Boxen/Kickboxen 25.10.2026

Dreifacher Titelgewinn: Braun beißt sich durch fünf harte Runden

Dortmund (sim) – Fünf Runden lang Druck, Tempo und ein Gegner, der immer wieder nach vorne marschiert: Sergej Braun musste für seinen Erfolg in der Helmut-Körnig-Halle in Dortmund alles investieren. Am Samstag setzte sich der Kämpfer gegen den Kameruner Brice Kombou durch und sicherte sich gleich drei Titel: den WFL-Weltmeistertitel bis 82,5 Kilogramm sowie die Titel der WKU und ISKA. Ein hartes Stück Arbeit, das Braun bis an seine Grenzen forderte – und bei dem er sich auf die Unterstützung zahlreicher Fuldaer verlassen konnte.

Sergej Braun feiert seinen dreifachen Titelgewinn gemeinsam mit seinen Unterstützern, die ihn nach Dortmund begleitet haben. Foto: Privat

Sergej Braun im WM-Kampf gegen Brice Kombou. In fünf intensiven Runden sicherte sich Braun in Dortmund drei Titel. Fotos: World Fighting League

Fotos: Privat

„Es war ein echt harter Kampf, harte fünf Runden. Ich musste richtig, richtig beißen“, blickte Braun zurück. Gerade für ihn selbst sei der Ausgang zunächst nicht eindeutig gewesen. Seine Ecke habe dagegen sofort gewusst, dass er den Kampf gewonnen hatte. Auch die Ecke seines Gegners habe entsprechend reagiert. Braun musste sich den Erfolg über die volle Distanz erarbeiten.

Dabei hatte Kombou durchaus stark begonnen. Die erste Runde habe sein Gegner gut gestaltet, die zweite sei ausgeglichen gewesen. Danach aber habe Braun zunehmend die Kontrolle übernommen. „Die dritte, vierte und fünfte Runde waren komplett für mich“, sagte der Kämpfer. Am Ende sei vor allem die Spritzigkeit ausschlaggebend gewesen. Kombou habe ständig Druck gemacht, sei nach vorne marschiert und habe explosiv agiert. Braun hielt dagegen, blieb beweglich und brachte den Kampf über die entscheidenden Runden auf seine Seite.

Auch auf den Rängen war der Rückhalt aus der Heimat zu spüren. Zahlreiche Fuldaer waren nach Dortmund gekommen, um Braun bei diesem wichtigen Kampf zu unterstützen. Die Stimmung sei ausgeglichen, aber gut gewesen, berichtete der dreifache Titelgewinner. Vor allem die Anwesenheit seiner eigenen Leute habe den Abend besonders gemacht. „Das waren unsere Leute“, sagte Braun.

Der Titelgewinn ist für Braun nicht nur persönlich ein besonderer Erfolg. Als Titelträger aller drei Verbände steht er zugleich zwischen den Organisationen, die im Kampfsport häufig ihre eigenen Wege gehen. Gerade deshalb verbindet er mit seinem Erfolg die Hoffnung, dass die Verbände künftig enger zusammenarbeiten und stärker an einem Strang ziehen. „Das wäre klasse“, sagte Braun.

Nach den intensiven Wochen darf nun zunächst etwas Ruhe einkehren. Für eine Woche will Braun das Training lockerer angehen lassen und sich auch beim Essen und Trinken weniger einschränken. Danach richtet sich der Blick bereits wieder nach vorne. Noch vor dem nächsten Battle of Barock möchte er möglichst einen weiteren Kampf bestreiten. Als Zeitraum hat er dafür den Februar im Blick.

Wie wichtig die jüngste Vorbereitung für ihn war, zeigte sich auch im Rückblick auf seinen letzten Auftritt beim Battle of Barock. Es habe sich gut angefühlt, wieder vollständig auf den Kampfsport fokussiert zu sein und mit klarem Kopf in den Kampf zu gehen. Ob und in welcher Form die drei gewonnenen Titel beim nächsten Battle of Barock eine Rolle spielen werden, müsse sich allerdings erst noch zeigen.

Nach fünf intensiven Runden und dem hart erkämpften Dreifacherfolg bleibt für Braun vor allem die Freude über die Titel – und die Unterstützung der Menschen, die den Weg nach Dortmund auf sich genommen haben. Für den Moment darf der Weltmeister durchatmen. Lange dürfte die Pause allerdings nicht dauern: Der nächste Kampf ist bereits in Planung.