Anzeige 04.10.2026

Einmalbonus oder dauerhaft günstig? Was beim Girokonto wirklich zählt

Osthessen (pm) - Wenn für die Eröffnung eines Girokontos ein Willkommensbonus angeboten wird, fällt dieser Bonus sofort ins Auge und animiert zum Kontowechsel. Allerdings muss eine solche Prämie immer im Vergleich mit den regelmäßig anfallenden Kosten betrachtet werden. Andernfalls kann es passieren, dass der anfängliche Vorteil bereits nach wenigen Monaten durch Kontoführungsgebühren und andere Entgelte zu einem erheblichen Nachteil wird.

Foto: Pexels

 

Kontoprämie und laufende Kosten getrennt betrachten

Kommt eine Prämie zu ohnehin günstigen Konditionen hinzu, stellt sie einen echten finanziellen Vorteil dar und kann bei der Entscheidung für das Konto den Ausschlag geben. Wenn wechselwillige Bankkunden verschiedene Angebote für ein Girokonto mit Prämie vergleichen, ist dabei eine gut zu überblickende Übersicht über alle Entgelte erforderlich:

  • Kontoführungsgebühren
  • Kosten für Karten
  • Bargeldversorgung
  • Gebühren für einzelne Vorgänge
  • Dispozinsen

Während die Girokarte und die Kreditkarte bei einigen Konten kostenlos enthalten sind, ist ihre Bereitstellung bei anderen Anbietern mit einer jährlichen Gebühr verbunden. Das Abheben von Bargeld ist meistens ebenfalls nicht an jedem Automaten kostenlos.

 

Merke: Indem die Prämie mit allen jährlichen Gebühren verglichen wird, zeigt sich, wie lange es dauert, bis der Einmalbonus durch die laufenden Gebühren aufgebraucht wurde.

Wann haben die laufenden Kosten den Bonus aufgebraucht?

Wie lange ein Bonus wirkt, lässt sich leicht überschlagen: Bringt Konto A 180 Euro Prämie, kostet aber jedes Jahr 90 Euro mehr als ein vergleichbares Konto, ist der Vorteil nach zwei Jahren aufgebraucht. Dafür wird die Prämie durch die jährlichen Mehrkosten geteilt. Ab dem dritten Jahr ist das Konto ohne Bonus günstiger. Die Rechnung funktioniert allerdings nur, wenn die Leistungen vergleichbar sind.

 

Wann wird die Kontoprämie ausgezahlt?

Wenn zum neuen Girokonto eine Prämie angeboten wird, wird diese nicht immer direkt mit der Kontoeröffnung fällig. Häufig gelten Voraussetzungen, mit denen sich Interessierte auseinandersetzen sollten.

 

Tipp: Wer ein neues Konto eröffnet und dafür einen Bonus erhalten möchte, sollte die Aktionsbedingungen genau lesen und sie sich als PDF oder als datierten Screenshot abspeichern. Sollten sich die Regeln zu einem späteren Zeitpunkt ändern, bleibt nachvollziehbar, was beim Abschluss galt.

Auch ein Null-Euro-Konto kann Geld kosten

„Keine Kontoführungsgebühr" bedeutet zunächst nur, dass kein monatlicher Grundpreis anfällt oder die Bank unter bestimmten Voraussetzungen darauf verzichtet. An anderen Stellen können aber trotzdem Kosten entstehen. Dazu gehören je nach Kontomodell:

  • die Girocard
  • die Kreditkarte
  • Bargeld an bestimmten Automaten
  • Einzahlungen
  • beleghafte Überweisungen
  • Papierauszüge
  • Zahlungen außerhalb des Euroraums

            

 

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nicht von schönen Bezeichnungen wie zum Beispiel „Null-Euro-Konto",

„Gratis-Konto" etc. blenden zu lassen. Erst der komplette Kostenvergleich zeigt, wie günstig das Konto wirklich ist.

 

Der Alltag entscheidet über den Wert des Girokontos

Das günstigste Konto auf dem Papier ist nicht automatisch die beste Wahl für den Alltag. Wer zum Beispiel regelmäßig Bargeld einzahlt, ist auf erreichbare Einzahlungsautomaten oder eine Filiale vor Ort angewiesen. Für Menschen, die häufig unterwegs sind, zählen dagegen eine zuverlässige App, mobiles Bezahlen, eine gut erreichbare Hotline und günstige Abhebemöglichkeiten außerhalb der Heimatregion.

Andere möchten wichtige Bankangelegenheiten weiterhin persönlich besprechen. Entscheidend ist daher, ob Leistungen, Service und Erreichbarkeit zum eigenen Nutzungsverhalten passen und nicht allein, welche jährlichen Kosten am Ende zusammenkommen.

Gerade in Osthessen gehört deshalb die Entfernung zum passenden Geldautomaten oder zur nächsten Anlaufstelle in den Vergleich. Ein Beispiel für die Verbindung digitaler Angebote und persönlicher Präsenz hat die Sparkasse Fulda in ihrer Bilanz für 2025 geliefert. Dort nannte sie nach eigenen Angaben sowohl modernisierte Kompetenzcenter als auch neue digitale Zahlungsdienste.

 

Die Entgeltaufstellung zeigt die tatsächlichen Jahreskosten

Weder für ein neu zu eröffnendes Girokonto noch für das bestehende Konto müssen die jährlichen Gesamtkosten geschätzt oder mühsam selbst zusammengesucht werden. Die Banken sind nämlich dazu verpflichtet, die Kosten transparent anzugeben. Für bestehende Konten muss mindestens einmal pro Jahr eine kostenlose Entgeltaufstellung bereitgestellt werden. Aus dieser geht hervor, welche Kosten im betreffenden Zeitraum tatsächlich in Verbindung mit dem Konto angefallen sind.

Eine solche Aufstellung ist ein sehr guter Ausgangspunkt, um das bestehende Konto mit einem möglichen neuen Konto zu vergleichen. Die Gebühren für das neue Konto müssen von der Bank ebenfalls vor dem Vertragsabschluss so ausgewiesen werden, dass Interessierte sie mit anderen Angeboten vergleichen können.

Ein Blick in die Zukunft ist die Entgeltaufstellung allerdings nicht. Sie ist ein Rückblick, dessen Ergebnisse nicht zwangsläufig den Kosten des kommenden Jahres entsprechen.

 

Die Prämie sollte erst am Ende entscheiden

Ein Bonus ist nur dann wirklich ein Vorteil, wenn das zugehörige Konto ohne Verrenkungen zum eigenen Alltag passt und auch ohne die Aktion überzeugen könnte. Wenn es um die Entscheidung zwischen zwei vergleichbaren Angeboten geht, kann die Prämie somit das entscheidende Plus sein. Ein teures oder unpraktisches Konto macht sie dagegen nur für begrenzte Zeit attraktiver.

Praktisch heißt das, dass bei der Suche nach dem optimal für die eigenen Bedürfnisse geeigneten Konto in einer festen Reihenfolge vorgegangen werden sollte.

 

  1. Individuell festlegen, welche Leistungen im Alltag wirklich benötigt werden
  2. Passende Konten heraussuchen, die diese Anforderungen erfüllen. Ungeeignete Angebote scheiden unabhängig von einer möglicherweise angebotenen Prämie aus.
  3. Laufende Kosten berechnen. Einen Bonus dabei nicht nur auf ein Jahr, sondern auf mindestens drei Jahre einpreisen
  4. Voraussetzungen der Prämie kontrollieren und überprüfen, ob diese ohne Umstände erfüllt werden können
  5. Gesamtergebnisse miteinander vergleichen und das beste Girokonto auswählen

Mit dieser Vorgehensweise bleibt die Prämie das, was sie sein sollte: ein zusätzlicher Vorteil und nicht der Hauptgrund für die Kontoeröffnung. Es ist wichtig, dass das ausgewählte Girokonto auch nach Ablauf der Aktion noch gerne genutzt wird und zum eigenen Bankalltag passt.