23. Mai 2026: Die SG Barockstadt verliert das Hessenpokalfinale am Bieberer Berg knapp mit 1:2 gegen Wehen Wiesbaden und verpasst die Teilnahme am DFB-Pokal. Gut fünf Monate später wollen die Fuldaer wieder angreifen und die erste Hürde nehmen. „Natürlich habe ich das mitbekommen“, sagt Miroslav Jagatic, damals noch nicht Trainer der SGB: „Die Mannschaft war kurz davor“. Der Ehrgeiz sei nun „riesig“, wieder ins Finale einzuziehen: „Man will ins Endspiel und den Pokal holen, und dafür wollen wir den ersten Schritt machen“.
Die Fuldaer reisen als klarer Favorit nach Waldeck-Frankenberg, doch unterschätzt wird der Ex-Hessenligist keinesfalls: Ederbergland liegt aktuell auf Rang vier der Verbandsliga Mitte und ist seit vier Wochen ungeschlagen – Ende September hatte der FCE das Topspiel gegen TuS Hornau knapp mit 0:1 verloren. Jagatic hebt mahnend den Finger: „Sie haben ein gutes Umschaltspiel, das wir nicht unterschätzen dürfen. Sie sind aggressiv im Anlaufen und wir wollen nichts dem Zufall überlassen“. Die Marschroute ist klar: Obwohl es womöglich den einen oder anderen Wechsel gibt, betont der Trainer: „Wir müssen als Regionalligist zeigen, dass wir das Spiel schnellstmöglich auf unsere Seite ziehen wollen“.
Dabei legt der Coach auch Wert darauf, dass seine Mannschaft die Automatismen weiter verinnerlicht. Im Punktspiel gegen Mainz II am Samstag sah das schon sehr gut aus, ergänzt er lobend: „Wir hatten sehr gute Ansätze in der ersten Halbzeit, gegen eine super ausgebildete Mannschaft. Die Jungs haben alles gegeben, soweit die Beine zulassen, davor ziehe ich den Hut“. Im zweiten Durchgang gab es schwierige Phasen, die die SGB aber auch überstand und am Ende dank des Elfmeters den Sieg holte. Dass Mainz zwischenzeitlich auch per Elfer zum Ausgleich kam, hatten nicht alle nachvollziehen können – doch Jagatic macht – schmunzelnd – klar: „So ist der Fußball. Unsere Schiedsrichter haben keine Hilfe aus dem Keller“. Der Wille seines Teams habe letztlich für den ersten Sieg seit Saisonstart gesorgt, der nun der Beginn eines erfolgreicheren Herbstes sein soll.
Auch in Allendorf (Eder) möchte die SGB „aus einer sauberen Kompaktheit heraus nach vorne kommen“, und ein gutes „Finishing“ an den Tag legen. „Mit Geduld und Spucke“ werde das Team weitermachen, so Jagatic. „Wir müssen hart arbeiten, aber nicht frei drehen. Wir wollen diesen Schwung mitnehmen“. Die SGB wisse, dass der Pokal eigene Gesetze hat – im Profifußball, wie auch unterklassig. Gegen Ederbergland muss Jagatic aber weiterhin auf Ali Gün verzichten, während Keanu Kraft nach Sperre in der Liga auflaufen wird, „um in den Rhythmus zu kommen“. Hans Nunoo Sarpei und Sebastian Schmitt waren angeschlagen und schleppen noch ein Fragezeichen mit sich. Der Coach, der gegen Mainz in seine „Wohlfühlzone“ wechseln wollte und die Fuldaer Ersatzbank in der Johannisau nach rechts verlagerte, freute sich, dass der Verein mitspielte: „Es geht immer um das große Ganze. Dazu gehört auch, dass der Trainer sich wohlfühlt. Bei mir ist es einfach so, dass ich lieber rechts stehe, den Blick bin ich gewohnt.“. Wenn er das Okay von den Verantwortlichen bekomme, bleibe das für die nächsten Heimspiele auch so, sagt Jagatic und behält seinen Humor: „Wie man es nimmt – vielleicht bin ich Pippi Langstrumpf und mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Vielleicht ist es Aberglaube. Aber es geht auch um das Wohlbefinden“.
Übrigens: Das Viertelfinale und auch der weitere Turnierbaum bis zum Endspiel werden vom HFV schon am Samstagmittag in Grünberg ausgelost. Qualifiziert sind bereits der FSV Frankfurt, Steinbach Haiger, Waldgirmes, RW Darmstadt und Wehen Wiesbaden. Die verbleibenden Achtelfinals neben dem Barockstadt-Spiel lauten Baunatal gegen Hessen Kassel und Groß-Gerau gegen Kickers Offenbach (ebenfalls am Mittwoch).
