Handball 09.10.2026

EHF Champions League – Melsungen siegt gegen Nantes

Melsungen (pm/pf) – Die MT Melsungen hat am 3. Spieltag der Gruppenphase in der EHF Champions League den HBC Nantes bezwungen. Gegen das französische Top-Team triumphierten die Nordhessen dank einer bärenstarken Schlussphase mit 28:23 (14:11).

Foto: Kohlhausen/MT

Abende in der Königsklasse haben etwas Magisches: die Hymne, das Prestige und vor allem richtig guter Handball. Die European-League-Sieger der MT Melsungen sorgten auch am Donnerstagabend wieder für eine dieser besonderen Partien. Angeführt von Nebojsa Simic im Tor und den sicheren Siebenmeterwürfen von Florian Drosten zeigte die MT, trotz einiger Fauxpas im zweiten Durchgang, eine starke Leistung.

Im dritten Spiel in der Gruppe B vertraute MT-Cheftrainer Roberto Garcia Parrondo gegen den französischen Vizemeister aus der Bretagne auf folgende Startaufstellung: Luca Sigrist, Nikolaj Enderleit und Reynir Thor Stefansson bildeten den Rückraum. Auf den Außen agierten Drosten und Dimitri Ignatow. Im Tor startete Simic und am Kreis Johannes Golla.

Die Nordhessen begannen die Partie mit viel Elan und hatten direkt mehr vom Spiel. Ignatow netzte in Überzahl sehenswert von Rechtsaußen zum 4:3 ein und zündete damit auch gleich die Rothenbach-Halle an, die am Champions-League-Abend nicht lange brauchte, um auf Betriebstemperatur zu geraten.

Mit leidenschaftlicher Abwehrarbeit gelang der MT gegen den HBC richtig viel. Nach einer Parade von Simic war Sigrist im Angriff nicht nur einen Schritt schneller als sein Gegner. Kurz darauf die nächste Glanztat des MT-Keepers, der so die erste Drei-Tore-Führung beim 7:4 (12.) durch Ignatow ermöglichte. Da hallten bereits die ersten „Simo“-Sprechchöre durch die Rothenbach-Halle.

Aber auch der HBC zeigte, warum die Franzosen nach zwei Spieltagen an der Spitze der Gruppe B stehen. Trotz eines Anschlusstreffers der Gäste beim 7:8 ließ Melsungen nicht locker. Drostens Siebenmeter und eine weitere Glanztat von Simic gegen den glockenfreien Nicolas Tournat ließen die MT ihre Führung, die Golla beim 14:9 noch ausbaute, weiter behaupten.

Gegen die hochklassig besetzte Abwehr aus der Bretagne fanden die Nordhessen immer wieder gute Lösungen. Und wenn in der eigenen Defensive einmal etwas nicht funktionierte, dann war da noch Simic. Bis zur Pause sollte der Montenegriner bei 11 Paraden stehen.

Dass Nantes mit dem 11:14-Rückstand zur Pause nicht zufrieden sein konnte, war offensichtlich. Entsprechend druckvoll kamen die Franzosen aus der Kabine und warfen direkt nach Wiederanpfiff alles nach vorne. Die beiden Leistungsträger Thibaud Briet und Ian Tarrafeta sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die Gäste beim 14:15-Anschlusstreffer wieder auf Schlagdistanz waren.

Auch HBC-Keeper Christoffer Bonde schien nun seinen Flow gefunden zu haben. Der dänische Schlussmann nahm einen völlig freien Tempogegenstoß von Ignatow weg und ermöglichte dem HBC so den Ausgleich beim 16:16.

In die Melsunger Nervosität hinein brach der 18:17-Führungstreffer der Gäste. Aber Melsungen hielt dem Druck eindrucksvoll stand, auch dank Simic, der wieder zur Stelle war. Auch eine Unterzahlsituation meisterte die MT so mit Bravour.

Alles war angerichtet für eine hochspannende Crunchtime, und das Publikum sollte nicht enttäuscht werden: Mit einer Parade leitete Simic den MT-Endspurt ein. In der Abwehr zwang Melsungen die Gäste gleich zweimal zu technischen Fehlern, die erst David Mandic und dann Ignatow sicher verwerteten – 24:21 (55.).

Nach einer weiteren Parade von Simic hielt es kaum noch jemanden auf den Sitzen. Im Sieben-gegen-sechs brachte die MT Nikolaj Enderleit im Rückraum in Stellung, der zum 26:21 einwarf. Mit maximaler Zweikampfstärke eroberte Melsungen ein weiteres Mal den Ball in der Abwehr. Der schnelle Konter von Mandic brachte die Vorentscheidung beim 27:21 (57.) ein – das war große Klasse. Ein königlicher Auftritt der MT, die sich danach hochverdient von ihren Fans feiern ließ.