„Wir können nur einen Schritt nach dem anderen gehen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden werden“, betont Rathauschef Matthias Möller. Der Standort sei viel zu attraktiv, als dass er langfristig nicht belegt werden könnte. „Diesen Eindruck bestätigen mir auch Marktexperten, mit denen ich in den vergangenen Tagen gesprochen habe“, sagt Möller. Denn die Drogerie Rossmann und „Der Meisterbäcker“ sorgten für Frequenz – und einen weiteren Lebensmitteleinzelhandel gebe es in der Innenstadt nicht.
Für eine Stadt, die im Landesentwicklungsplan als „Mittelzentrum Plus“ eingestuft ist, sei es ein absolutes Unding, keinen Vollsortimenter mehr in der Innenstadt zu haben, unterstreicht Möller. Der Bürgermeister zeigt weiterhin keinerlei Verständnis für die aus seiner Sicht intransparente Entscheidung des Bundeskartellamts: „Wir werden uns nicht nur mit Engagement und Leidenschaft reinhängen, um einen Nachfolger zu finden. Wir werden auch kleinlich prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten wir haben, um diese Entscheidung zu hinterfragen.“
Möller betont dabei: „Wir lassen niemanden im Regen stehen. Das gilt für die Mitarbeitenden von Tegut, für Meisterbäcker-Geschäftsführerin Janet Dietrich und ihr gesamtes Team, für die Beschäftigten von Rossmann sowie für alle Kundinnen und Kunden.“
Sobald das Bieterverfahren Mitte November abgeschlossen ist, werde sich zeigen, ob ein Käufer gefunden wurde. Sollte dies nicht der Fall sein, starte die Stadt in die nächste Runde. Gemeinsam mit dem Immobilienmanagement, den Mietern des Gebäudes, dem Magistrat, allen Fraktionen im Stadtparlament sowie dem Gewerbeverein WITO möchte die Verwaltung für eine weitere Belegung der Fläche kämpfen. Weiterhin gelte dabei, dass Informationen gebündelt über die Stadt verbreitet werden und es keine Einzelgänge ohne Absprache gebe.
Spätestens nach Abschluss des Bieterverfahrens werde sich die Stadt wieder an die Öffentlichkeit wenden. Anfragen und Anregungen würden ebenfalls im Rathaus gebündelt und sollten deshalb direkt an buergermeister@schluechtern.de gesendet werden.
Auch wenn der Tegut-Markt am 19. Dezember definitiv schließen wird, bleiben Angebote auf dem Gelände erhalten: Die Drogerie sowie die Meisterbäcker-Filiale im Gebäude werden weiterhin geöffnet sein. „Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, diese Angebote zu nutzen und die Händler sowie die Mitarbeitenden auch nach dem 19. Dezember zu unterstützen“, sagt Möller.
Der Bürgermeister zeigt sich abschließend zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass die Tegut-Nachfolge bis zu diesem Zeitpunkt bereits geklärt sein wird. Bis dahin bitte ich alle, sich nicht von Panikmache anstecken zu lassen, sondern einen kühlen Kopf zu bewahren.“
