Pool-Billard 12.10.2026

Bundesliga – Ausrufezeichen: SGJ schlägt Meister und Mitfavoriten

Johannesberg (pm/jah) – Vier Spiele, vier Siege, 28:4 Einzelpunkte: Die SG Johannesberg hat in der 1. Poolbillard-Bundesliga ein beeindruckendes Ausrufezeichen gesetzt. Nach den beiden 7:1-Heimsiegen zum Saisonauftakt gewann der deutsche Vizemeister am Wochenende zunächst mit 8:0 beim amtierenden Deutschen Meister PBC Joker Altstadt und legte am Sonntag einen 6:2-Erfolg beim Titelmitfavoriten BV Brotdorf nach. Während die Johannesberger in Altstadt eine regelrechte Machtdemonstration ablieferten, mussten sie in Brotdorf bis zum letzten Spiel um den Sieg kämpfen.

Die Johannesberger Poolbillard-Cracks nach dem Sieg beim Deutschen Meister PBC Joker Altstadt. Foto: Verein

Juri Pisklov und Stefan Kasper. Foto: Predator Eurotour

Tabelle: Deutsche Billard Union

Schon am Samstag in Altstadt zeigte die SG Johannesberg, mit welchem Selbstvertrauen sie derzeit auftritt. Alle vier Spieler gewannen sowohl ihre Begegnung vor als auch nach der Halbzeitpause. Tobias Bongers eröffnete mit einem souveränen 125:67 im 14.1 endlos gegen Manuel Donauer, Yuma Dörner feierte bei seinem Bundesliga-Debüt im 8-Ball gegen Sebastian Staab einen 8:3-Erfolg. Juri Pisklov setzte sich im 9-Ball mit 9:6 gegen Sebastian Ludwig durch, während Kapitän Raphael Wahl gegen Ricardo Gutjahr beim 8:7 die Nerven behielt. Damit führte Johannesberg beim Deutschen Meister bereits zur Pause mit 4:0. Auch danach ließ die SGJ nicht nach. Besonders Pisklov überzeugte im 10-Ball gegen Donauer und gewann mit 8:3. Bongers blieb ebenfalls ungeschlagen und setzte sich im 8-Ball mit 8:2 gegen Gutjahr durch. Dörner machte sein perfektes Bundesligadebüt mit einem 9:5 gegen Staab perfekt, Wahl bezwang Ludwig im 14.1 endlos deutlich mit 125:59. Am Ende stand ein 8:0, das selbst die Verantwortlichen überraschte. „Wir haben in den vergangenen Jahren unglaublich hart gearbeitet, viele Entscheidungen getroffen und dabei immer an unseren Weg geglaubt. Ein solches Ergebnis beim amtierenden Deutschen Meister ist natürlich etwas Besonderes“, sagte Abteilungsleiter Alexander Peer. Besonders beeindruckt habe ihn die geschlossene Mannschaftsleistung: „Jeder hat seine Aufgabe angenommen, jeder war hoch konzentriert. Wir haben heute gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.“

Viel Zeit zum Feiern blieb den Johannesbergern allerdings nicht. Bereits am Sonntag wartete mit dem BV Brotdorf die nächste schwere Aufgabe – und diesmal entwickelte sich ein deutlich engeres Duell. Raphael Wahl brachte die SGJ mit einem 125:25 gegen Marco Spitzky zunächst in Führung, ehe Tobias Bongers gegen Luca Menn mit 4:8 unterlag. Yuma Dörner sorgte mit einem 9:5 gegen Maximilian Lechner für die erneute Führung. Anschließend wurde es dramatisch: Juri Pisklov lag gegen Stefan Kasper lange zurück, kämpfte sich aber zurück und erzwang beim Stand von 7:7 die Entscheidung im letzten Spiel. Pisklov behielt die Nerven und gewann mit 8:7 – statt eines möglichen 2:2 ging Johannesberg mit einer 3:1-Führung in die Pause. Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie umkämpft. Bongers musste sich Kasper im 14.1 endlos mit 102:125 geschlagen geben. Dafür entschieden Wahl gegen Spitzky im 8-Ball und Pisklov gegen Menn im 9-Ball zwei weitere Krimis jeweils im letzten Spiel mit 8:7 beziehungsweise 9:8 für sich. Dörner setzte sich zudem im 10-Ball mit 8:3 gegen Lechner durch. Damit stand am Ende ein 6:2-Auswärtssieg, der deutlich klarer aussah, als es der Spielverlauf tatsächlich gewesen war. Gleich drei Partien wurden erst im letzten Spiel entschieden – alle drei gingen an Johannesberg.

„Die Mannschaft hat das ganze Wochenende wie entfesselt gespielt. Was die Jungs am Samstag beim Deutschen Meister gezeigt haben, war außergewöhnlich. Aber auch der Sonntag war eine ganz starke Leistung“, bilanzierte Peer. Gleichzeitig wusste er den Erfolg realistisch einzuordnen: „Bei aller Qualität, die wir in unserer Mannschaft haben, gehört in solchen Begegnungen auch das nötige Glück dazu. Und das war am Sonntag neben unserem Können sicherlich auf unserer Seite.“ Auch Vereinspräsident Lothar Plappert zeigte sich stolz auf die Entwicklung der Billardabteilung. „Wenn es unserer Mannschaft gelingen würde, die Deutsche Meisterschaft nach Johannesberg zu holen, wäre das natürlich großartig. Das wäre ein historischer Erfolg für unseren gesamten Verein.“ Nach den beiden Siegen steht die SG Johannesberg nun mit vier Erfolgen aus vier Begegnungen und einer Einzelbilanz von 28:4 an der Tabellenspitze. Nach drei dritten Plätzen und der deutschen Vizemeisterschaft 2026 soll in dieser Saison der nächste Schritt folgen: der Gewinn der Deutschen Meisterschaft.