Lokales HEF 12.10.2026

Das „Fierche“ brennt – Bad Hersfeld feiert wieder Lullusfest

Bad Hersfeld (gü) – Volle Straßen in der Bad Hersfelder Innenstadt: Es ist wieder Lullusfest. Nach der Lollsrede der Bürgermeisterin wurde am Montagmittag das Lullusfeuer entzündet. Direkt im Anschluss setzte sich der Festzug in Bewegung.

Fotos: Stephanie Trapp.

Tausende Besucher drängten sich schon vor dem Start in den Straßen, insbesondere bei der Entzündung des Feuers wollten viele dabei sein. In ihrer Rede blickte Bürgermeisterin Anke Hofmann unter anderem auf die lange Tradition des Volksfests, die Bedeutung von Zusammenhalt in der Gesellschaft, die Stadtentwicklung und die Jubiläen 75 Jahre Bad Hersfelder Festspiele und 100 Jahre Feuermeister. Seit über 1100 Jahren wird in Bad Hersfeld an den heiligen Lullus erinnert. „Generationen von uns haben hier gefeiert, gelacht, miteinander gesprochen und am Feuer gestanden“, sagte Hofmann: „Das ist etwas Besonderes.“ Die Stadt lebe nicht allein von ihren Gebäuden, Straßen und Plätze, sondern von den Menschen, die sie mit Leben füllen. In der Gesellschaft werde der Ton manchmal rauer, Meinungsverschiedenheiten würden schnell zu Gegensätzen und zuweilen werde mehr übereinander als miteinander gesprochen. „Dabei gehören unterschiedliche Meinungen zu einer lebendigen Demokratie“, sagte die Bürgermeisterin: „Aber bei allem, was uns unterscheidet, sollten wir eines nicht vergessen: Wir begegnen einander als Menschen. Wir müssen nicht alle gleich denken, um gemeinsam etwas erreichen zu können.“ Das gelte für viele Bereiche und auch auf dem Lullusfest. „Unsere Vielfalt ist unsere Stärke“, so Hofmann.

„Eine lebendige Stadt braucht auch neue Ideen und den Mut, Dinge auszuprobieren“, blickte die Bürgermeisterin auf Aktionen in den vergangenen Monaten, wie die Sommerarena und die Rollschuhbahn. „Nicht jede Idee funktioniert auf Anhieb. Entscheiden ist, dass wir zuhören, aus Erfahrungen lernen und es beim nächsten Mal besser machen“, sagte Hofmann. Eine große Herausforderung bleibe die finanzielle Lage. „Die Aufgaben wachsen, die Anforderungen steigen und die finanziellen Möglichkeiten halten damit nicht Schritt“, sagte Hofmann. Städte bräuchten eine verlässliche Bürokratie und mehr Handlungsspielräume. Sie betonte auch den Wert der Gemeinschaft. „Wir brauchen Menschen, die sich einbringen. Menschen, die im Verein Verantwortung übernehmen, die in der Feuerwehr helfen, die Kinder und Jugendliche begleiten, die Kultur ermöglichen oder in der Nachbarschaft für andere da sind“, so Hofmann. Auch das Lullusfest werde durch viele Helfer erst möglich. „Bei allen Herausforderungen gibt es guten Grund zur Zuversicht. Nicht weil alles einfach wäre, sondern weil wir immer wieder zeigen, dass wir gemeinsam etwas bewegen können“, schloss Hofmann.

Anschließend folgte der Dialog mit Feuermeister Mark Baumgardt und das „Fierchen“ wurde zum Brennen gebracht. Schnell flogen auch die ersten Kastanien in Richtung des Feuers und immer wieder tönte es „Enner, zwoon, dräi – Bruder Lolls!“ über den Platz. Die Besucher strömten an die Strecke des Festzugs und zu den Fahrgeschäften auf dem Marktplatz.

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