewährtes bleibt – einiges wird neu
Wer am Freitag die Räume betritt, wird deshalb nicht das Gefühl haben, in einer völlig anderen Location zu stehen. Das Grundgerüst der ehemaligen Copa bleibt erhalten. Die Betreiber haben sich bewusst dagegen entschieden, alles herauszureißen und von Grund auf neu zu gestalten. „Für uns war das genau das richtige Konzept“, sagt Betriebsleiter Weidinger. Veränderungen gibt es dennoch. Im hinteren Bereich wurde die Desperados-Bar geschaffen, an verschiedenen Stellen wurde renoviert und die Lichttechnik ergänzt. Auch die Aufstellung der Tische und die Nutzung einzelner Bereiche wurden angepasst. Der Gedanke dahinter ist einfach: Die Räume haben sich bereits als Diskothek bewährt – warum also etwas komplett neu erfinden? Der Musicparc A66 soll deshalb nicht mit einem radikalen Bruch starten, sondern auf dem aufbauen, was an dem Standort funktioniert. Auch beim Namen steckt diese Verbindung zur Vergangenheit bereits im Konzept. „Musicparc A66“ verweist auf die Lage direkt an der Autobahn und greift zugleich bewusst den Begriff „Musikpark“ auf, der vielen Besuchern aus Fulda noch bekannt sein dürfte.
Zunächst ein Samstag – und dann sehen, was daraus wird
Zum Start soll der Musicparc A66 regelmäßig samstags öffnen. Zusätzlich sind einzelne Freitagstermine vorgesehen. Einmal im Monat, zunächst jeweils am ersten Freitag, soll es eine Discofox–Veranstaltung geben. Für eine Ausweitung sei man offen, wolle aber zunächst Erfahrungen sammeln. „Wir machen nicht gleich jeden Freitag auf“, sagt Mehling. Der Betrieb solle sich vielmehr entwickeln. Wenn sich bestimmte Veranstaltungen bewährten und die Nachfrage entsprechend groß sei, könne das Angebot später erweitert werden. Gleichzeitig haben die Betreiber auch die jüngere Zielgruppe im Blick. Das reguläre Programm richtet sich eher an Gäste ab 25 Jahren, grundsätzlich ist der Club samstags aber ab 18 Jahren geöffnet. Für jüngere Besucher soll es in unregelmäßigen Abständen eigene Veranstaltungen geben. Die erste davon ist bereits geplant: Am Freitag, 30. Oktober, steigt eine U18-Halloweenparty. Die Veranstaltung soll bewusst mehr sein als eine gewöhnliche Party mit ein paar Halloween-Dekorationen. „Wir hängen da nicht nur drei Figuren auf und sagen, das ist die Halloween-Deko, sondern wir machen das schon richtig“, kündigt Mehling an. Der Aufwand sei entsprechend groß: Für eine solche Veranstaltung müsse der gesamte Club aufwendig dekoriert werden. Am Folgetag findet dann eine Halloweenparty für Erwachsene statt.
Erst einmal muss die Tür aufgehen
Bevor über solche weiteren Veranstaltungen gesprochen wird, steht allerdings das Grand Opening an. Die letzten Vorbereitungen laufen, die Technik wird überprüft, das Team ist zusammengestellt. Am Freitagabend sollen dann ab 21 Uhr die ersten Gäste durch die Türen kommen. Für Mehling ist es dabei ausdrücklich kein Selbstläufer. Auch nach Jahrzehnten in der Branche müsse sich ein neues Konzept zunächst beweisen. „Wir schauen einfach mal, wie weit wir mit unserem Konzept kommen“, sagt er. Die Reaktionen auf die Ankündigung stimmen ihn bislang zuversichtlich. Über die sozialen Netzwerke habe es bereits zahlreiche Nachrichten gegeben. Noch stehen bis zum Freitagabend einige Handgriffe aus. Dann aber soll in Mittelkalbach wieder das passieren, was dort seit dem Ende der Copa im Frühjahr gefehlt hat: Musik, Licht und volle Tanzflächen. Der Musicparc A66 startet am Freitagabend mit einer Mischung aus 90ern und aktuellen Hits. Am Samstag geht es mit den 90ern und 2000ern weiter. Und spätestens mit der Halloweenparty Ende Oktober wollen die Betreiber zeigen, dass sie am Standort mehr vorhaben als nur eine kurzfristige Wiedereröffnung.
