Im Auftrag der Stadt Fulda setzte das Team von Maximilian und Karl-Winfried Vogel den Entwurf eines Fuldaer Architekturbüros um. Die Anlage erschließt das Innere des Hexenturms bis in rund 16 Meter Höhe. Eine außenliegende Spindeltreppe mit Brücke führt ins erste Obergeschoss. Ihre zylindrische Bekleidung besteht aus unterschiedlichen Stahlprofilen. Im Inneren gelangen Besucher über eine Treppe mit Zwischenpodesten bis ins Dachgeschoss. Die Stufen und Podeste sind mit Eichenholz belegt.
Eine besondere Herausforderung war die Vermessung des Turms. Denn obwohl er von außen kreisrund wirkt, zeigten sich im Inneren elliptische Grundrisse mit unterschiedlichen Durchmessern auf den einzelnen Ebenen. Gleichzeitig sollte der Blick nach oben und unten möglichst frei bleiben. Deshalb planten die Metallbauer ein großzügiges Treppenauge.
Auch die engen Platzverhältnisse verlangten eine sorgfältige CAD-Planung. Besonders die Treppenantritte und Anschlusspunkte im historischen Natursteinmauerwerk mussten genau ausgearbeitet werden. Zudem war die Größe der einzelnen Bauteile durch den vorhandenen Turmeingang begrenzt.
Die Spindeltreppe wurde zunächst in der Werkstatt zusammengebaut und anschließend mit einem Tieflader zum Hexenturm transportiert. Für die Montage kam ein Autokran zum Einsatz. Mithilfe einer eigens entwickelten Scharnierkonstruktion konnte die Gesamtkonstruktion horizontal abgelegt, verladen und vor Ort aufgestellt werden.
Die Jury des Deutschen Metallbaupreises würdigte insbesondere das gelungene Zusammenspiel von historischer Bausubstanz und moderner Metallgestaltung. Die Konstruktion verbindet damit die Anforderungen an einen neuen Zugang mit dem Erhalt des historischen Bauwerks.
Preisverleihung in Würzburg
Der Deutsche Metallbaupreis wurde am Freitag, 23. Oktober, zum 16. Mal vom Fachmagazin „M&T Metallhandwerk und Technik“ aus dem Kölner Verlag RM Rudolf Müller Medien verliehen. Die Gewinner wurden im Rahmen des Metallkongresses im Vogel Convention Center in Würzburg in sechs Kategorien ausgezeichnet. Dazu zählen neben „Treppen und Geländer“ auch „Fenster, Fassade, Wintergarten“, „Metallgestaltung“, „Türen, Tore, Zäune“, „Stahlkonstruktionen“ und „Sonderkonstruktionen“. Bundesweit bewerben sich jährlich rund 100 Betriebe um die Auszeichnung.
