Bibliotheksdirektorin Dr. Alessandra Sorbello Staub begrüßte die Besucher und dankte Dr. med. dent. Wilfried Schreiner und seiner Ehefrau dafür, die Sammlung für die Ausstellung zur Verfügung gestellt zu haben. Sie würdigte insbesondere die Leidenschaft und Ausdauer, mit der sich Schreiner nach seiner beruflichen Laufbahn als Zahnarzt historische Goldschmiedetechniken erschlossen hat. Durch Literaturstudium, eigene Experimente und den Vergleich mit mittelalterlichen Kunstwerken entstanden seine kunstvollen und originalgetreuen Nachbildungen.
Die Exponate zeigen, wie viel technisches Wissen und handwerkliche Präzision für die mittelalterliche Emailkunst erforderlich waren. Zugleich verdeutlichen sie, wie eng die Gestaltung von Kreuzen, Reliquiaren und liturgischen Gegenständen mit religiöser Symbolik verbunden war. Die leuchtenden Farben und der besondere Glanz verleihen den Arbeiten eine besondere Ausdruckskraft.
Einen vertiefenden Einblick in die Geschichte der Emailkunst gab Dr. Burghard Preusler, ehemaliger Diözesanbaumeister, mit seinem Eröffnungsvortrag „Schmelz des Glases – Glanz des Glases: Filigrane Künste und ihre Kontinuitäten in heimischen Museen“. Dabei erläuterte er die Besonderheiten dieser Kunstform, ihre Herstellung und ihre Bedeutung in regionalen Sammlungen.
Mit „Heiliger Glanz“ setzt die Bibliothek ihre Tradition fort, Kunst und Kultur in der Vorweihnachtszeit erlebbar zu machen. Die Ausstellung lädt dazu ein, in der oft unruhigen Adventszeit innezuhalten und einen Moment der Ruhe und Besinnung zu finden.
Die Schau ist bis zum 18. Dezember in der Bibliothek am Dom (Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars), Domdechanei 4, in Fulda zu sehen. Geöffnet ist montags bis mittwochs von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr. Führungen und Sonderöffnungen können telefonisch unter 0661/87-531 oder per E-Mail an info-bibliothek@thf-fulda.de vereinbart werden. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
