Mit der Stiftungsprofessur reagiert die Hochschule Fulda gemeinsam mit ihren Partnern auf den wachsenden Bedarf an Palliativversorgung in einer alternden Gesellschaft. Ziel der Professur ist es, innovative Konzepte der Palliativversorgung zu entwickeln und zu erforschen sowie Studierende praxisnah auf die Herausforderungen in diesem sensiblen Bereich vorzubereiten. Dabei stehen neben medizinischem Fachwissen auch ethische Fragestellungen, patientenzentrierte Kommunikation und interprofessionelle Zusammenarbeit im Fokus.
„Es ist ein bedeutender Schritt für uns, ein so zukunftsweisendes Lehr- und Forschungsfeld an unserer Hochschule zu stärken“, so Prof. Dr. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda. „Mit Dr. Schiel gewinnen wir einen erfahrenden und regional bestens vernetzten Experten in der Palliativmedizin und Palliativversorgung. Ich bin überzeugt, dass er eine besondere Rolle bei der Ausbildung von Gesundheitsfachkräften in Fulda einnehmen wird. Ich bin den beiden Stiftungen für ihre großzügige Unterstützung außerordentlich dankbar.“
Neben der Lehre am Fachbereich Gesundheitswissenschaften sowie am Campus Fulda der Universität Marburg werde die Professur eng mit der Universitätsmedizin Marburg und dem Klinikum Fulda kooperieren. „Gemeinsame Forschungsprojekte sowie praxisorientierte Lehrformate – etwa Simulationstrainings und projektbezogene Arbeiten – werden Theorie und Praxis eng miteinander verzahnen und die Zusammenarbeit von Medizin, Pflege- und Therapiewissenschaften stärken“, ergänzt die Kanzlerin der Hochschule Fulda, Dr. Anke Günther.
Auch der Dekan des Fachbereichs Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Benjamin Ewert, freut sich auf den Start der Professur: „Das Klinikum Fulda bietet eine ideale Plattform für die interprofessionelle Ausbildung der Studierenden. Durch die Einbindung in den lokalen Gesundheitssektor erhalten Studierende praxisnahe Einblicke in die Palliativversorgung und können Forschungsergebnisse direkt in realen klinischen Situationen umsetzen. Nur durch eine interdisziplinäre Ausbildung können wir der Komplexität palliativer Versorgung gerecht werden.“
Dr. Sebastian Schiel schaut mit Vorfreude auf die neue Aufgabe: „Wer Schwerstkranke und Menschen am Lebensende begleitet, braucht mehr als Fachwissen. Dazu braucht es Haltung, Zeit und ein Team, das zusammenarbeitet. Das möchte ich Studierenden vermitteln, im Hörsaal ebenso wie in der Klinik. Die Hochschule Fulda bietet mit der ersten Professur für Palliative Care in Hessen beispielgebend die Möglichkeit dieses Fach interprofessionell in der Lehre umzusetzen und zu beforschen. Ich sehe meine Aufgabe darin, möglichst vielen Gesundheitsberufen die Möglichkeit zu geben durch meine Lehre palliativmedizinische Kompetenz zu erlangen und das Fach insgesamt auch akademisch voranzubringen.“
Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung, begrüßt die erfolgreiche Besetzung: „Mit Dr. Schiel bekommt die Professur einen Palliativmediziner, der die Praxis täglich erlebt. Er weiß, dass ‚Palliative Care‘ mehr ist als Schmerztherapie. Wer schwer krank ist, braucht auch seelischen und sozialen Beistand.“ Tanja Bohn, Vorsitzende der Lichtermeer Stiftung, sieht in der Zusammenarbeit ebenfalls einen wichtigen Impuls: „Palliativversorgung lebt vom Engagement vieler Berufsgruppen und Menschen. Durch interdisziplinäre Lehrformate sollen die Studierenden auf die unerlässliche Praxis vorbereitet werden, in heterogenen Fachteams zu arbeiten. Mit dieser Professur möchten wir die Ausbildung stärken und den Wissenstransfer fördern – gerade auch in ländlichen Regionen wie dem Vogelsberg oder der Rhön.“
Hintergrund
Dr. Sebastian Schiel ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, ärztlicher Psychotherapeut und Psychoonkologe. Seit 2020 fungiert er als Direktor des Zentrums für Palliativmedizin am Klinikum Fulda, zudem seit 2023 als ärztlicher Leiter des MVZ Osthessen. Seine Expertise bringt er in zahlreiche Fachgesellschaften und Netzwerke ein, zum Beispiel als stellvertretender Vorsitzender der internationalen Fachgesellschaft Palliative Geriatrie
Die Professur an der Hochschule Fulda ist auf fünf Jahre befristet, hat einen Umfang von 50 Prozent und wird mit jährlich 65.000 Euro durch die beiden Stiftungen finanziert. Die Mittel dienen in erster Linie der Deckung der Personalkosten. Alle weiteren Kosten trägt die Hochschule Fulda. Bislang wurde in Hessen noch keine Professur mit einer Denomination im Bereich Palliative Care oder Palliativmedizin besetzt.
