Campus 26.10.2026

Moderne Räume: Hochschule Fulda weiht Gebäude 43 ein

Fulda (pm/st) – Die Hochschule Fulda hat am Montag das sanierte denkmalgeschützte Gebäude 43 auf dem Campus eingeweiht. Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit wurde das Gebäude von 1900 energetisch optimiert, barrierefrei umgebaut und für den Fachbereich Angewandte Informatik gestaltet. Es bietet moderne Räumlichkeiten für Lehrveranstaltungen und studentisches Arbeiten. Darüber hinaus sind das Dekanat und weitere Büroräume in dem historischen Gebäude untergebracht.

Der Fachbereich und seine Studierenden erhalten damit ausgezeichnete Räumlichkeiten für

Lehre und Forschung.

Fotos: Ian Robinson

„Das historische Gebäude der ehemaligen Kaserne aus Zeiten der Jahrhundertwende wurde unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes kernsaniert und erfüllt nun alle Anforderungen an ein modernes Hochschulgebäude. Das Ergebnis ist hocherfreulich und ich bin den vielen Akteurinnen und Akteuren, die beteiligt waren, außerordentlich dankbar", freut sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar anlässlich der Einweihung. Das Land Hessen trägt die Gesamtbaukosten von rund 7,3 Millionen Euro.

Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, sagt: „Die energetische Modernisierung und der Umbau des Gebäudes 43 zeigen in vorbildlicher Art und Weise wie Denkmalpflege, Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit Hand in Hand gehen können. Die Sanierung führt zu einer dauerhaften Senkung des Energieverbrauchs und damit zu einer deutlichen Reduzierung der CO2-Emissionen - das ist, was wir als Landesregierung mit dem Programm COME-Hochschulen erreichen wollen.“ Mit dem Projekt leistet die Hochschule Fulda einen wichtigen Beitrag dazu, die Klimaschutzziele des Landes Hessen zu erreichen und gleichzeitig wurde die wunderschöne Backsteinfassade des alten Kasernengebäudes erhalten und das Innere fit für die Zukunft gemacht.

Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz erklärt: „Mit der erfolgreichen Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes 43 ist es gelungen, historische Bausubstanz mit heutigen baulichen Anforderungen zu verbinden. Dafür hat das Land rund 7,3 Millionen Euro investiert: 5,5 Millionen Euro aus dem Hochschulbauprogramm HEUREKA und 1,8 Millionen Euro aus dem Programm COME-Hochschulen zur energetischen Sanierung. Trotz unvorhergesehener Herausforderungen während des Baus steht das Projekt für das klare Bekenntnis der Landesregierung zu exzellenten Studienbedingungen und konsequentem Klimaschutz an Hessens Hochschulen." 

Neue Räumlichkeiten für Lehre geschaffen

Die baulichen Veränderungen dienen in erster Linie der Schaffung und Verbesserung von Räumlichkeiten für die Lehre. Entstanden sind moderne Seminar-, Besprechungs- und Büroräume. Auch die Fachschaft und studentische Arbeitsplätze befinden sich im Gebäude. Das Dekanat und das Sekretariat liegen zentral am Haupttreppenhaus. Im Mittelbau gibt es Besprechungsräume und einen Raum für Lehrende, über die Etagen verteilt befinden sich Büros für Professorinnen und Professoren, Lehrkräfte für besondere Aufgaben sowie Doktorandinnen und Doktoranden. Prof. Dr. Christian Fischer, Dekan des Fachbereichs Angewandte Informatik, betont: „Was lange währt, wird endlich gut! Wir freuen uns sehr, wieder in unserem wundervoll modernisierten Gebäude arbeiten zu können. Die neuen Räumlichkeiten bieten deutlich bessere Arbeitsbedingungen und schaffen beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und die zukünftige Weiterentwicklung unseres Fachbereichs."

Historische Spitzgauben am Dach rekonstruiert

Das Gebäude wurde um 1900 als Mannschaftsgebäude der Artilleriekaserne errichtet. Bei der Sanierung wurden mürbe Mauerwerksfugen des Sichtmauerwerks erneuert und historische Spitzgauben am Dach rekonstruiert. Die Fenster blieben erhalten, mussten für den luftdichten Einbau nach Norm jedoch vollständig demontiert und anschließend wieder eingebaut werden. Auch große Teile der Treppenstufen konnten erhalten werden. Das historische Treppengeländer wurde durch eine filigrane Erhöhung des Handlaufs und Edelstahlnetze an die geltenden Vorgaben angepasst.

Zur energetischen Verbesserung erhielten die Außenwände der Büros und Seminarräume eine zwölf Zentimeter starke Innendämmung. In den Fluren wurde der Dämmwert der Wände mit mineralischem Dämmputz verbessert. Die Erneuerung der Mauerwerksfugen war notwendig, um Feuchtigkeit von außen und damit eine Durchfeuchtung der Innendämmung zu verhindern, teilt das Gebäudemanagement der Hochschule Fulda mit. Anette Erb, Leiterin der Niederlassung Ost des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH), sagte: „Der LBIH hat gemeinsam mit Partnern bei der umfassenden Sanierung und dem behutsamen Umbau von Gebäude 43 die historische Bausubstanz originalgetreu erhalten und gleichzeitig ein modernes, barrierefreies Raumkonzept geschaffen. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie das Programm COME-Hochschulen Bestandsgebäude für die Zukunft fit macht - energetisch, funktional und denkmalgerecht." 

Herausforderungen beim Bauen im Bestand

Die Maßnahme wurde im Februar 2023 begonnen und im August 2026 fertiggestellt. Mehrkosten entstanden unter anderem durch Baupreissteigerungen, die durch Corona und den Krieg in der Ukraine bedingt waren, sowie durch zunächst nicht absehbare Herausforderungen beim Bauen im Bestand. „Die Sanierung hielt die ein oder andere unerfreuliche Überraschung für uns bereit", erinnert sich Kanzlerin Dr. Anke Günther, die im Präsidium für Bau und Liegenschaften zuständig ist. Dazu gehörten Feuchtigkeit im Mauerwerk, schadhafte Dachbauteile, der zusätzliche Aufwand für die Demontage und Remontage der Fenster sowie zusätzliche Putz- und Bodenaufbauten. Und nicht nur das: „Während der Fertigstellungsphase kam es dann auch noch zu einem Wasserschaden, der den Abschluss verzögert hat. Aber auch das haben wir gemeistert", ergänzt die Kanzlerin.

Gebäudeeinweihung an der Hochschule. Fotos: Ian Robinson