Fußball 29.10.2026

Gruppenliga - „Abstiegskampf beginnt beim Dritten“ - Maikranz-Rückkehr

Osthessen (pf) – In einer irren Fußball-Gruppenliga greift die TSG Lütter am ersten Rückrundenspieltag wieder ins Geschehen ein: Vergangene Woche ging nichts, das Heimspiel gegen Oberzell wurde abgesagt – nun wartet am Sonntag (14.30 Uhr) technisch gesehen schon das erste Rückrundenspiel am Sauerbrunnen, wenn die TSG das Schlusslicht Dittlofrod/Körnbach empfängt. Spannend wird es um 14.45 Uhr auch in Johannesberg, wo Jochen Maikranz mit dem TSV Künzell auf dessen Ex-Club trifft.

In der Hinrunde holte die TSG Lütter ein 3:3 in Dittlofrod. Foto: Pascal Fischer

Jochen Maikranz wird auf seinen Ex-Verein Johannesberg treffen. Foto: Christine Görlich

Das Aufsteigerduell mit Historie: Vor einem Jahr stieg Lütter nach den beiden Relegationsspielen gegen Dittlofrod/Körnbach ab, diesen Sommer unterstützten die Rot-Schwarzen die TSG sogar in der Relegation, ehe es zum Saisonstart in der Gruppenliga beim Wiedersehen ein wildes 3:3 gab. Lütters toller Start ist mittlerweile verpufft – sechs Spiele in Folge gingen verloren, dazu das Pokal-Aus gegen Elters. „Wir wissen alle, woran es liegt. An einer breiten Brust hat es nie gefehlt, das Problem war häufig, dass wir nicht nachlegen konnten. Und es ist Gruppenliga – da sind alle Mannschaften gut“, betont Trainer Sascha Bönte. Für das kommende Spiel sei der Kader zwar etwas breiter, was die Lage „entspannter“ macht, doch der Blick auf die Tabelle sorgt am Sauerbrunnen für wenig Freude: die TSG rutschte bis auf Rang zwölf ab, Gegner Dittlofrod liegt nach einer verkorksten Hinrunde fünf Punkte schlechter am Tabellenende. „Alle Punkte sind wichtig. Natürlich wollen wir den Dreier holen, das will der Gegner aber auch. Wenn man sich das anschaut, beginnt der Abstiegskampf bei Schlüchtern“, rechnet Bönte vor und schaut nach oben bis auf Rang drei. Dort liegt die SG Schlüchtern mit 23 Zählern – und damit „nur“ sieben Punkte vor einem möglichen Abstiegsplatz. „Das sagt alles aus“, findet Bönte. Die Qualität, die die TSG im Kader hat, soll endlich wieder auf dem Platz zu sehen sein. Brisant dürfte das Heimspiel aber ohnehin werden – nicht nur ob der Vorgeschichte, sondern auch, weil Dittlofrod den Anschluss zu verlieren droht. Nach einem Zwischen-Hoch und drei Siegen in Folge setzte es im Oktober wieder drei Pleiten, zuletzt ein Last-Minute-K.o. in Hofbieber.

 

„Knochige Aufgabe“ bei Maikranz-Rückkehr

Kontakte nach Johannesberg seien weiterhin vorhanden, betont Jochen Maikranz vor der Rückkehr mit dem TSV Künzell an seine alte Wirkungsstätte: „Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt, hatte drei sehr schöne Jahre“. Von 2016 bis 2019 coachte er die SGJ und war Teil der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte. Das Verhältnis sei nach wie vor „freundschaftlich geprägt und sehr respektvoll“. 2019 hatte Zeljko Karamatic in Johannesberg übernommen, als direkter Nachfolger von Maikranz – und nun steht Karamatic wieder beim Kellerkind an der Seitenlinie, was Maikranz zum Sportlichen bringt: „Das wird eine knochige Aufgabe“, sagt der Künzeller Trainer, auch mit Blick auf den gelungenen Einstand seines Gegenübers: Die SGJ gewann auf irre Weise in Eiterfeld, dort, wo der TSV Künzell vor wenigen Wochen 0:6 unterging. Seither war der Tabellenzweite nur noch zuhause im Einsatz und legte mit den Siegen gegen Borussia, Oberzell und Soden II eine starke Serie hin. „Diesen Faden wollen wir auswärts weiterspinnen“, betont Maikranz.

Überzeugende Leistungen bescherten dem TSV ein Polster zum dritten Platz – zehn Punkte liegt Schlüchtern mit einem Spiel weniger hinter Künzell. Dennoch schwebt Respekt mit, vor einer harten Aufgabe in Johannesberg. Zu Saisonbeginn entführte die SGJ in Künzell einen Punkt beim 0:0, und auch deshalb sei die Mannschaft gewarnt: „Das war für Johannesberg sicher das schwerste Spiel, um erstmal anzukommen in der Liga. Aber wir konnten dort wenige Ideen und nicht die Durchschlagskraft nach vorne entwickeln, sodass es auf Messers Schneide stand. Jeder weiß, dass in dieser Liga eine gute, hochkonzentrierte Leistung nötig ist, wenn man Spiele gewinnen will“. Die Antwort auf die Schlappe in Eiterfeld habe der TSV mit den starken Heimspielen gegeben, doch das „Ausrufezeichen“ der Johannesberger an gleicher Stelle mache die Aufgabe jetzt nicht weniger anspruchsvoll. Dazu habe Maikranz noch einige kleine Fragezeichen im Kader, will aber „die bestmögliche Mannschaft aufbieten“. Die Entwicklung stimme den Trainer durchaus positiv, und mit Selbstvertrauen soll es nun auch auswärts wieder mit einem Sieg klappen. „Wir haben das Vertrauen aus den letzten Wochen, sind bescheiden und wollen erstmal das Polster nach unten erhalten. Aber wenn wir die Möglichkeit haben, natürlich auch an Sickels dranbleiben“, so Maikranz.

Auch die weiteren Duelle versprechen Spannung: Die SG Eiterfeld/Leimbach will schon am Samstag gegen Freiensteinau eine Reaktion zeigen, am Sonntag steigt dann unter anderem noch ein Kellerduell zwischen Neuhof und Elters/Eckweisbach/Schwarzbach.

 

Gruppenliga 

 

Samstag

15.30 Uhr

SG Eiterfeld/Leimbach – SG Freiensteinau

 

Sonntag

14.30 Uhr

SG Sickels – SG Bad Soden II

SG Schlüchtern – SC Borussia Fulda

SV Hofbieber – SG Huttengrund

SG Oberzell/Züntersbach – SG Niederaula/Kerspenhausen

TSG Lütter – SG Dittlofrod/Körnbach

SV Neuhof – SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach

14.45 Uhr

SG Johannesberg – TSV Künzell