Lokales FD 25.10.2026

KI für die Bildung: „Learning in Progress“ gewinnt Fuldaer Hackathon

Fulda (sim) – 25 Stunden tüfteln, programmieren und Ideen entwickeln – am Ende entscheiden Nuancen über den Sieg. Beim achten Hackathon Fulda haben rund 100 Teilnehmer in zehn Teams Lösungen für die Bildung von morgen gesucht. Unter dem Motto „Future Education“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie künstliche Intelligenz und andere Technologien das Lernen und Lehren verändern können. Den ersten Platz sicherte sich das Team „Learning in Progress“ mit einer Plattform, die Lerninhalte mithilfe von KI an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer anpasst.

Foto: Silas Messing.

Ob visuell, über Audio oder mit Rücksicht auf unterschiedliche Sprachkenntnisse und Aufmerksamkeitsspannen: Menschen lernen auf unterschiedliche Weise. Genau dort setzte das Siegerteam an. Die entwickelte Plattform soll Lerninhalte so aufbereiten, dass sie zu den jeweiligen Nutzern passen und ihnen das Lernen erleichtern. Die Jury überzeugte dabei vor allem, dass das Team ein konkretes Problem aufgriff und seine Idee überzeugend präsentierte.

Ein Selbstläufer war die Entscheidung allerdings nicht. „Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen allen Ideen“, erklärte Heiko Herschert, der den TechHub Region Fulda als stellvertretender Vorstand unterstützt und hauptberuflich bei EDAG im Bereich Digitalisierung tätig ist. Auch Christian Vey, der für die Region Fulda GmbH arbeitet und Geschäftsführer des TechHub Region Fulda e. V. ist, sprach von einer schwierigen Entscheidung. Die Qualität sei insgesamt sehr hoch gewesen, die Abstände zwischen den Teams ungewöhnlich gering. Am Ende musste die Jury abstimmen.

Eine Neuerung gab es bei den Sonderpreisen: In den vergangenen Jahren war auch die beste Programmierung ausgezeichnet worden. Darauf verzichtete die Jury diesmal. Angesichts der Möglichkeiten von KI-Tools sei die reine Bewertung des Codes schwieriger geworden. Stattdessen wurde eine Wildcard vergeben. Sie ermöglicht dem ausgezeichneten Team die Teilnahme an einem Ideenwettbewerb der Hochschule Fulda, bei dem Projekte vorgestellt und weiterentwickelt werden können.

Die Bandbreite der Ideen war groß. Neben klassischen Ansätzen wie einem KI-Tutor entstanden auch Lösungen, die über reine Software hinausgingen und technische Komponenten einbezogen. „Wir sind total begeistert und beeindruckt, wie innovativ die Teams auch in diesem Jahr wieder waren“, sagte Vey. Die Teilnehmer hätten Ansätze entwickelt, an die das Organisationsteam im Vorfeld selbst nicht gedacht habe.

Dass der Hackathon erneut ausgebucht war, ist für die Veranstalter auch ein Zeichen dafür, wie sich das Format in Fulda etabliert hat. Bereits zum achten Mal kamen Entwickler, Tüftler und Technikbegeisterte zusammen. Inzwischen reisen Teilnehmer aus verschiedenen Teilen Deutschlands an, unter anderem aus Hamburg, München und Berlin. „Fulda hat sich da wirklich etabliert und hat einen richtig guten Ruf in der Szene“, sagte Herschert.

Hinter dem Hackathon steht der TechHub Region Fulda. Das Netzwerk will Unternehmen zusammenbringen und Wissen sowie neue Technologien in die regionale Wirtschaft tragen. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Hochschule Fulda, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, sowie von Sponsoren aus der Wirtschaft. Ohne diese Unterstützung wäre das Format nach Angaben der Organisatoren nicht umsetzbar.

Für die Veranstalter ist nach dem Ende zugleich vor dem nächsten Hackathon. Auch im kommenden Jahr soll es eine neunte Auflage geben. Wie genau diese aussehen wird, sei angesichts der schnellen technologischen Entwicklung noch offen. Das Grundkonzept soll jedoch bestehen bleiben: Menschen zusammenbringen, gemeinsam Lösungen entwickeln und zeigen, welches Potenzial in neuen Ideen steckt.

Fuldaer Hackathon in der Hochschule. Fotos: Silas Messing.