Roman Melamed, Vorstand der jüdischen Gemeinde Fulda, sprach zur Eröffnung ein Gebet. Aus dem Vorstand der GCJZ Fulda hieß Jutta Hamberger alle Besucher herzlich willkommen. „Ich danke allen, die hier sind – das ist ein wichtiges Zeichen“, sagte Hamberger. Sie blickte unter anderem auf die Veranstaltungen auf dem Uniplatz am Mittag. Dort sei erklärt worden, dass am Antisemitismus die Juden schuld seien. „Es gibt so ziemlich nichts Furchtbareres, nichts Schlimmeres und nichts Verlogeneres, als dieses seit Jahrhunderten transportierte antisemitistisches Klischee“, betonte Hamberger. Mit einem kurzen Rückblick auf die Ereignisse auf den Tag genau drei Jahre zuvor und die Entwicklung danach leitete Hamberger das Zeitzeugengespräch mit Kunik ein.
Die 81-Jährige berichtete unter anderem aus ihrer Kindheit. Ihre Eltern waren beide deutsche Juden, beide aus Magdeburg. Sie selbst sei auch in Magdeburg geboren worden. Ihre Eltern hätten immer wieder Briefe bekommen, nach Frankfurt zu ziehen, da dort eine neue jüdische Gemeinde aufgebaut werden sollte und so sei sie dann dort aufgewachsen. Vom Krieg hätten ihr ihre Eltern nie etwas erzählt. „Meine Mutter wollte, dass ich ein fröhlicher Mensch werde, das hat sie geschafft“, sagte Kunik, die Autorin, Referentin und aktives Mitglied der jüdischen Gemeinde in Frankfurt ist. Immer wenn sie auf den jüdischen Friedhof gehe, auf dem ihre Eltern begraben liegen, lese sie die Namen auf den Gräbern. „Dann weiß man, die Menschen sind noch da“, sagte die 81-Jährige. Und Hamberger stimmte ihr zu: „Solange man Menschen im Herzen trägt, sind sie bei uns.“
