„Es hat nicht sollen sein“, war Maberzells Präsident Stefan Frauenholz nach dem dramatischen Duell, das sich von 19 Uhr an bis fast 22.30 Uhr zog, sprachlos wie selten: Dimitrij Ovtcharov und Fanbo Meng mussten im Doppel ran und waren von Beginn an auf der Verliererstraße. Im dritten Satz gab es die ersten beiden Matchbälle für Ochsenhausen, die die Maberzeller „eindrucksvoll abwehrten“, so der Vereinschef. Dann stand die Halle plötzlich Kopf: Ovtcharov/Meng holten den Satz nach Hause und glichen zum 2:2 aus. Das Momentum war beim TTC – im fünften Durchgang führten die beiden schon mit 4:1. „Das Publikum hat getobt, sowas habe ich noch nicht erlebt“, staunte Frauenholz. Leider führten zwei einfache Fehler dann zum 4:3 statt zum 6:1-Zwischenstand, der wohl die Vorentscheidung bedeutet hätte. So aber bekamen Movileanu/Berzosa wieder Oberwasser, kämpften sich zurück und sorgten am Ende dafür, dass die TTF Liebherr Ochsenhausen in der TTBL weiter ungeschlagen sind, während Maberzell zwar ganz viel Lob bekam, aber ohne Punkte dastand.
Dennoch: Frauenholz und die Zuschauer erlebten einen „dramatischen und hochklassigen“ Abend, an dem die Osthessen „durch alle Höhen und Tiefen“ gehen mussten. Jonathan Groth war angeschlagen in das Duell gegangen und musste sein Einzel mit 0:3 abgeben. Ovtcharov glich mit einem „Riesen-Match“ aber vor der Pause aus – er bezwang Ochsenhausens Nummer eins an diesem Abend, Iulian Chirita, mit 3:1 nach anfänglichem Satzrückstand. „Dima hat Bälle vom anderen Stern gespielt“, lobte Frauenholz. Ovtcharov ließ kaum etwas von seiner Verletzung erkennen, aufgrund der er die EM-Teilnahme absagen musste, und brachte die Halle schon früher am Abend zum Kochen.
Danach war Ruwen Filus ganz souverän unterwegs und brachte den TTC sogar in Führung, ehe Fanbo Meng ran musste, weil Groth nicht bei 100 Prozent war. „Das war etwas unglücklich“, bedauerte Frauenholz, denn Meng kämpfte gegen Chirita nach Kräften, doch unterlag mit 1:3. Nur zehn Minuten hatte das Fuldaer Eigengewächs Pause, ehe es mit Ovtcharov zum Doppel an die Platte ging. Umso bemerkenswerter, dass die beiden dann nach 0:2.Rückstand nochmal zurückkamen und es dem Spitzenteam, das auch ohne den Japaner Shunsuke Togami bockstark angetreten war, richtig schwer machten. Es war einmal mehr ein denkwürdiger Abend in der Hubtex-Arena – und Werbung für das osthessische Tischtennis. Trotz der Niederlage. Und der TTC wird die Köpfe wieder aufrichten. Spätestens zum nächsten Spiel Mitte November in Mühlhausen.
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Ochsenhausen 2:3
Jonathan Groth – Tiago Abiodun 0:3 (7:11, 6:11, 11:13)
Dimitrij Ovtcharov – Iulian Chirita 3:1 (5:11, 11:7, 14:12, 11:2)
Ruwen Filus – Darius Movileanu 3:0 (11:8, 11:8, 11:8)
Fanbo Meng – Iulian Chirita 1:3 (5:11, 1:11, 14:12, 9:11)
Ovtcharov/Meng – Movileanu/Berzosa 2:3 (8:11, 8:11, 12:10, 11:5, 7:11)
Zuschauer: 620
