Die Gäste fanden gut ins Spiel. Torhüter Nebojsa Simic war gleich zweimal zur Stelle, während die Nordhessen im Angriff zunächst wenig liegen ließen. Sehenswert war etwa das 2:3 durch Nikolaj Enderleit, der ein Kempa-Zuspiel von Reynir Thor Stefansson verwertete (5.).
Die MT präsentierte sich nicht nur ansehnlich, sondern auch effektiv. Als David Mandic zum 8:11 traf, führten die Nordhessen erstmals mit drei Toren. Nach einer guten Viertelstunde lag die Wurfquote der Gäste bei starken 92 Prozent. Auch Erik Balenciagas Treffer zum 10:13 (19.) unterstrich, dass die MT das Geschehen zunächst im Griff hatte.
Dann verlor Melsungen allerdings etwas den Faden. Im Aufbau häuften sich technische Fehler, die Erlangen konsequent ausnutzte. Mit einem 4:0-Lauf drehten die Gastgeber die Partie und gingen erstmals in Führung. Torhüter Tin Herceg traf zum 14:13 ins verwaiste MT-Tor (26.). Nun gaben die Franken den Takt vor. Glück für die MT, dass Simic in der Schlusssekunde bereits seinen zweiten Siebenmeter parierte – diesmal gegen Viggo Kristjansson. So ging Erlangen lediglich mit einer 18:16-Führung in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel glich die MT durch Treffer von Balenciaga und Johannes Golla schnell wieder aus. Doch die Gastgeber zogen erneut davon. Nach dem Treffer von Maciej Gebala zum 24:20 (42.) lag Erlangen erstmals mit vier Toren vorne. Die MT bewahrte jedoch die Ruhe und kämpfte sich schnell zurück. Leon Stehl erzielte in der 45. Minute den Ausgleich zum 24:24.
Spätestens jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Gäste immer wieder vorlegten, während Erlangen den Anschluss hielt. Schönheitspreise gab es dabei nicht zu gewinnen: Zu zerfahren war die Partie, die zudem mehrfach unterbrochen wurde. Dafür blieb die Spannung bis in die Schlusssekunden enorm.
In der 59. Minute erzielte Enderleit den Ausgleich zum 32:32. Im vermeintlich letzten Angriff der Gastgeber entschieden die Unparteiischen auf Siebenmeter. Wieder trat Kristjansson an – und wieder blieb Simic Sieger. Zum dritten Mal parierte der MT-Torhüter gegen den Isländer. Weniger als 20 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen.
Damit hatte die MT sogar noch die Chance auf den Sieg. Doch ausgerechnet im letzten Angriff verloren die Nordhessen den Ball im Aufbau. Nissen reagierte blitzschnell und traf von der Mittellinie ins verwaiste MT-Tor zum 33:32 für Erlangen. Die MT stand damit mit leeren Händen da.
Viel Zeit zum Ärgern bleibt den Nordhessen allerdings nicht: Bereits am Mittwoch ist die MT in der Champions League beim HBC Nantes gefordert.
