Lokales FD 13.10.2026

„Die Sammlung im Griff“: Zuse-Museum nimmt an Pilotprojekt teil

Hünfeld (pm/jah) – Im Konrad-Zuse-Museum mit Stadt- und Kreisgeschichte herrscht Aufbruchstimmung. Denn nichts anderes als die Zukunft soll in dem Museum gestaltet werden, das in der heutigen Form seit dem Jahr 2000 besteht. Voller liebevoll zusammengetragener Exponate aus vergangenen Jahrhunderten, stieß das Haus in den letzten Jahren jedoch zunehmend an seine Grenzen. Unvollständige Inventarlisten, überfüllte Depots und ein in die Jahre gekommenes Ausstellungskonzept machten deutlich: So konnte es nicht weitergehen.

Im Konrad-Zuse-Museum fand der erste Beratungstermin mit der Museumsexpertin statt (von links): Manfred Weinmeister, Josef Proksch, Museumsleiterin Ute Schneider, Museumsberaterin Dr. Maya Großmann, Karl Sauerbier. Foto: Stadt Hünfeld

Die Rettung nahte im wahrsten Sinne des Wortes durch den Museumsverband Hessen. Mit dem Förder- und Beratungsprojekt „Die Sammlung im Griff“ hat sich das Museum im Frühjahr für eine professionelle Neuaufstellung beworben – und den Zuschlag neben drei weiteren Museen in Hessen erhalten. Das Ziel des zwei Jahre andauernden Projekts ist so klar wie ambitioniert: Bestandsaufnahme, Inventarisierung und die Entwicklung eines zukunftsfähigen Sammlungskonzepts, das die Besucher weiterhin begeistert.

Bei dieser Mammutaufgabe ist das kleine Team des Museums nicht auf sich allein gestellt. An ihrer Seite steht Dr. Maya Großmann, eine erfahrene Museumsberaterin, die das Museum die komplette Laufzeit über engmaschig betreut. Vor kurzem war sie zum ersten Mal nach Hünfeld gekommen, um das Projekt zu erläutern und gemeinsam mit Museumsleiterin Ute Schneider und ehrenamtlichen Helfern bei einem Rundgang durch die Museumsräume die Bestände zu sichten. „In der Projektlaufzeit finden vier verpflichtende Meilensteintreffen statt. Nach dem ersten Treffen wird für jedes Museum ein individueller Arbeitsplan entwickelt“, erklärt Dr. Großmann.

Das Projekt „Die Sammlung im Griff“ helfe beispielsweise dabei, den historischen Wert jedes einzelnen Objekts wissenschaftlich zu erfassen und gleichzeitig zu entscheiden: Was erzählen wir künftig unseren Gästen und was darf aussortiert werden? ergänzt die Museumsberaterin. Damit entstehe eine belastbare Grundlage für zukünftige Entscheidungen – etwa bei Neuzugängen, bei der Priorisierung von Inventarisierungen oder auch für notwendige Maßnahmen, die mit Trägern und Fördermittelgebern abgestimmt werden müssten, um Sammlungen langfristig zu sichern. Bis zur Fertigstellung des künftigen Museumskonzeptes gilt im Museum deshalb eine Annahmestopp, für den Museumsleiterin Ute Schneider um Verständnis bittet.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Phase Bestandsaufnahme und Inventarisierung. Während dies noch für Ordnung im Hintergrund sorgt, wird im Vordergrund aber schon bereits über eine Modernisierung der Ausstellung nachgedacht. Das künftige Konzept soll unter anderem auf moderne Erzählstrukturen und digitale Vermittlungsformate setzen. „Der Austausch mit den Expertinnen vom Museumsverband sorgt dabei für wertvolle Impulse und den nötigen Blick von außen“, betont Ute Schneider.