Rhein sagte: „Hessen verbindet Märkte, Ideen und Innovationen und ist eine Drehscheibe für Mobilität, Kapital und Daten. Wir haben das höchste Wirtschaftswachstum unter den deutschen Ländern und eine hohe Gründungsdynamik. Auch die Investitionen zeigen: Alle großen Player wollen nach Hessen. Das ist ein Vertrauensbeweis in einen Standort, der auf Technologieoffenheit, Innovationsfreude und unternehmerische Stärke setzt.“
Die enge Zusammenarbeit mit Nachbarländern wie Österreich sei ein strategischer Standortvorteil. „Hessen und Österreich – das ist eine Partnerschaft mit Perspektive. Uns verbindet viel: Wir liegen im Herzen Europas und stehen für Wirtschaftsräume, die weit über die eigenen Grenzen hinaus erfolgreich sind. Wir teilen Werte wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, Innovationskraft, Unternehmergeist und die feste Überzeugung, dass sich Leistung lohnen muss. Gemeinsam können wir Europa wirtschaftlich stärker und wettbewerbsfähiger machen“, sagte der Regierungschef und fügte hinzu: „Unsere Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich sind stark und sollen weiter wachsen – in der Gesundheitswirtschaft, bei Industrie 4.0 und Automatisierung, bei Elektromotoren und Mobilität. Wie eng beide Wirtschaftsräume verflochten sind, zeigen zahlreiche Unternehmen. Fresenius Kabi aus Bad Homburg produziert in Graz und Linz. Fronius hat seine Deutschlandzentrale in Neuhof bei Fulda, und Rittal ist seit Jahrzehnten mit mehreren Niederlassungen in Österreich vertreten. Diese Verbindungen schaffen Arbeitsplätze und Wertschöpfung in beiden Ländern und bieten Potenzial für weitere Kooperationen.“
Zuvor hatte sich Ministerpräsident Rhein mit Alexander Pröll, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, sowie mit Hans Dieter Pötsch, Präsident der DHK in Österreich und Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG getroffen, um über Perspektiven der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu sprechen. In einer Phase geopolitischer Unruhen seien Kooperationen wichtiger denn je, hob Rhein hervor: „Wir leben in einem Zeitalter der Geoökonomie. Wirtschaftspolitik und Sicherheit, Energie und Rohstoffe lassen sich nicht mehr getrennt betrachten. Gerade deshalb brauchen wir die Europäische Union. Der Binnenmarkt ist unser gemeinsamer Stabilitätsanker, und diesen wollen wir stärken.“ Um Investitionen und Innovationen zu fördern, müsse auch die unternehmerische Freiheit gestärkt werden: „Unternehmen brauchen mehr Eigenverantwortung statt staatlicher Detailsteuerung. Vertrauen statt Misstrauen – das kennzeichnet den modernen, freiheitlichen Staat. Und das sollte auch die Leitlinie in Europa sein. Hessen geht mit seinem Bürokratieabbau mit bestem Beispiel voran und will das Thema gemeinsam mit Österreich auch in der EU forcieren.“
Europa brauche eine neue, dynamische Gründerkultur, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, sagte Rhein. „Vor allem in den Schlüsseltechnologien KI und Fintech brauchen wir mutige Vorreiter, die unternehmerisches Handeln feiern, anstatt es mit Skepsis zu betrachten. Unser Wohlstand in Europa hängt maßgeblich an jungen Menschen, die mit klugen Ideen neue Märkte erschließen.“ Zu diesen Themen hatte sich der Ministerpräsident früher am Tag mit Eric Demuth, Executive Chairman und Präsident des Verwaltungsrats (President of the Board) der Bitpanda Group AG, ausgetauscht, einem österreichischem Fintech-Finanzdienstleister.
