Begleitet vom Fanfarenzug Barbarossa Gelnhausen nahm der Lampionumzug seinen Weg durch die Brüder-Grimm-Straße bis zum Kumpen, wo der Musikverein Germania Steinau bereits mit seinen Interpretationen bekannter Hits für Stimmung sorgte. Nach dem letzten Stück des Musikvereins trat der neu gekürte Marktmeister auf die Bühne vor dem Rathaus. Eigentlich sei es seltsam, dass er nun dieses Amt innehabe, sagte Merz, schließlich sei er kein Handwerks-, sondern Brandmeister bei der Freiwilligem Feuerwehr. In seiner Ansprache verdeutlichte er jedoch, wie wichtig die Feuerwehr für das Stadtleben sei, und brachte den Zuhörerinnen und Zuhörern die Geschichte seiner Tätigkeit näher. „Im Gegensatz zu anderen Geschichten ist die der Feuerwehr nicht trocken. Nein, sie ist sogar brandheiß und spannend“, betonte Merz, denn: „Es ist die Geschichte, wie aus Chaos Gemeinschaft wurde.“
Vor hunderten Jahren sei die Brandbekämpfung noch ein „reines Glücksspiel“ gewesen, bei dem die Menschen nie wussten, ob die Hilfe rechtzeitig komme oder die zusammengewürfelte Hilfstruppe überhaupt helfen könne. In Steinau an der Straße habe aber schon verhältnismäßig früh eine Professionalisierung der Brandbekämpfung stattgefunden. Die im 18. Jahrhundert ins Leben gerufene Pflichtfeuerwehr aus Geschäftsleuten und Handwerkern sei nach dem Ersten Weltkrieg dann durch die Freiwillige Feuerwehr ersetzt worden, die zwar im Laufe der Zeit mit immer moderneren Gerätschaften ausgestattet wurde, sich in einem Punkt jedoch nicht änderte: „Wir Feuerwehren sind 24 Stunden, 365 Tage im Jahr für Sie bereit.“ Allerdings gebe es auch in Steinau an der Straße Probleme mit dem Nachwuchs: „Die Aufgaben der Feuerwehr werden immer komplexer, doch die Schultern, auf die wir diese verteilen können, werden immer weniger.“ Deshalb appellierte Merz an die Zuhörerinnen und Zuhörer, sich bei der Freiwilligen Feuerwehr einzubringen, bevor er ihnen eine schöne Zeit beim Katharinenmarkt wünschte.
Anschließend hielt Bürgermeister Christian Zimmermann seine Eröffnungsrede. Er betonte die wichtige Rolle, die der Katharinenmarkt für die Stadt spiele: „Der Katharinenmarkt ist weit mehr als nur ein Fest. Er ist der Ausdruck unserer Steinauer Identität und unserer Tradition und unserer Heimatverbundenheit.“ Der Markt erinnere daran, dass die Bewohnerinnen und Bewohner von Steinau an der Straße Teil einer langen Geschichte und Tradition sind, die sie an kommende Generationen weitergeben. Die Stadt könne stolz sein auf ihre Vereine, Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Gewerbetreibenden und auf alle Menschen, die sich tagtäglich für andere einsetzen. In diesem Zusammenhang sprach Zimmermann einen besonderen Dank an die Freiwillige Feuerwehr aus, die wie keine zweite Institution für Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn stehe. Generell aber sei das Ehrenamt ein tragendes Band der Stadtgemeinschaft: „Es hilft unserer Stadt, lebenswert zu sein, sie lebenswert zu gestalten und schafft Räume, in denen wir miteinander sprechen, statt übereinander zu reden.“ Auch der Katharinenmarkt könnte ohne gemeinschaftliche Zusammenarbeit gar nicht veranstaltet werden, und so dankte Zimmermann allen Menschen, die über Monate hinweg den Markt geplant und organisiert hätten, und wünschte den Gästen fröhliche Stunden, viele gute Begegnungen und ein friedliches Miteinander. Daraufhin wurde der Katharinenmarkt mit den traditionellen Böllerschüssen und dem Läuten der Kirchenglocken offiziell eröffnet.
Am ersten Marktabend konnten die Gäste in der Brüder-Grimm-Straße an den vielfältigen Essensständen mit Bratwurst, Crêpes oder Döner entlangbummeln oder sich zu einem gemütlichen Plausch treffen. Auf dem Festplatz waren zudem verschiedene Fahrgeschäfte aufgebaut. Im Festzelt Mauerwiese wurde die Markteröffnung mit einem Fassanstich durch den Bürgermeister sowie im Anschluss mit Live-Musik vom Duo „Die Uffgeplatzde“ gefeiert. Ab Freitagmittag hat dann auch der große Mittelalterbereich geöffnet und an den Abenden gibt es Livemusik. Am Sonntag können sich die Besucher den ganzen Tag über auf musikalische Unterhaltung freuen.
