Teilnehmende und Menschen, die 20 Jahre lang die Wallfahrt initiiert und geleitet haben, waren jetzt nach Fulda auf den Frauenberg gekommen. In der Klosterkirche der Franziskaner feierten sie, wenn auch mit Wehmut: Denn 2026 gab es die Retzbach-Wallfahrt nicht mehr. Es fehlen die Kräfte, sie zu organisieren. Der Fuldaer Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez war von Anfang an dabei und konnte mehrmals den Jahrestag seiner Bischofsweihe bei der Wallfahrt feiern. Er erinnerte an Cristina Falk in Marburg, welche die Idee gehabt hatte, dass katholische und evangelische Christen gemeinsam auf Wallfahrt nach Retzbach in Unterfranken gehen. Dort steht die Wallfahrtskirche „Maria im grünen Tal“. Seit 1968 gilt „Maria im grünen Tal“ als Patronin der Ökumene: Maria führt zu Christus. In ihm finden Christen zur Einheit.
Gekommen war auch Pater Richard Hessdörfer, der in Retzbach geboren und aufgewachsen ist und heute als Franziskaner in Fulda lebt. Als er von seiner Heimat sprach und von den vielen Menschen, die sich dorthin auf den Weg gemacht hatten, stand allen das Tal mit der Wallfahrtskirche vor Augen: Die Wege, die sie gemeinsam gegangen sind, die Gottesdienste, die sie ökumenisch gefeiert haben. Diese Erfahrung der Einheit soll trotz des Abschieds von der jährlichen Retzbach-Wallfahrt bewahrt bleiben.
