Lokales MKK 09.10.2026

460 Arbeitsplätze bei OPmobility in Gefahr – Bestürzung über Pläne

Sterbfritz (pm/gü) – Der französische Autozulieferer OPmobility hat in dieser Woche mitgeteilt, dass es Überlegungen gibt, das Werk in Sterbfritz zu schließen und die Produktion auf andere Standorte zu verlagern – es geht um 460 Mitarbeitende. Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling bezeichnet die mögliche Schließung des OPmobility-Werks in Sterbfritz als einen „schweren Schlag“ für die Gemeinde beziehungsweise für die ganze Region. Auch die Kreisspitze hat die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen und sichert den Beschäftigten Unterstützung zu.

Landrat Thorsten Stolz. Archivfoto: Christine Görlich.

„460 Mitarbeitende, davon 280 festangestellte könnten bis Ende des Jahres 2027 ihren Job verlieren. Das trifft uns sehr hart. Hinter jeder Stelle steht ein Mensch. Hinter jeder Stelle steht eine Familie“, sagt Henfling. Der Bürgermeister hat in den vergangenen Tagen mit Werkleiter Peter Naumann und auch mit HR Projects Director Thierry Huber gesprochen. Henfling sagt: „Das Unternehmen sieht wohl keine Perspektive für den Standort Sterbfritz.“

Die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren alles getan, um den Standort zu sichern. „Wir haben die Genehmigung zur Verbreitung der Werkseinfahrt erteilt, wir haben den Flächennutzungsplan für eine eventuelle Erweiterung geändert. Wir haben jede Unterstützung geleistet, die wir als Gemeinde geben konnten“, sagt der Bürgermeister, der sich sicher ist: „Die Ursachen für die geplante Schließung liegen nicht am Standort Sterbfritz.“ Henfling richtet seinen Blick in die Zukunft: „Wir werden den Prozess eng begleiten und den Austausch mit dem Unternehmen fortsetzen“, verspricht der Bürgermeister, der alles tun möchte, um den Betroffenen zur Seite zu stehen.

 

Kreisspitze sichert Beschäftigten Unterstützung zu

Mit Bestürzung hat auch die Kreisspitze die Nachricht aufgenommen, dass die Firma OPmobility ihren Produktionsstandort in Sinntal-Sterbfritz schließen will. Demnach fallen bis Ende 2027 im Bergwinkel-Ort rund 460 Arbeitsplätze weg. „Das ist für die Region ein herber Schlag“, kommentieren Landrat Thorsten Stolz und Erster Kreisbeigeordneter Jannik Marquart die Nachricht. Das Management des Unternehmens, das Außensysteme für Pkw produziert, darunter Stoßfänger und weitere Komponenten, begründet den Schritt mit einer rückläufigen Nachfrage und „schwierigen Marktbedingungen“. Für den Kreisausschuss sind die Argumente zum Teil nachvollziehbar, sind doch derzeit auch andere Betriebe aus der Automobilindustrie aufgrund globaler Einflüsse schwer betroffen. Dennoch: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen eine Expertise mit, die mitsamt dem Standort nun verloren zu gehen droht. Wer eine so große Anzahl an Fachkräften entlässt, vergibt in der Mitte von Deutschland gute Zukunftschancen“, so Landrat Stolz und Erster Kreisbeigeordneter Marquart.

Der Kreisausschuss spricht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in dieser schwierigen Zeit seine Solidarität und Unterstützung aus. Einen ersten Kontakt zur Unternehmensspitze habe es bereits gegeben, ebenso steht die Kreisspitze mit Sinntals Bürgermeister Thomas Henfling im Austausch.  Ein Gespräch mit der Arbeitnehmervertretung soll in den kommenden Tagen stattfinden. „Wir stehen an der Seite der Beschäftigten. Auch wenn die Mittel von Kommunalpolitik in solchen Fällen begrenzt sind, so werden wir unsere Möglichkeiten zur Unterstützung nutzen, damit es in den kommenden Wochen zu fairen und guten Verhandlungslösungen kommt“, erklären Thorsten Stolz und Jannik Marquart.