Eröffnet wurde die Veranstaltung von HFV-Vizepräsident Sascha Schnobrich. Durch den Abend führte Moderatorin Martina Knief. Neben den vielen Vereinsvertretenden waren auch zahlreiche Ehrengäste aus Sport, Politik und Gesellschaft zu Gast. „Fair Play zeigt sich nicht nur in einem sportlichen Zweikampf auf dem Fußballplatz. Fair Play bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen, andere mitzunehmen, füreinander da zu sein und im entscheidenden Moment das Richtige zu tun. Genau diese Menschen und Vereine wollen wir heute sichtbar machen und würdigen“, so HFV-Präsidentin Prof. Dr. Silke Sinning.
Fair Play braucht starke Partner
Wie wichtig starke Partner für die Fair-Play-Arbeit sind, wurde bereits in der ersten Talkrunde deutlich. Dr. Sabine Tonscheidt von LOTTO Hessen, Dr. Ann-Kathrin Linsenhoff, Beauftragte für das Sportland Hessen und Martin Seebohn von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung diskutierten über die Bedeutung von gesellschaftlicher Verantwortung und die Unterstützung des Sports.
„Fair Play ist ein Wert, der weit über den Sport hinausreicht. Wenn Menschen im Fußball Verantwortung übernehmen und sich für andere einsetzen, entstehen genau die Geschichten, die wir sichtbar machen und unterstützen möchten. Denn das dient letztlich dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, wofür wir mit unserer Partnerschaft insgesamt stehen“, betonte Dr. Sabine Tonscheidt. Auch Dr. Ann-Kathrin Linsenhoff hob die besondere gesellschaftliche Rolle der Vereine hervor: „Sportvereine sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Hier werden Werte wie Respekt, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung nicht nur vermittelt, sondern jeden Tag gelebt. Das macht die ausgezeichneten Projekte so wertvoll.“
SG Dittlofrod/Körnbach: Fairness wichtiger als der eigene Vorteil
Wie beeindruckend Fair Play im Fußball aussehen kann, zeigte die SG Dittlofrod/Körnbach. Als hessischer Jahressieger der DFB-Aktion „Fair ist mehr“ wurde die Mannschaft für ihr außergewöhnliches Verhalten im Meisterschaftsrennen ausgezeichnet. In einer entscheidenden Partie erzielte die SG Dittlofrod/Körnbach ein Eigentor, nachdem ein Treffer gefallen war, dem eine aus Sicht der Mannschaft irreguläre Spielsituation vorausgegangen war. Damit stellte das Team Fairness über den eigenen sportlichen Vorteil. Für diese besondere Geste erhielt die SG die „Fair ist mehr“-Auszeichnung des DFB mit Urkunde, Ballsack, Minitoren, Banner und einem Länderspielgutschein.
Neue Fair-Play-Botschafter*innen für Hessen
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die zweite Talkrunde mit den Fair-Play-Botschafter*innen. Aytaç Sulu, ehemaliger Profi des SV Darmstadt 98, Pia Wunderlich, ehemalige DFB-Nationalspielerin, Comedian Henni Nachtsheim, Schiedsrichterin Julia Boike, MUTMACHER-Initiator Marcel Friederich und der ehemalige Schiedsrichter Lutz Wagner sprachen über persönliche Erfahrungen, Vorbilder und die Bedeutung von Fairness im Sport. Als Gastgeber nahm zudem Michael Weilguny, Geschäftsführer des SV Darmstadt 98 sowie HFV-Präsidentin Silke Sinning an der Gesprächsrunde teil.
Im Rahmen des Talks wurden außerdem drei neue Fair-Play-Botschafter ernannt: Aytaç Sulu, Pia Wunderlich und Marcel Friederich.
Sulu, der als langjähriger Kapitän und Identifikationsfigur des SV Darmstadt 98 für viele Fans eng mit dem Fußball am Böllenfalltor verbunden ist, sieht Fair Play als Aufgabe für alle Beteiligten: „Fair Play beginnt für mich mit Respekt – gegenüber dem Gegner, den Schiedsrichtern, den Mitspielern und allen Menschen, die zum Fußball gehören. Das ist eine Haltung, die man nicht nur auf dem Platz zeigen sollte. Deshalb freue ich mich sehr, diese Botschaft künftig als Fair-Play-Botschafter weiterzutragen.“
Auch Pia Wunderlich verbindet mit ihrer neuen Aufgabe eine klare Botschaft: „Fußball kann Menschen zusammenbringen wie kaum etwas anderes. Genau deshalb haben wir auch eine Verantwortung. Fairness, Respekt und gegenseitige Wertschätzung müssen unabhängig vom Ergebnis immer dazugehören.“
Für Marcel Friederich, Initiator des MUTMACHER-Wegs, steht insbesondere der Mensch im Mittelpunkt: „Wir wollen Menschen Mut machen und zeigen, dass jede*r Einzelne etwas bewegen kann. Fair Play ist dafür ein wunderbarer Ansatz: Es geht darum, hinzusehen, füreinander einzustehen und nicht einfach weiterzugehen, wenn jemand Hilfe braucht.“
Die fairsten Mannschaften der Saison ausgezeichnet
Auch die Mannschaften mit dem fairsten Auftreten in der Saison 2025/26 wurden geehrt. Ausgezeichnet wurden die Teams aus den Gruppen-, Verbands- und Hessenligen der Juniorinnen, Junioren, Frauen und Männer.
Bei den C-Juniorinnen ging der Preis in der Hessenliga an den JFV Walsdorf/Wörsdorf. Bei den C-Junioren wurden in der Gruppenliga die JSG Homberg-Remsfeld, in der Verbandsliga die TSG Wieseck II und in der Hessenliga Makkabi Frankfurt ausgezeichnet.
Bei den B-Juniorinnen gingen die Preise an die MSG Landau/Wolfhagen und den SC Dortelweil II (Verbandsliga) sowie die SpVgg 08 Bad Nauheim (Hessenliga). Bei den B-Junioren wurden die TSG Wilhelmshöhe, die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz sowie SKV RW Darmstadt für die Vorrunde und SV Rot-Weiß Walldorf für die Rückrunde geehrt.
Bei den A-Junioren erhielten der TSV Steinbach (Gruppenliga), die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Verbandsliga) sowie Karbener SV (Vorrunde) und FV Biebrich 02 (Rückrunde) die Auszeichnung.
Bei den Frauen wurden die DJK Schwarz-Weiß Wiesbaden, die TSG Wilhelmshöhe und die SF Blau-Gelb Marburg geehrt. Bei den Männern gingen die Preise an den TSV Künzell, den SC Willingen und den LOTTO Hessenligisten FC 1931 Eddersheim.
Engagement, das Schule macht
Besondere Aufmerksamkeit galt auch den Gewinnern des LOTTO Hessen Fair-Play-Preises. Aus insgesamt 18 Bewerbungen wurden fünf herausragende Good-Practice-Beispiele ausgewählt.
In der Kategorie Kinderrechte und Kinderschutz überzeugte die SG Bornheim 1945 e.V. Grün-Weiss mit dem Projekt „Kinderrechte stärken – Beteiligung, Schutz und Integration im Sportverein“.
In der Kategorie Vielfalt – Integration wurde der S.K.C. Munzur Wiesbaden e.V. für „Vielfalt als Teamgeist beim SKC Munzur Wiesbaden“ ausgezeichnet. In der Kategorie Vielfalt – Inklusion ging der Preis an den SSV Alemannia Sechshelden für „Fußball verbindet – gelebte Inklusion“.
Der FC Schöffengrund erhielt den Fair-Play-Preis in der Kategorie Nachhaltigkeit für sein Projekt „Gemeinsam aktiv – Jugend des FC Schöffengrund verbindet Generationen“. In der Kategorie Sonstige Aktionen und Events wurde die tomoni mental health gGmbH für „tomoni.sports“ ausgezeichnet.
Die Preisträger erhielten neben Pokal, Urkunde und Ball einen Geldscheck über 300 Euro, ein Banner sowie weitere Preise der Partner und Förderer.
Wenn Hilfe auf dem Fußballplatz Leben retten kann
Eine besonders wichtige Botschaft vermittelte der Preis „Fußball mit Courage“. Der HFV zeichnet damit seit dem vergangenen Jahr Menschen aus, die sich bei medizinischen Notfällen im Fußballkontext vorbildlich verhalten haben.
Ausgezeichnet wurden der SC Polonia Wiesbaden II und der SV Blauer Club Wiesbaden für gemeinsame Erste Hilfe bei einem bewusstlosen Torwart, Daniel Klein aus Frankenberg für seine Zivilcourage bei einem epileptischen Anfall, Marc Dölken vom FC Schlossborn für Erste Hilfe nach einem Zusammenprall sowie Ilias Boulbahaiem vom SC Opel Rüsselsheim, der einen Spieler vor einem Zusammenprall mit dem Torpfosten schützte.
„Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass Fair Play manchmal weit über die Regeln des Spiels hinausgeht. In einem medizinischen Notfall zählt nicht, für welches Team jemand spielt. Dann zählt nur der Mensch“, sagte Sascha Schnobrich.
Ausgezeichnete Vereinsarbeit und die Fair Play Hessen Punkte-Challenge
Weitere Ehrungen gab es für die Sepp-Herberger-Urkunden. Im Bereich Handicap-Fußball wurde der FV Stierstadt, im Bereich Schule & Verein der SC Opel Rüsselsheim und im Bereich Sozialwerk der SV 1912 Klein-Gerau ausgezeichnet.
Auch die Sieger der Fair Play Hessen Punkte-Challenge wurden geehrt. Bei der Challenge sammeln Vereine während einer Fußballsaison Punkte, indem sie Angebote von Fair Play Hessen wahrnehmen oder eigene Aktivitäten durchführen.
Den ersten Platz belegte der SV Teutonia 1910 Köppern, gefolgt vom VfR Butzbach und dem Team-Bolzplatz.
Ein Abend für die Menschen hinter dem Fußball
Nach der Hälfte der Ehrungen konnten sich die Gäste am Stadionbuffet stärken. Während der kurzweiligen Essenspause sowie nach dem offiziellen Teil der Ehrungsveranstaltungen gab es Zeit für Gespräche, Begegnungen und den Austausch zwischen Vereinen, Partnern und Gästen.
98er-Geschäftsführer Michael Weilguny zeigte sich als Gastgeber erfreut über die Premiere der Veranstaltung am Böllenfalltor: „Das Merck-Stadion am Böllenfalltor steht für Emotionen, Gemeinschaft und Fußball. Dass an diesem Ort Menschen ausgezeichnet werden, die sich für Fairness und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, passt deshalb hervorragend. Wir freuen uns sehr, Gastgeber dieser besonderen Veranstaltung gewesen zu sein.“
Die LOTTO Hessen Fair-Play-Ehrung 2026 hat einmal mehr gezeigt: Fair Play hat viele Gesichter. Es sind Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Ehrenamtliche, Vereine und engagierte Menschen, die den Fußball jeden Tag ein Stück besser machen.
Der Hessische Fußball-Verband und seine Partner sagen deshalb vor allem eines: Danke. Danke für faires Verhalten, für Zivilcourage, für soziales Engagement und für den Mut, Verantwortung zu übernehmen. Denn genau solche Geschichten machen den Fußball in Hessen stark.
