Erst kurz vor der Pause kassierte der HSV das erste Gegentor – und wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn es zur Halbzeit 0:0 gestanden hätte. „Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht“, analysierte Coach Benni Fuß direkt: „Aber hätte, wenn und aber zählt nicht. Am Ende müssen wir neidlos anerkennen, dass die brutale Qualität, die Darmstadt heute in der Mannschaft hatte, den Unterschied gemacht hat. Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir haben alles reingehauen“.
Trotz einiger Abschlüsse der Lilien gestaltete Hünfeld die erste Halbzeit weitgehend ausgeglichen und kam auch selbst ab und an zu Chancen. Richtung Halbzeitpause drückte der Gast dann etwas mehr, zunächst verfehlte Henry Held den Kasten mit seinem Schuss aus der Drehung noch (37.), wenig später sorgte er selbst dann aber für die Führung der Südhessen. Aus 16 Metern traf er trocken und mit Hilfe des Innenpfostens. Noch in der Nachspielzeit ging es munter weiter, Darmstadt verpasste das zweite Tor, auf der anderen Seite verhinderte Lilien-Keeper Ebert den Ausgleich.
Aus einem kompakten Defensivblock heraus wollte Hünfeld nach vorne umschalten – und das gelang auch immer mal. Doch durch eigene Fehler brachte sich der HSV ins Hintertreffen: Schon dem 0:1 war eine Unachtsamkeit vorausgegangen, so Fuß, „und dann sind wir in der zweiten Halbzeit wieder gut drin, sprechen aber nicht miteinander und klären einen Ball zur Ecke“, so der Trainer weiter. Aus diesem Eckball heraus entstand das 0:2 – das die Lilien prima einstudiert und vorgetragen hatten. Das erkannte auch Fuß: „Wie die Ecke geschlagen wird, wie der Gegner einläuft – das ist einfach Qualität“. Ex-Profi Yannick Stark, der 218 Zweitliga-Spiele und 13 DFB-Pokal-Spiele für den FSV Frankfurt, 1860 München, Darmstadt und Dynamo Dresden auf dem Buckel hat, traf per Kopf zum 0:2. Den Deckel endgültig drauf machte dann hintenraus der agile Joker Diogo Dos Santos Pereira.
Hünfelds Trainer wollte seiner Mannschaft aber keinesfalls die eigenen Qualitäten absprechen, sondern richtete den Blick nach Abpfiff direkt wieder nach vorne: „Kopf hoch, es geht weiter. Wir fahren nach Unter-Flockenbach, da rechnet vielleicht sowieso keiner mit uns“. In der Liga verlor der HSV nun zweimal in Folge und gewann nur eines der letzten sechs Punktspiele. „Wir wussten aber, dass solche Phasen kommen können. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam auch wieder da rauskommen, denn wir haben eine charakterstarke Mannschaft“, machte Fuß klar.
Hünfeld: Maul; Kemmerzell (63. Hütsch), Häuser, Dücker, Paliatka jr., Uth (56. Kassa), Fröhlich, Kümmel (70. Witkowski), Lindemann, Costa Sabate, Banh (87. Ali).
Darmstadt II: Ebert; Meier, Keranovic, Maier (89. Hartelt), Hofer (78. Volkmann), Held (71. Dos Santos Pereira), Fritz, Ballmert, Rauch (88. Makwaya), Stark, Pfister.
Schiedsrichter: Tobias Lecke (Bebra)
Tore: 0:1 Henry Held (41.), 0:2 Yannick Stark (55.), 0:3 Diogo Dos Santos Pereira (90.+2)
Zuschauer: 350
